DJ DIW hebt BIP-Prognosen für 2026 und 2027 an
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum Deutschlands im laufenden und kommenden Jahr angehoben. Wie das DIW im Rahmen seiner Herbstprognose mitteilte, rechnet es für 2026 mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,2 (Sommerprognose: 0,5) Prozent und für 2027 mit 1,0 (0,8) Prozent Wachstum. Für 2028 wird ein Zuwachs von 0,7 Prozent prognostiziert.
"Die deutsche Wirtschaft erholt sich in diesem Jahr etwas besser als gedacht, steht aber noch immer auf etwas wackligen Beinen", sagte DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik. Der Ölpreisanstieg sei trotz des Iran-Kriegs überraschend moderat ausgefallen, unter anderem weil strategische Reserven freigegeben worden seien. "Gleichzeitig wurden die Exporte durch Sonderfaktoren gestützt. Beides dürfte nicht dauerhaft tragen", gab sie zu bedenken.
Die Aussichten für die kommenden Quartale bleiben nach Einschätzung des DIW gedämpft. "Die Wirtschaftsleistung dürfte im dritten Quartal stagnieren. Hohe Energiepreise und Niedrigwasser auf wichtigen Wasserstraßen bremsen insbesondere energieintensive Branchen wie die Chemie- und Metallindustrie", prognostiziert das DIW. Gleichzeitig dürften die Belastungen aus dem Energiepreisschock erst verzögert vollständig sichtbar werden. "Vor allem die hohen Gaspreise bleiben ein Risiko für das Winterhalbjahr."
DIW-Präsident Marcel Fratzscher verwies darauf, dass 70 Prozent des für 2026 erwarteten Wachstums auf öffentlichen Konsum und öffentliche Investitionen zurückgingen. Das DIW beziffert die zusätzlichen fiskalischen Impulse für 2026 bis 2028 auf 33, 23 und 4 Milliarden Euro. "Die privaten Investitionen reichen weiterhin nicht aus, um die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit Deutschlands nachhaltig zu stärken", sagte Fratzscher.
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September 02, 2026 04:00 ET (08:00 GMT)
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