DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutscher Einzelhandel verbucht reales Umsatzminus im Juli
Die Umsätze im deutschen Einzelhandel haben sich im Juli schwächer entwickelt als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, fielen die Umsätze real um 3,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ökonomen hatten hingegen ein Plus von 0,5 Prozent erwartet. Nominal gab es einen Rückgang von 1,7 Prozent. Auf Jahressicht lagen die Umsätze im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 2,5 Prozent niedriger, während sie nominal um 0,3 Prozent stiegen. Die Daten zum Einzelhandel unterliegen häufig größeren Revisionen.
Ifo-Institut: Etwas weniger Firmen planen Preiserhöhungen
Die Preiserwartungen der deutschen Unternehmen sind im August leicht gesunken, was auf einen moderat nachlassenden Preisdruck in den kommenden drei Monaten hindeutet. Wie das Ifo-Institut mitteilte, fiel der entsprechende Indikator von 21,6 Punkten im Juli auf 21,2 Zähler im August. Der Rückgang erstreckte sich über fast alle Wirtschaftsbereiche.
Rehn: EZB muss sich auf "Abnutzungskonflikt" im Nahen Osten einstellen
Die Europäische Zentralbank (EZB) muss sich nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Olli Rehn darauf einstellen, dass der Iran-Krieg die Inflation hoch halten wird. "Wir müssen uns auf einen anhaltenden Konflikt einstellen, weil beide Seiten - die Trump-Administration und die Revolutionsgarden - wirklich gegensätzliche Ziele haben", sagte er der Financial Times und fügte hinzu: "Wir könnten im Nahen Osten einen Abnutzungskonflikt bekommen." Angesichts dieses Inflationsdrucks dürfe sich die EZB nicht nachgiebig zeigen, Europa könne sich keine Krise der Lebenshaltungskosten leisten.
Zinserhöhung der Fed im September knappe Entscheidung - Vorsicht bei Duration gerechtfertigt
Eine Zinserhöhung der US-Notenbank im September sei eine knappe Entscheidung, weshalb Generali Asset Management bei der Anleiheduration vorsichtig bleibe, schreibt Thomas Hempell, Leiter des Bereichs Makro- und Marktforschung, in einer Research Note. "Bei den Leitzinsen lautet unsere knappe Prognose auf eine Zinserhöhung der Fed nach den Zwischenwahlen: Ein hartnäckigerer Kern-PCE-Wert für Juli und der hawkishe Ton von Fed-Chairman Kevin Warsh in Jackson Hole verschieben die Risiken in Richtung eines früheren Schritts", so Hempell. Die Geldmärkte preisen laut LSEG derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent für eine Zinserhöhung der Fed auf der September-Sitzung ein.
Japans Finanzministerin hebt Koordination mit den USA zum Yen hervor
Japans Finanzministerin Satsuki Katayama hat die globale Bedeutung eines "geordneten Yen" hervorgehoben. Katayama sagte, ihr Land und die USA seien sich in dieser Frage einig und setzen ihre koordinierten Bemühungen am Devisenmarkt fort. Die Politikerin äußerte sich, während Finanzminister und Zentralbankgouverneure zum Treffen der G20 zusammenkommen. Das Treffen gibt Tokio und Washington Gelegenheit, ihre politische Übereinstimmung im Hinblick auf die Stabilität der Wechselkurse zu signalisieren.
Privater Indikator für Chinas verarbeitendes Gewerbe signalisiert Verbesserung im August
Die Aktivität des verarbeitenden Gewerbes in China ist im August laut einem privaten Indikator schneller expandiert und hat ihre Wachstumsphase auf neun Monate verlängert - die längste Expansionsperiode seit fünf Jahren. Der von RatingDog ermittelte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im August auf 51,5 von 50,9 im Juli, wie aus den am Dienstag von S&P Global veröffentlichten Daten hervorgeht. Der Wert übertraf den offiziellen Indikator, der von 49,2 auf 49,8 zulegte. Beide Werte lagen damit unter der 50-Punkte-Marke, die Expansion von Kontraktion trennt.
