DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Eurozone-Inflation steigt im August auf 3,3% - Kernrate sinkt leicht
Der Preisdruck in der Eurozone hat im August wie erwartet zugenommen, wobei die Kerninflation unerwartet sank. Wie Eurostat mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent und lagen um 3,3 (Juli: 2,9) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten Raten von 0,3 und 3,3 Prozent prognostiziert. Die Europäische Zentralbank (EZB) peilt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 Prozent an. Die Kernverbraucherpreise (ohne die Preise von Energie, Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak) erhöhten sich um 0,2 Prozent auf Monats- und 2,4 (2,5) Prozent auf Jahressicht. Erwartet worden waren 0,3 und 2,5 Prozent.
UBS: EZB hebt Leitzins wohl nur im September an
Die Volkswirte bei der UBS rechnen damit, dass der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) in der nächsten Woche eine Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent beschließen und ihn anschließend nicht weiter anheben wird. In ihrem Ausblick auf die Ratssitzung am 9. und 10. September verweisen sie darauf, dass ein solcher Schritt zu nahezu 100 Prozent eingepreist sei. Der Markt-Prognose einer weiteren Anhebung in diesem Jahr folgen sie jedoch nicht - "nicht zuletzt angesichts der in den vergangenen Wochen über die Anleihemärkte erfolgten Straffung der Finanzierungsbedingungen", wie sie schreiben.
Commerzbank: Inflationsanstieg zementiert EZB-Zinserhöhung
Der Anstieg der Euroraum-Inflation im August auf 3,3 (Juli: 2,9) Prozent zementiert aus Sicht von Commerzbank-Volkswirt Vincent Stamer die Erwartung, dass der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am nächsten Donnerstag eine Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte beschließen wird. "Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten viele Betriebe, insbesondere in der Industrie und in der Lebensmittelproduktion, die höheren Energiepreise weitergeben werden. Insbesondere der hohe Erdgaspreis dürfte in diesen Branchen in den kommenden Quartalen die Kosten erhöhen. Daher dürfte die Kernrate im Laufe des kommenden Jahres deutlich steigen", schreibt Stamer in einem Kommentar. Weitere Zinserhöhungen seien allerdings unwahrscheinlich, weil die Inflationsrate im kommenden Jahr wohl wieder sinken werde.
KfW: Euroraum-Inflation spricht für EZB-Zinsschritt
Der Anstieg der Euroraum-Inflation im August auf 3,3 (Juli: 2,9) Prozent spricht aus Sicht von KfW-Volkswirtin Stefanie Schoenwald dafür, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins in der nächsten Woche um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent anheben wird. "Eine Notwendigkeit für darüber hinausgehende Straffungsschritte sehen wir dagegen nicht, solange die Energiepreise der maßgebliche Treiber bleiben", schreibt sie in einem Kommentar. Einzelne EZB-Ratsmitglieder könnten zwar einen restriktiveren Kurs für angezeigt halten, aber solange Zweitrundeneffekte über Löhne und Dienstleistungspreise nicht klar erkennbar seien, dürfte sich diese Position aber nicht durchsetzen, meint die Ökonomin.
S&P Global: Eurozone-Industrie gewinnt an Fahrt im August
Die Geschäftsaktivität im verarbeitenden Gewerbe der Eurozone ist im August gestiegen. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Sektor erhöhte sich auf 52,7 (Vormonat: 51,9) Punkte, wie S&P Global bei einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Mai 2022. Ab 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter deutet es auf eine Schrumpfung.
S&P Global: Deutsche Industrie gewinnt im August an Stärke
Die deutsche Industrie hat im August deutlich an Dynamik gewonnen. Der von S&P Global in diesem Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex stieg auf 54,3 von 52,2 Punkten. In erster Veröffentlichung war ein Wert von 54,1 ermittelt worden. Ab 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung. Ein beschleunigter Anstieg der Auftragseingänge sorgte für die höchsten Produktionszuwächse seit mehr als viereinhalb Jahren.
Bank of Japan dürfte bei schwachem Yen Zinsen anheben oder intervenieren
Die Bank of Japan dürfte angesichts der unterdurchschnittlichen Entwicklung des Yen in den kommenden Wochen die Zinsen anheben oder intervenieren, schreibt Abbas Keshvani von RBC Capital Markets in einem Kommentar. Der Yen habe sich im vergangenen Monat unterdurchschnittlich entwickelt und damit die meisten Interventionen der BOJ der letzten Monate zunichte gemacht. Eine Erholung des Yen erfordere einen aggressiven Zinserhöhungszyklus, aber die Zentralbank werde das Wachstum wahrscheinlich nicht auf eine solche Weise gefährden, meint er. "Stattdessen werden sie die Zinsen wahrscheinlich gerade so weit anheben, um eine übermäßige Yen-Schwäche zu verhindern, bis die Stabilität bei japanischen Staatsanleihen (JGBs) im nächsten Jahr eine Währungserholung einleiten kann," fügt er hinzu.
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September 01, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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