DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Die USA und der Iran haben sich am Dienstag gegenseitig angegriffen. US-Präsident Donald Trump erklärte, die US-Angriffe seien als Vergeltung für den Versuch des Iran erfolgt, die Straße von Hormus am Wochenende zu verminen und amerikanische Soldaten im Nahen Osten anzugreifen. Der Iran reagierte mit dem Abfeuern von Raketen und Drohnen über den Persischen Golf. Jordanien, das auf Stützpunkten im gesamten Land US-Soldaten beherbergt, meldete nach Angaben seiner Streitkräfte das Abfangen von 13 ballistischen Raketen, die in seinen Luftraum eingedrungen waren. Auch Kuwait und Bahrain meldeten feindlichen Beschuss.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
07:30 DE/Auto1 Group SE, ausführliches Ergebnis 1H
15:30 DE/Bayer AG, Kapitalmarkttag Crop Science
22:05 US/Hewlett Packard Enterprise Co, Ergebnis 3Q
22:15 US/Broadcom Inc, Ergebnis 3Q
AUSBLICK KONJUNKTUR
- US
14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht August
Beschäftigung privater Sektor
PROGNOSE: +47.000 Stellen
zuvor: +44.000 Stellen
16:00 Auftragseingang Industrie Juli
PROGNOSE: +0,7% gg Vm
zuvor: -0,3% gg Vm
16:30 US/Rohöllagerbestandsdaten (Woche) der staatlichen Energy Information
Administration (EIA) Vorwoche
20:00 US/Fed, Beige Book
- CA
15:45 Bank of Canada (BoC), Ergebnisse des geldpolitischen Rats
PROGNOSE: 2,25%
zuvor: 2,25%
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 25.870,00 -0,5 E-Mini-Future S&P-500 7.640,75 -0,0 E-Mini-Future Nasdaq-100 29.090,25 -0,1 Topix (Tokio) 4.093,43 -2,1 Hang-Seng (Hongk.) 25.145,87 -0,7 Shanghai-Comp. 3.947,64 -0,8 Vortag: INDEX Schluss +/- % DAX 25.970,11 -1,1 DAX-Future 25.964,00 -1,4 MDAX 32.173,26 -1,7 TecDAX 4.024,85 -1,4 SDAX 18.730,44 -1,1 Euro-Stoxx-50 6.368,98 -0,8 Stoxx-50 5.409,76 -0,4 XDAX 25.802,98 -0,6 Dow-Jones 52.766,88 -0,8 S&P-500 7.631,47 -0,7 Nasdaq Composite 26.099,77 -1,0
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Europas Börsen dürften mit Abgaben in den Handel am Mittwoch starten. Die Ölpreise ziehen am Morgen weiter an. Die militärischen Schlagabtausche zwischen dem Iran und den USA setzen sich unvermindert fort. Die Rendite 10-jähriger Treasurys liegt in der Zwischenzeit bei 4,80 Prozent. Einige Strategen glauben, dass ein Niveau von 5 Prozent zu einem ernsten Problem für die Aktienmärkte werden könnte. Die steigende Inflation setzt die Zentralbanken zunehmend unter Handlungsdruck. Am Morgen hat die neuseeländische Notenbank die Zinsen um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent erhöht. Eine Zinsanhebung durch die EZB in der kommenden Woche gilt als ausgemacht, eine Anhebung durch die US-Notenbank auf ihrer September-Sitzung wird von den Märkten nach der falkenhaften Rede von Fed-Chairman Kevin Warsh mit knapp 60 Prozent eingepreist. "Die Stimmung unter den Investoren ist nicht grundsätzlich schlecht, sie werden nur vorsichtiger und schaffen Liquidität", heißt es bei CMC. An Wirtschaftsdaten steht am Nachmittag die Veröffentlichung der ADP-Arbeitsmarktdaten an. Daneben veranstaltet Bayer einen Kapitalmarkttag zu Crop Science.
