DJ HWWI erhöht BIP-Wachstumsprognose 2026 auf 1,2 Prozent
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Die deutsche Wirtschaft hat sich aus Sicht des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) trotz geopolitischer Belastungen und einer verhaltenen Stimmung zuletzt besser entwickelt als erwartet. Nach einem robusten ersten Halbjahr zeichne sich eine schrittweise Erholung ab, erklärte das Institut. Die Konjunkturexperten erhöhten ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 1,2 (zuvor: 0,7) Prozent und bestätigten ihre Prognose für 2027 bei 1,3 Prozent.
Als stützende Faktoren nennt das HWWI die gestiegene Wirtschaftsleistung sowie positive Signale bei Konjunktur- und Klimaindikatoren. Das preis- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt verzeichnete in der ersten Jahreshälfte ein Plus von 0,75 Prozent gegenüber dem Vorzeitraum und 1,5 Prozent auf Jahresbasis. Zudem seien mit der bereits in Kraft getretenen Gesundheitsreform sowie Entwürfen für eine Renten- und Steuerreform wichtige politische Vorhaben auf den Weg gebracht worden.
Allerdings spiegelt sich dieser Stimmungsumschwung nach Einschätzung der Experten noch nicht vollständig in der öffentlichen Meinung wider, und die weiterhin schwache private Investitionstätigkeit verdeutliche den anhaltenden Bedarf an Strukturreformen.
Anhaltende Risiken gehen weiterhin vom Iran-Krieg und der Störung der Straße von Hormus aus. Zudem könnten bevorstehende Landtagswahlen die Arbeit der Bundesregierung und den weiteren Reformprozess erschweren. Das HWWI geht jedoch davon aus, dass die Regierungskoalition ihre Arbeit fortsetzt und ein dauerhafter, drastischer Anstieg der Energiepreise trotz aktueller Schwankungen beim Ölpreis unwahrscheinlich bleibt. Unter diesen Rahmenbedingungen dürfte sich die Konjunktur zunächst leicht und im kommenden Jahr - gestützt auf eine Deeskalation des Iran-Konflikts und die Umsetzung der Reformen - stärker aufwärtsentwickeln.
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September 02, 2026 08:19 ET (12:19 GMT)
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