DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Makhlouf: EZB-Leitzins oberhalb von 2,75 Prozent restriktiv
Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte ihren Leitzins nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Gabriel Makhlouf auf ein restriktives Niveau anheben, wenn es eine "signifikante Aufwärtsverschiebung der Inflationsrisiken" gibt. In einem Interview mit der Financial Times (FT) sagte der Gouverneur der irischen Zentralbank, der restriktive Bereich beginne "grob gesprochen oberhalb von 2,75 Prozent". Makhlouf rechnet nach eigenen Worten damit, dass der EZB-Rat den Leitzins in der nächsten Woche von 2,25 auf 2,50 Prozent anheben wird. "Die Entscheidung, die wir in der nächsten Woche fällen werden, wird niemanden überraschen", sagte er.
Australiens BIP-Daten deuten nicht auf erneute Konjunkturbeschleunigung hin
Das australische BIP-Wachstum habe sich im zweiten Quartal zwar beachtlich gehalten, seine Zusammensetzung deute jedoch nicht auf eine sich wieder beschleunigende Wirtschaft hin, meint Sunny Nguyen, Leiterin der Abteilung Australia Economics bei Moody's Analytics. Die privaten Investitionen seien gefallen, die Verbraucher hätten eher gespart als ausgegeben, und der Nettohandel sei nur deshalb positiv gewesen, weil die Menschen nicht mehr gereist seien, schreibt Nguyen in einer E-Mail. Obwohl Moody's in seinem Basisszenario weiterhin davon ausgehe, dass die Reserve Bank of Australia die Zinsen im September unverändert lassen werde, sehe Nguyen das Risiko einer Zinserhöhung im November als deutlich höher an.
Singapur dürfte laut Ökonomen dank KI-Welle schneller wachsen
Von der Monetary Authority of Singapore befragte Ökonomen sind optimistischer geworden, was die wirtschaftlichen Aussichten des Landes angeht. Sie prognostizieren ein schnelleres Wachstum, das von der starken Nachfrage im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) angetrieben wird. In der September-Umfrage der Zentralbank hoben die Befragten ihre Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt für 2026 auf 5,0 Prozent an. Zuvor hatten sie in der Juni-Umfrage 3,5 Prozent geschätzt. Die neue Prognose entspricht dem für 2025 verzeichneten Wachstum von 5,0 Prozent. Die Ökonomen erhöhten auch ihre Wachstumsaussichten für 2027 auf 3,1 Prozent, nach einer früheren Prognose von 2,5 Prozent.
IWF-Chefin - Risiken durch steigende Schulden und Inflation bestehen weiter
Die Weltwirtschaft habe den Schock bei der Energieversorgung zwar besser als erwartet verkraftet, doch sei dieser noch nicht ausgestanden, sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds. Die Risiken durch steigende Schulden und Inflation blieben hoch. Zum Abschluss des G20-Gipfels der Finanzchefs nannte die geschäftsführende IWF-Direktorin Kristalina Georgieva den Anstieg der weltweiten Zinssätze als besondere Sorge.
Japans Finanzpolitiker behalten Yen wegen Inflationssorgen im Blick
Japans Finanzpolitiker haben versprochen, den Yen genau im Auge zu behalten, und erklärten, dass die Stabilität des Devisenmarktes sowohl für die Inflation des Landes als auch für die Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung sei. Eine koordinierte Devisenmarktintervention "trägt dazu bei, die Stabilität der globalen Märkte und Volkswirtschaften zu unterstützen", sagte Finanzministerin Satsuki Katayama bei einer Pressekonferenz im Anschluss an den Gipfel der G20-Finanzminister.