Rückblick: Schwächer - Der weltweite Inflations- und damit auch Zinsanstieg sorgte für Vorsicht und Kaufzurückhaltung. Dazu kam der sich hinziehende US-Iran-Konflikt mit den in der Folge dauerhaft hohen Energiepreisen. Hierzu passten die jüngsten Inflationszahlen aus der Eurozone. Der Preisdruck in der Eurozone blieb im August hoch. An den Finanzmärkten wird eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte durch die EZB in der kommenden Woche fest eingepreist. Die deutsche Zehnjahresrendite stieg weiter auf 3,36 Prozent - das höchste Niveau seit 15 Jahren. Mit einem Plus von 6,3 Prozent glänzten Novartis. Der Pharmakonzern hat einen Studienerfolg mit einem MS-Medikament erzielt und will dessen Zulassung bei den Aufsichtsbehörden beantragen. Analysten rechnen mit einem "Blockbuster"-Status und möglichen Umsätzen im Milliardenbereich. Kräftig aufwärts um 2,2 Prozent ging es in Paris für Air Liquide, weil Elliott Management laut einem Bericht eine Beteiligung an dem Industriegasekonzern aufbaut. Jefferies sieht in der Absicht der Frasers Group (-1,5%), ihre Beteiligung an Hugo Boss (+0,4%) auf über 50 Prozent aufzustocken, einen bedeutenden Meilenstein. Aktien der Fashion-Retailer standen nach dem enttäuschenden Börsendebüt von Shein unter Abgabedruck. Zalando fielen 1,8 Prozent und Asos 3,1 Prozent. "Die Konsumgewohnheiten verändern sich: Jüngere Menschen werden zunehmend umweltbewusster. Manche möchten kein günstiges Kleid oder Top mehr kaufen, um es nach einmaligem Tragen wegzuwerfen. Stattdessen wächst das Interesse an Secondhand-Kleidung - weshalb Anbieter wie Vinted florieren, während Shein sich schwerer tut, hieß es bei AJ Bell.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Schwächer - Rüstungsaktien hatten es weiter schwer: Rheinmetall verloren 2,8 Prozent und Hensoldt 3,5 Prozent. Das DAX-Schwergewicht SAP war Tagesverlierer mit einem Minus von 3,5 Prozent. Verkauft wurden zudem Autotitel: BMW schlossen 1,3 Prozent niedriger oder VW 1,4 Prozent. Merck gewannen dagegen nach einem positiven Analystenkommentar 0,5 Prozent. Das von Symrise (+0,2%) ausgegliederte und zum Verkauf gestellte Geschäft mit Terpen-Inhaltsstoffen geht an die Münchner Beteiligungsgesellschaft Mutares (-0,4%). Die Transaktion mit AmeriTerpenes wird sofort vollzogen und führt beim deutschen Duft- und Aromenhersteller Symrise 2026 zu einem nicht zahlungswirksamen Veräußerungsverlust im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, wie dieser in einer Mitteilung erklärte. MWB Research sprach von einer Verbesserung des Geschäftsportfolios von Symrise. Jefferies empfiehlt die Aktie zum Kauf.
USA - AKTIEN
Leichter - Die kräftig gestiegenen Marktzinsen lastete auf den Aktienmärkten und dort besonders auf den als zinsempfindlich geltenden Technologiewerten. Ursächlich für den Anstieg der Anleiherenditen war die wachsende Überzeugung am Markt, dass die US-Notenbank bei ihrer nächsten Sitzung noch in diesem Monat die Zinsen erhöhen wird. Genährt wurde diese Erwartung von der als "falkenhaft" interpretierten Rede des US-Notenbankchefs Kevin Warsh am Freitag auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole. Daneben befeuert der deutliche Anstieg der Ölpreise Inflationsängste. Die Konjunkturdaten des Tages enthielten Licht und Schatten, setzten aber keine Akzente am Markt. Im besonders belasteten Technologiesektor verbilligten sich Advanced Micro Devices um 2,4Prozent. Micron gaben um 2,6Prozent nach. Amazon (-1,9) wurden erneut belastet von der drohenden Klage der US-Wettbewerbsbehörde wegen des Vorwurfs der Irreführung von Werbekunden. In der dritten Reihe machten Gopro einen Sprung von 40Prozent nach oben, nachdem der angeschlagene Kamerahersteller den Zusammenschluss mit Starman Optical bekanntgegeben hatte. Sono Group verteuerten sich um 77Prozent. Das Unternehmen hat eine unverbindliche Absichtserklärung zur Fusion mit der Sport-Investmentgesellschaft Sports One abgegeben, um künftig Minderheitsanteile an Profisport-Franchises wie etwa NFL oder NBA zu erwerben.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- 2 Jahre 4,39 +0,04 10 Jahre 4,80 +0,04
Die Erwartung einer Zinserhöhung auf der Fed-Sitzung im laufenden Monat trieb die Anleiherenditen weiter nach oben. Die Zehnjahresrendite erhöhte sich um 4Basispunkte auf 4,80 Prozent.
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:15 Uhr EUR/USD 1,158 -0,1 -0,0012 1,1592 1,1595 EUR/JPY 185,23 -0,2 -0,4400 185,6700 185,5900 EUR/CHF 0,9409 +0,0 0,0003 0,9406 0,9408 EUR/GBP 0,8574 -0,0 -0,0003 0,8577 0,8566 USD/JPY 159,93 -0,2 -0,2400 160,1700 160,0400 GBP/USD 1,3502 -0,1 -0,0013 1,3515 1,3529 USD/CNY 6,7214 +0,0 0,0012 6,7202 6,7202 USD/CNH 6,7218 0,0 -0,0003 6,7221 6,7213 AUS/USD 0,7141 -0,0 -0,0003 0,7144 0,7154 Bitcoin/USD 77.670,89 +0,3 242,14 77.428,75 77.804,24
Der Dollar folgte den Marktzinsen nach oben. Für den Dollarindex ging es um 0,2 Prozent aufwärts.
