FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben sich am Mittwoch kaum bewegt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future lag wenig verändert bei 122,64 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg aber zeitweise bis auf 3,39 Prozent. Sie erreichte so den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren. Die Renditen hatten an den vergangenen Tagen einen Höhenflug hingelegt.
Analysten der Dekabank sehen in den höheren Ölpreisen einen wichtigen Treiber für die Renditen. Zur Wochenmitte sind die Ölpreise gestiegen, was die Inflationserwartungen erhöht. Eine nachhaltige Öffnung der Straße von Hormus ist nicht in Sicht.
Die USA flogen den zweiten Tag in Folge Angriffe auf den Iran. Durch den Krieg und die Blockade der Straße von Hormus ist ein großer Teil der weltweiten Lieferungen an Erdgas ausgefallen. Das US-Militär attackierte nach eigenen Angaben in der Nacht Luftabwehrstellungen und Radarsysteme der iranischen Revolutionsgarden sowie Gerät zum Verlegen von Seeminen. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Jordanien, Kuwait und Bahrain. Präsident Donald Trump spielte die Chancen auf eine Einigung zur Beendigung des seit mehr als sechs Monaten andauernden Krieges herunter.
Verbesserte Aussichten für die deutsche Wirtschaft bewegten den Anleihemarkt kaum. Sie wird nach Einschätzung der Bundesbank 2026 deutlich stärker wachsen als bisher prognostiziert. Auf Grundlage der ersten beiden Quartale sei Deutschland "auf dem besten Weg, in diesem Jahr etwa ein Prozent zu erreichen, was deutlich besser ist als unsere Prognose vom Juni", sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel der französischen Tageszeitung "Le Monde". Im Juni hatte die Bundesbank für das laufende Jahr preis- und kalenderbereinigt 0,5 Prozent Plus vorhergesagt./jsl/he
