DJ MÄRKTE EUROPA/Leichter - Anstieg der Renditen macht Anleger vorsichtig
DOW JONES--An Europas Börsen geht es nach dem Rücksetzer am Dienstag weiter nach unten. Der DAX verliert am Mittwochmittag 0,6 Prozent auf 25.810 Punkte. Charttechniker erwarten weitere Verluste im DAX und sehen ihn erst ab rund 25.600 Punkten unterstützt. Der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,3 Prozent auf 6.349 Zähler nach.
Belastend wirkt weiter der Anstieg der Marktzinsen, wozu insbesondere auch der Ölpreisanstieg beiträgt, der Sorgen vor weiter zu hohen Inflationsraten schürt. Die Sorte Brent hat wieder die 95-Dollar-Marke überschritten, im Tageshoch kostete sie sogar schon über 97 Dollar, ehe der Preis wieder zurückkam. Damit rückt die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar in Sichtweite.
An den Anleihemärkten liegt die 10-jährige US-Rendite inzwischen bei 4,81 Prozent. Einige Strategen glauben, dass ein Niveau von 5 Prozent zu einem ernsten Problem für die Aktienmärkte werden könnte. Die 30-Jjahresrendite liegt bei 5,29 Prozent, auf dem höchsten Niveau seit 20 Jahren. Die deutsche Zehnjahresrendite steigt um knapp 2 Basispunkte auf 3,38 Prozent, das ist der höchste Stand seit 15 Jahren.
Die global zu hohen und weiter steigenden Inflationsraten setzen die Zentralbanken zunehmend unter Handlungsdruck. Mit Spannung wird am Nachmittag auf die Zinsentscheidung der Notenbank in Kanada geblickt. In der Nacht hat bereits die neuseeländische Notenbank die Zinsen um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent erhöht. Eine Zinsanhebung durch die EZB in der kommenden Woche gilt als ausgemacht, eine Anhebung durch die US-Notenbank auf ihrer September-Sitzung wird nach der falkenhaften Rede von Fed-Chairman Kevin Warsh mit knapp 70 Prozent eingepreist.
"Die Stimmung unter den Investoren ist nicht grundsätzlich schlecht, sie werden nur vorsichtiger und schaffen Liquidität", kommentieren die Marktexperten von CMC.
Am Nachmittag stehen aus den USA die ADP-Arbeitsmarktdaten auf dem Programm zu den neu geschaffenen Stellen in der US-Privatwirtschaft. Erwartet wird für August ein Stellenaufbau von 47.000. Zu gute Daten könnten die Marktzinsen noch weiter nach oben treiben, heißt es, nachdem Fed-Chef Warsh gerade erst den robusten Zustand des Arbeitsmarktes betonte.
Finanzwerte führen die Gewinnerliste in Europa mit einem Plus des Branchenindex von 0,3 Prozent an. Banken und Versicherer gelten als Profiteure eines höheren Renditeniveaus an den Anleihemärkten. Deutsche Bank legen mit einer Hochstufung auf Kaufen durch Goldman Sachs mit 0,8 Prozent etwas stärker zu.
Abwärts geht es mit Aktien der als besonders kapitalintensiv geltenden Versorger. Der Stoxx-Subindex sinkt um 1,1 Prozent. Um 0,7 Prozent geht es für den Index der ebenfalls stärker zinsreagiblen Immobilienaktien nach unten. Schlusslicht sind die zuletzt nach günstigen Konjunkturdaten stabilen Autoaktien mit einem Abschlag von 1,3 Prozent. Hier drücken laut Händlern schwache Absatzzahlen von Volvo auf die Stimmung. Sie führen erneut die Absatzprobleme in den USA und vor allem China vor Augen. Volvo fallen um 4,3 Prozent.
Tagesgewinner im DAX sind Adidas. Sie verteuern sich nach einer Hochstufung durch Barclays um 1,2 Prozent. Schlusslicht sind Zalando mit einem Minus von 4,5 Prozent. Goldman Sachs hat die Aktie von der Favoritenliste gestrichen. Für Gea geht es um 2,6 Prozent nach unten. Belastend wirkt eine Platzierung von 5 Millionen Aktien aus dem Besitz der Kuwait Investment Authority.
Im MDAX legen Hugo Boss um 0,5 Prozent zu und reagieren damit nicht auf das überraschende Ende des Aktienrückkaufprogramms. Das Programm wird wegen der Übernahmeabsicht des größten Aktionärs, Frasers Group, eingestellt.
Für Ryanair geht es gegen den breiten Markt und trotz der Ölpreisproblematik um 0,8 Prozent nach oben. Die Airline hat die Kapazitätsprognose für das laufende Jahr gesenkt. Damit soll das Risiko nicht abgesicherter Kerosinkosten reduziert werden. Die Analysten von Davy werten die Ankündigung daher positiv. Durch die Maßnahme dürften sich die Verluste im Winter um 70 bis 100 Millionen Euro verringern.
Nestle büßen 0,9 Prozent ein, obgleich der Verkauf des Geschäfts mit Vitaminen, Nahrungsergänzungsmitteln und Mineralstoffen für 1 Milliarde Dollar im Handel positiv beurteilt wird. Die Analysten von JP Morgan rechnen allerdings auch mit einer minimalen Gewinnverwässerung.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.349,34 -0,3 -19,64 6.368,98 9,6 Stoxx-50 5.392,87 -0,3 -16,89 5.409,76 9,7 DAX 25.810,43 -0,6 -159,68 25.970,11 5,4 MDAX 31.783,98 -1,2 -389,28 27.039,42 3,8 TecDAX 3.987,77 -0,9 -37,08 3.091,28 10,1 SDAX 18.460,67 -1,4 -269,77 13.062,07 7,5 FTSE 10.739,73 -0,5 -49,55 10.789,28 8,1 CAC 8.264,54 -0,5 -37,31 8.301,85 1,4 SMI 14.301,28 -0,2 -33,51 14.334,79 7,8 ATX 6.739,61 -0,3 -18,58 6.758,19 26,5 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:15 Uhr EUR/USD 1,1576 -0,1 -0,0016 1,1592 1,1595 EUR/JPY 185 -0,4 -0,6700 185,67 185,5900 EUR/CHF 0,9432 +0,3 0,0026 0,9406 0,9408 EUR/GBP 0,8581 +0,1 0,0004 0,8577 0,8566 USD/JPY 159,79 -0,2 -0,3800 160,17 160,0400 GBP/USD 1,3486 -0,2 -0,0029 1,3515 1,3529 USD/CNY 6,7216 +0,0 0,0014 6,7202 6,7202 USD/CNH 6,7223 0,0 0,0002 6,7221 6,7213 AUS/USD 0,7136 -0,1 -0,0008 0,7144 0,7154 Bitcoin/USD 76.446,84 -1,3 -981,91 77.428,75 77.804,24 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 89,77 -0,5 -0,45 90,22 Brent/ICE 94,63 -0,0 -0,02 94,65 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.316,58 -0,3 -12,02 4.328,60 Silber 64,01 -0,4 -0,24 64,25 Platin 1.724,89 -0,9 -15,28 1.740,17 (Angaben ohne Gewähr)
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September 02, 2026 07:58 ET (11:58 GMT)
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