Chinas hohe inländische Ersparnisse belasten Renditen von Staatsanleihen
Chinas enorme inländische Ersparnisse belasten die Renditen von Staatsanleihen, schreiben die Ökonomen von Barclays in einem Kommentar. Während die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen bei 4,78 Prozent liege, belaufe sich die Rendite 10-jähriger chinesischer Staatsanleihen auf nur 1,69 Prozent. Der wesentliche Unterschied liege darin, wer die Anleihen kaufe, merken sie an. Der US-Staatsanleihemarkt sei von externen Käufern wie ausländischen Zentralbanken, Staatsfonds und japanischen Lebensversicherern abhängig. Der chinesische Anleihemarkt hingegen werde vollständig durch inländische Ersparnisse finanziert, die 43 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachten, stellen sie fest. Die riesigen Ersparnisse könnten aufgrund von Kapitalkontrollen nicht ins Ausland fließen und es gebe nur wenige attraktive Alternativen, so Barclays. "Infolgedessen landen sie auf dem Anleihemarkt, trotz sehr niedriger Renditen", fügt die Bank hinzu.
Südkoreas Exporte setzen chipgestütztes Wachstum im August fort
Der von Halbleitern getragene Exportboom Südkoreas hat sich im August stärker als erwartet fortgesetzt. Es gibt kaum Anzeichen dafür, dass die durch künstliche Intelligenz (KI) angetriebene Nachfrage nach Chips nachlässt. Die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens profitiert weiterhin vom KI-Boom. Samsung Electronics und SK Hynix, die beiden weltgrößten Hersteller von Speicherchips, gehen davon aus, dass das Angebot angesichts der starken Nachfrage nach KI-Infrastruktur knapp bleiben wird. Wie aus den vom Ministerium für Handel, Industrie und Ressourcen veröffentlichten vorläufigen Daten hervorgeht, stiegen die Exporte gegenüber dem Vorjahr um 68,7 Prozent auf 98,26 Milliarden US-Dollar. Im Juli hatte es einen revidierten Anstieg von 63,0 Prozent gegeben.
Südkorea plant für 2027 Rekordanstieg der Haushaltsausgaben
Südkoreas Regierung hat für das kommende Jahr eine Rekorderhöhung der Haushaltsausgaben vorgeschlagen, um das nachlassende Wachstumspotenzial anzukurbeln. Gestützt wird der Plan von einem erwarteten starken Anstieg der Steuereinnahmen. Der Haushalt, der am Dienstag vom Finanz- und Wirtschaftsministerium auf einer Kabinettssitzung vorgestellt wurde, sieht für 2027 einen Anstieg der Staatsausgaben um 12,8 Prozent auf 820,9 Billionen Won vor, was 600,38 Milliarden US-Dollar entspricht.
Indiens Wachstumsdynamik dürfte nachlassen
Indiens Wachstumsdynamik könnte sich in den nächsten beiden Quartalen abschwächen, da die staatlichen Investitionsausgaben nachlassen, nachdem sie zu Beginn des Geschäftsjahres vorgezogen wurden, schreibt Goldman Sachs in einer Research Note. "Wir rechnen mit einer gewissen sequenziellen Abschwächung..., da das Wachstum der Investitionsausgaben der Zentralregierung nach dem Vorziehen in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres zurückgehen dürfte", schreiben die Volkswirte Santanu Sengupta und Arjun Varma. Sie merken an, dass das Wachstum der Anlageinvestitionen im Quartal von April bis Juni ein Vierjahreshoch von 11,9 Prozent erreicht und rund 4 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum beigetragen habe. Die Nettoexporte hätten ebenfalls einen weiteren Schub von drei Prozentpunkten geliefert, da die Exporte stark gestiegen und die Importe zurückgegangen seien.
+++ Konjunkturdaten +++
Indonesien Exporte Juli 26,22 Mrd USD
Indonesien Importe Juli 26,09 Mrd USD
DJG/DJN/apo
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September 01, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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