DJ MARKT USA/Hohe Marktzinsen dürften Aktien weiter belasten
Der jüngste Anstieg der Marktzinsen dürfte auch am Mittwoch dafür sorgen, dass sich die Akteure am US-Aktienmarkt mit Käufen schwer tun. Entsprechend zeichnet sich ein leichterer Handelsstart an der Wall Street ab. Nach dem falkenhaften Auftritt von US-Notenbankchef Warsh am Freitag beim Notenbankertreffen in Jackson Hole sind es aktuell aber mehr die steigenden Ölpreise, die über die damit verbundenen Inflationssorgen die Renditen der Anleihen nach oben treiben. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September wird bei 70 Prozent gesehen.
Die US-Zehnjahresrendite steigt aktuell um 1 Basispunkt auf 4,81 Prozent. Das ist das höchste Niveau nach einer kurzen Spitze im Oktober 2023, davor wurde ein derartig hohes Zinsniveau zuletzt 2007 gesehen. Die 30-Jahres-Rendite liegt mittlerweile bei 5,29 Prozent und damit auf einem 20-Jahres-Hoch, obwohl US-Finanzminister Bessent jüngst Maßnahmen angekündigt hatte, um das Renditeniveau am langen Ende zu senken. An den Finanzmärkten wird die Marke von 5 Prozent oft als psychologisch wichtig beurteilt und als Grenze, ab der eine nachhaltige Staatsfinanzierung problematisch wird.
Mit den mehrjährigen Höchstständen verringert sich die erwartete Überrendite von Aktien gegenüber sicheren Anleihen. Gerade institutionelle Anleger reagieren darauf mit der Reduzierung ihrer Aktienengagements. Zudem bedeuten langfristige hohe Renditen steigende Investitions- und Refinanzierungskosten für Unternehmen, was die Gewinnmargen belastet.
Brent-Öl zeigt sich unterdessen wenig verändert bei 94,83 Dollar, nachdem im Tageshoch aber auch schon knapp über 97 Dollar gesehen wurden. Hintergrund ist die jüngste militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran um die Öffnung der Straße von Hormus. Weiter zeichnet sich hier auf dem Verhandlungsweg kein Fortschritt ab, so dass die Passage weiter stark beeinträchtigt ist.
Konjunkturseitig steht noch vor dem Börsenstart der ADP-Arbeitsmarktbericht über die Stellenentwicklung in der US-Privatwirtschaft auf dem Kalender. Sollte er besser ausfallen als erwartet und somit für einen robusten Arbeitsmarkt sprechen, dürfte das die Marktzinsen noch weiter nach oben treiben. Ökonomen prognostizieren, dass im August 47.000 zusätzliche Stellen geschaffen wurden.
Am Aktienmarkt werden Dell mit deutlichen Gewinnen erwartet, nachdem der Server- und Computerbauer dank der guten Nachfrage nach Servern Umsatz und Gewinn deutlich steigern konnte. Vorbörslich liegen Dell rund 9 Prozent im Plus.
Das Papier des Herstellers von Software-Entwicklungstools, Gitlab, schießt sogar um knapp 20 Prozent nach oben. Hier übertraf das Quartalsergebnis die Erwartungen deutlich.
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September 02, 2026 06:20 ET (10:20 GMT)
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