DJ MÄRKTE EUROPA/DAX fällt unter 26.000 Punkte - Renditeanstieg setzt sich fort
DOW JONES--Europas Börsen bauen die Verluste bis Dienstagmittag aus. Der weltweite Inflations- und damit auch Zinsanstieg sorgt für Vorsicht und Kaufzurückhaltung. Dazu kommt der sich hinziehende US-Iran-Konflikt mit den in der Folge dauerhaft hohen Energiepreisen. Hierzu passen die jüngsten Inflationszahlen aus der Eurozone. Der Preisdruck in der Eurozone blieb im August hoch. Die Verbraucherpreise lagen um 3,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, die Kernverbraucherpreise bei 2,4 Prozent. Beide Lesungen liegen weit über dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent. An den Finanzmärkten wird eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte durch die EZB in der kommenden Woche fest eingepreist.
Der DAX verliert 0,9 Prozent auf 26.021 Punkte, zeitweise fiel der Index unter die Marke von 26.000 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 hält sich besser mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 6.388 Punkte, stützend wirken unter anderem Aufschläge bei Energietiteln; so gewinnen Totalenergies 1,6 Prozent und Eni 1,2 Prozent. Der Brent-Ölpreis zieht um weitere 1,4 Prozent auf 91,77 Dollar an.
Anleihen stehen daher weiter unter Abgabedruck. Die deutsche Zehnjahresrendite steigt weiter auf 3,35 Prozent. Das ist das höchste Niveau seit 15 Jahren. Dazu trägt auch bei, dass seit dem falkenhaften Auftritt von US-Notenbankchef Warsh in Jackson Hole die Erwartung für eine US-Zinserhöhung im September auf 66 Prozent von davor rund 30 Prozent gestiegen ist. Den Euro stützt der Renditeanstieg hierzulande denn auch nicht, er gibt auf 1,1592 Dollar leicht nach.
Bei den Einzelunternehmen ist die Nachrichtenlage nach wie vor dünn. Mit einem Plus von 4,7 Prozent glänzen Novartis. Der Pharmakonzern hat einen Studienerfolg mit einem MS-Medikament erzielt und will dessen Zulassung bei den Aufsichtsbehörden beantragen. Analysten rechnen mit einem "Blockbuster"-Status und möglichen Umsätzen im Milliardenbereich. Im DAX gewinnen Merck 1,7 Prozent und RWE 0,4 Prozent, jeweils angetrieben von positiven Analystenkommentaren. Rüstungsaktien werden weiter verkauft: Rheinmetall fallen 3,3 Prozent oder Leonardo 1,9 Prozent.
Das von Symrise (+0,7%) ausgegliederte und zum Verkauf gestellte Geschäft mit Terpen-Inhaltsstoffen geht an die Münchner Beteiligungsgesellschaft Mutares (-0,4%). Die Transaktion mit AmeriTerpenes wird sofort vollzogen und führt beim deutschen Duft- und Aromenhersteller Symrise 2026 zu einem nicht zahlungswirksamen Veräußerungsverlust im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, wie dieser in einer Mitteilung erklärte. Zum Kaufpreis vereinbarten beide Seiten unterdessen Stillschweigen. mwb Research spricht von einer Verbesserung des Geschäftsportfolios von Symrise. Jefferies empfiehlt die Aktie zum Kauf. In Zürich fällt der Kurs des Symrise-Konkurrenten Givaudan um 1,3 Prozent, nachdem Jefferies der Aktie die Kaufempfehlung entzogen hat.
Jefferies sieht in der Absicht der Frasers Group (-1,5%), ihre Beteiligung an Hugo Boss (+0,9%) auf über 50 Prozent aufzustocken, einen bedeutenden Meilenstein. Das Erreichen dieser Schwelle würde eine Vollkonsolidierung von Hugo Boss - inklusive Umsatz, Gewinn und Schulden - in der Bilanz von Frasers auslösen. Dies wäre für die Gewinn- und Verlustrechnung von Frasers zwar optisch transformatorisch, würde jedoch gleichzeitig die Komplexität der Finanzberichterstattung des Konzerns erheblich erhöhen.
Kräftig aufwärts um 3,1 Prozent geht es in Paris für Air Liquide, weil Elliott Management laut einem Bericht eine Beteiligung an dem Industriegasekonzern aufbaut. Air Liquide habe seit 2020 seine Gewinnmargen gesteigert, verfüge über einen Rekord-Auftragsbestand, und die jüngste Übernahme von DIG Airgas bedeute, dass es kein offensichtliches traditionelles Aktivisten-Vorgehen für das Unternehmen gebe, schrieben die Analysten von Bernstein in einer Mitteilung an ihre Kunden. Dennoch habe Air Liquide weiterhin Spielraum für schrittweise Verbesserungen, ohne die Strategie zu ändern, etwa durch eine stärkere Ausrichtung auf die wachsende Raumfahrtindustrie, fügten sie hinzu.
Für Swiss Life geht es nach Halbjahreszahlen dagegen um 0,7 Prozent nach unten; bereinigt ist der Nettogewinn etwas unter den Erwartungen ausgefallen. Trotz solider Zahlen geben Partners Group um 7,6 Prozent nach. Möglicherweise stören sich die Anleger an dem Ausblick: Wie Vontobel anmerkt, hat das Unternehmen die Wachstumsprognose der "Performance Fees" für das laufende Jahr auf 20 bis 25 Prozent von zuvor 25 bis 40 Prozent gesenkt.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.387,90 -0,5 -32,26 6.420,16 10,3 Stoxx-50 5.418,69 -0,2 -10,60 5.429,29 10,2 DAX 26.021,20 -0,9 -236,91 26.258,11 6,2 MDAX 32.214,29 -1,6 -510,26 27.039,42 5,2 TecDAX 4.041,94 -1,0 -40,74 3.091,28 11,6 SDAX 18.770,72 -0,9 -164,69 13.062,07 9,3 FTSE 10.766,92 -0,5 -57,34 10.824,26 8,4 CAC 8.318,94 -0,2 -15,56 8.334,50 2,1 SMI 14.265,14 -0,2 -21,29 14.286,43 7,5 ATX 6.746,58 -0,3 -21,66 6.768,24 26,7 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:12 EUR/USD 1,1594 -0,2 -0,0022 1,1616 1,1591 EUR/JPY 185,59 +0,0 0,0200 185,57 185,5500 EUR/CHF 0,9389 +0,0 0,0001 0,9388 0,9376 EUR/GBP 0,8564 -0,1 -0,0009 0,8573 0,8555 USD/JPY 160,07 +0,2 0,3400 159,73 160,0500 GBP/USD 1,3536 -0,1 -0,0011 1,3547 1,3546 USD/CNY 6,7219 +0,0 0,0022 6,7197 6,7260 USD/CNH 6,7231 +0,1 0,0053 6,7178 6,7301 AUS/USD 0,7145 -0,3 -0,0021 0,7166 0,7163 Bitcoin/USD 78.089,22 -1,0 -775,68 78.864,90 77.931,68 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 87,65 +2,2 1,89 85,76 Brent/ICE 91,77 +1,4 1,28 90,49 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.385,54 -1,4 -62,75 4.448,29 Silber 65,01 -2,3 -1,51 66,52 Platin 1.769,51 -1,2 -21,41 1.790,92 (Angaben ohne Gewähr) ===
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