DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
DIW hebt BIP-Prognosen für 2026 und 2027 an
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum Deutschlands im laufenden und kommenden Jahr angehoben. Wie das DIW im Rahmen seiner Herbstprognose mitteilte, rechnet es für 2026 mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,2 (Sommerprognose: 0,5) Prozent und für 2027 mit 1,0 (0,8) Prozent Wachstum. Für 2028 wird ein Zuwachs von 0,7 Prozent prognostiziert. "Die deutsche Wirtschaft erholt sich in diesem Jahr etwas besser als gedacht, steht aber noch immer auf etwas wackligen Beinen", sagte DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik.
Wahrscheinlichkeit für Fed-Zinserhöhung im September erreicht 70 Prozent
Anleger preisen nun eine 70-prozentige Wahrscheinlichkeit ein, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung vom 15. bis 16. September die Zinsen anhebt. Vor einer Woche lag die Wahrscheinlichkeit laut Daten der CME Group noch bei 37 Prozent. Der Anstieg der Zinserwartungen ist ein wesentlicher Treiber für den Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen. Anleger glauben zunehmend, dass Zentralbanken wie die US-Notenbank unter Handlungsdruck geraten werden, um den Preisdruck einzudämmen.
Nordea: Fed und EZB vor Serie von Zinserhöhungen
Die Federal Reserve und die Europäische Zentralbank (EZB) stehen nach Aussage von Nordea-Analysten vor einer Serie von Zinserhöhungen. "Die Fed hat sich dieses Jahr bisher zurückgehalten, aber wir rechnen damit, dass eine starke Binnenwirtschaft und eine oberhalb des Zielwerts liegende Inflation die Zentralbank im Herbst wieder zu einer Straffung ihrer Geldpolitik zwingen werden", heißt es im aktuellen Konjunkturausblick der Bank. Dagegen dürften die von der EZB zu erwartenden Zinserhöhungen von dem Druck ausgelöst werden, den die Energiepreise auf die Verbraucherpreise ausübten. "Wir erwarten, dass sich dieser Druck verbreitern und die Zentralbank für längere Zeit auf einem Zinsanhebungspfad halten wird", kalkuliert Nordea. Die Analysten prognostizieren je drei Zinserhöhungen durch Fed und EZB.
Nordea: Dänemarks Nationalbank toleriert schwächere Krone
Nordea-Analyst Jan Storup Nielsen weist darauf hin, dass die dänische Nationalbank in letzter Zeit eine leichte Abschwächung der Krone gegenüber dem Euro zulässt. Wie er in einer Analyse erläutert, erlaubt der Wechselkursmechanismus 2 eine Schwankung um die zentrale Parität von 7,46038 Kronen von 2,25 Prozent in beide Richtungen. Tatsächlich aber habe die Nationalbank den Wechselkurs seit 2000 etwas asymmetrisch gesteuert, nämlich in Richtung einer Stärke gegenüber dem Euro. Die Logik dahinter sei, dass im Ernstfall eine Schwächung der Krone für die Zentralbank leichter zu bewirken sei als eine Stärkung, da die Devisenreserven endlich seien.
Indische Zentralbank hat womöglich Spielraum für weitere Straffung
Die indische Zentralbank habe mehr Spielraum, ihren Leitzins weiter zu straffen, meint der Volkswirt der Societe Generale, Kunal Kundu. Das BIP-Wachstum Indiens von 7,8 Prozent für das jüngste Quartal zeige, dass "die Gesamtnachfrage die strafferen finanziellen und widrigen externen Bedingungen angeblich leichter als bisher angenommen absorbiert", so Kundu. Die SocGen hat ihre bisherige Prognose von zwei Zinserhöhungen der RBI um je 25 Basispunkte auf drei angehoben, womit der Repo-Satz bis Anfang 2027 von 5,25 Prozent auf 6,00 Prozent steigen würde. Die Änderung spiegele auch die revidierten Erwartungen der SocGen von drei Zinserhöhungen der Fed zwischen dem dritten Quartal 2026 und dem ersten Quartal 2027 wider, während zuvor keine Anhebungen erwartet worden waren.
Frankreichs Haushaltsdefizit sinkt weder 2026 noch 2027
Analysten von Goldman Sachs rechnen nicht mehr damit, dass sich Frankreichs Haushaltsdefizit in diesem oder im nächsten Jahr verringern wird. "Premierminister Lecornu hat eingeräumt, dass das diesjährige Defizitziel nun außer Reichweite ist, und wir erwarten, gegen Ende des Monats das genaue Ausmaß der Verfehlung zu erfahren", schreiben sie in einem Kommentar. Auch die Aussichten auf nennenswerte Fortschritte bei den Verhandlungen über den Haushalt 2027 erschienen begrenzt, da die bevorstehenden Wahlen die Bemühungen um einen Kompromiss voraussichtlich erschweren würden. Eine zusätzliche Schwierigkeit besteht nach ihrer Aussage darin, dass der Haushalt im kommenden Sommer überarbeitet werden könnte, falls die Wahlen zu einer Mehrheit im Parlament führen sollten.
+++ Konjunkturdaten +++
US/MBA Market Index Woche per 28. Aug +0,8% auf 247,3 (Vorwoche: 245,3)
US/MBA Purchase Index Woche per 28. Aug +2,2% auf 157,8 (Vorwoche: 154,4)
US/MBA Refinance Index Woche per 28. Aug -1,1% auf 732,6 (Vorwoche: 740,8)
DJG/DJN/apo
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September 02, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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