VILNIUS (dpa-AFX) - Die Nato muss nach Ansicht von Litauens Verteidigungsminister Robertas Kaunas eine angemessene Gegenreaktion auf die Gefahr durch russische hybride Angriffe finden. "Aktuell stehen wir vor dem Problem, dass Russland sich nicht ändern wird. Das bedeutet, dass wir als Nato-Organisation in der Lage sein müssen, die Bedrohungen in der Grauzone, mit denen wir heute konfrontiert sind, zu bekämpfen und ihnen mit einer gleichwertigen Antwort zu begegnen", sagte Kaunas litauischen Medienberichten zufolge in Vilnius. Die Nato-Staaten müssten eine gemeinsame Antwort auf derartige Bedrohungen vorbereiten.
Litauens Verteidigungsminister äußerte sich mit Blick auf den gescheiterten Anschlag mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Leipziger Flughafen, für den die Bundesregierung Russland verantwortlich macht. Auf die Frage, warum die Nato im Zusammenhang mit dem Vorfall nicht Artikel 4 aktiviert habe, sagte Kaunas, dass Deutschland Russland eindeutig als Aggressor identifiziert habe. Artikel 4 des Nato-Vertrags sieht Beratungen der Verbündeten vor, wenn sich ein Nato-Staat für von außen gefährdet erklärt. Die Regierung in Vilnius hatte zuvor ihre uneingeschränkte Solidarität mit Deutschland bekundet./awe/DP/jha