ROHSTOFFE
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.320,78 -0,2 -7,82 4.328,60 Silber 64,10 -0,2 -0,15 64,25 Platin 1.740,10 -0,0 -0,06 1.740,17
Die höheren Marktzinsen belasteten den Goldpreis, der um 2,7 Prozent auf 4.329 Dollar je Feinunze sank. Höhere Zinsen mindern die Attraktivität des zinslos gehaltenen Edelmetalls.
ÖL
ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 90,58 +0,4 0,36 90,22 Brent/ICE 95,32 +0,7 0,67 94,65
Die andauernden wechselseitigen Angriffe von USA und Iran trieben den Ölpreis weiter nach oben. Das Barrel Brentöl verteuerte sich um 4,6 Prozent auf 94,65 Dollar.
MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR
HUGO BOSS
beendet kurzfristig am 8. September sein kürzlich gestartetes Aktienrückkaufprogramm bis auf Weiteres. Wie der MDAX-Konzern am späten Dienstag mitteilte, folgt die Entscheidung auf die Ankündigung des größten Aktionärs Frasers Group, die Mehrheit an dem Modekonzern zu übernehmen und die Unterstützung für Aufsichtsratschef Stephan Sturm zu überprüfen.
SPRINGER NATURE
hat Patric Somlo mit Wirkung zum 1. November zum Finanzvorstand ernannt. Somlo ist derzeit Senior Vice President Corporate Finance bei dem Pharma-Auftragsfertiger Lonza. Zuvor war er in den Bereichen Private Equity, Unternehmensberatung und Investment Banking tätig, wie Springer Nature mitteilte. Somlo tritt die Nachfolge von Alexandra Dambeck an, die Mitte November als Finanzvorständin zum Maschinen- und Anlagenbauer Dürr wechselt.
NESTLE
verkauft sein Mainstream-Geschäft mit Vitaminen, Nahrungsergänzungsmitteln und Mineralstoffen für 1 Milliarde US-Dollar an die in Boston ansässige Private-Equity-Gesellschaft Yellow Wood Partners. Die Vereinbarung zum Verkauf ist ein weiterer Schritt des Schweizer Konzerns zur Straffung seines Portfolios und zur Konzentration auf Kernkategorien.
ROCHE
hat eine Lizenzvereinbarung mit dem chinesischen Unternehmen Simcere Pharmaceutical zur Entwicklung eines Medikaments gegen Blutkrebs geschlossen. Roche zahlt laut Simcere vorab 75,0 Millionen US-Dollar für die exklusiven weltweiten Rechte zur Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von SIM0660, einem Antikörper, der auf B-Zell-Malignome abzielt. Simcere hat den Angaben zufolge je nach Entwicklungsfortschritt Anspruch auf Meilensteinzahlungen von bis zu 1,455 Milliarden US-Dollar sowie gestaffelte Lizenzzahlungen auf etwaige zukünftige Nettoumsätze.
wird mehreren Beschäftigten zufolge ein neues Modell mit deutlich verbesserten Programmierfähigkeiten veröffentlichen. Dies könnte einen Bereich stärken, in dem das Unternehmen hinter die Konkurrenten OpenAI und Anthropic zurückgefallen ist. Das Modell mit dem Namen 3.8 Flash, das unternehmensintern als "Skimaki" bezeichnet wird, soll bereits am Mittwoch veröffentlicht werden, sagten die Personen.
INDEXÄNDERUNGEN
Der Börsenbetreiber Stoxx hat am Dienstag Änderungen in der Zusammensetzung der Indizes Euro-Stoxx-50 und Stoxx-50 mitgeteilt. In den Euro-Stoxx-50 rücken demnach die Aktien von Engie und Nokia auf, Platz machen müssen dafür VW und Wolters Kluwer. Im Stoxx-50 werden Barclays den Platz von Prosus übernehmen. Ferner werden unter anderem Fraport und Aumovio aus dem Stoxx-Europe-600 herausgenommen.
+ EURO-STOXX-50 AUFNAHME - Engie - Nokia HERAUSNAHME - VW - Wolters Kluwer + STOXX-50 AUFNAHME - Barclays HERAUSNAHME - Prosus + STOXX-EUROPE-600 + AUFNAHME - National Bank of Greece - Endeavour Mining - Eurobank - Piraeus Bank - Alpha Bank - Public Power - Metlen Energy & Metals - GEK Terna - Motor Oil - Rosebank Industries - XTB SA - Softcat - Easyjet - Jumbo HERAUSNAHME - Kongsberg Maritime - Fraport - JD Sports Fashion - Wienerberger - Bakkafrost - Tauron - Bucher Industries - Aumovio - Viscofan - Thule Group - Kemira - Wihlborgs Fastigheter - Signify - SES ===
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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September 02, 2026 01:34 ET (05:34 GMT)
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