Falke im Board der Bank of Japan fordert flexible Zinserhöhungen
Ein Mitglied des geldpolitischen Boards der Bank of Japan hat einen flexiblen Ansatz bei Zinserhöhungen gefordert. Das Inflationsziel sei nahezu erreicht und das Risiko einer Überhitzung der Preise steige. Hajime Takata sagte am Mittwoch in einer Rede vor Wirtschaftsführern in Hokkaido, dieses Jahr stelle einen "Regimewechsel" dar. Zinserhöhungen würden dabei nicht in einem festen Tempo erfolgen, sondern stattdessen "agil und datenabhängig in Reaktion auf das Preis- und Wirtschaftsumfeld im Inland und insbesondere unter Berücksichtigung der Entwicklungen im Ausland durchgeführt werden".
RBNZ hebt Zinsen erneut an - Inflationssorgen halten an
Die neuseeländische Zentralbank (Reserve Bank of New Zealand) hat die Zinsen angehoben. Sie warnte, dass für die Wirtschaft weiterhin Risiken einer höheren Inflation bestünden. Die Zentralbank erhöhte den Leitzins (Official Cash Rate) um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent, was den Markterwartungen entsprach. "Die jüngste hohe Inflation wird voraussichtlich weiterhin die Preisgestaltung beeinflussen und die Inflation hartnäckiger machen als sonst", teilte der geldpolitische Ausschuss der RBNZ mit.
USA greifen iranische Ziele an - Iran antwortet
Die USA und der Iran haben sich am Dienstag gegenseitig angegriffen. US-Präsident Donald Trump erklärte, die US-Angriffe seien als Vergeltung für den Versuch des Iran erfolgt, die Straße von Hormus am Wochenende zu verminen und amerikanische Soldaten im Nahen Osten anzugreifen. Der Iran reagierte mit dem Abfeuern von Raketen und Drohnen über den Persischen Golf. Jordanien, das auf Stützpunkten im gesamten Land US-Soldaten beherbergt, meldete nach Angaben seiner Streitkräfte das Abfangen von 13 ballistischen Raketen, die in seinen Luftraum eingedrungen waren. Auch Kuwait und Bahrain meldeten feindlichen Beschuss.
Ölpreis steigt - Spannungen zwischen USA und Iran nehmen zu
Der Ölpreis steigt im frühen asiatischen Handel angesichts der zunehmenden Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran. Die USA und der Iran haben am Dienstag das Feuer eröffnet, während sie weiter um die Kontrolle der Straße von Hormus kämpfen. Dies ist eine wichtige Wasserstraße, durch die ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird. Die "neuen US-Angriffe auf den Iran haben die Sorge vor längeren Lieferunterbrechungen geweckt", schreiben die Analysten von ANZ Research in einem Kommentar. Die Schifffahrts-"Aktivität hat aufgehört zu steigen und scheint unzureichend, um den Rückgang der gesamten Exporte und Ölströme aus dem Persischen Golf zu verhindern", fügen die Analysten hinzu. Die Futures auf WTI-Rohöl für den vorderen Monat notieren 0,5 Prozent höher bei 90,70 US-Dollar pro Barrel.
Händler zeigen laut Finanzminister Vertrauen in Kanada trotz Turbulenzen am Anleihemarkt
Der Ausverkauf bei Anleihen, der die globalen Märkte am Dienstag belastete, hat Kanada relativ unversehrt gelassen, sagte Finanzminister François-Philippe Champagne. Er fügte hinzu, dass die Regierung sich zu einem der niedrigsten Zinssätze unter den großen Industrienationen verschulden könne. Dies gebe Ottawa eine gewisse Flexibilität und Stärke, um Maßnahmen zur Unterstützung einer Wirtschaft zu planen, die mit geopolitischen Turbulenzen und einer sich verschlechternden Handelsbeziehung zu den USA zu kämpfen habe, sagte er. "Der Anleihemarkt zeigt sehr viel Vertrauen in Kanada, sowohl kurz- als auch langfristig", sagte Champagne am Dienstag am Rande eines Treffens der Finanzvertreter der G20 in North Carolina.
DJG/DJN/apo
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September 02, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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