
© Foto: Redaktion – mithilfe von KI generiertes Symbolbild
BYD hat geliefert, zumindest ein bisschen. Der Gewinn im zweiten Quartal ist kräftig nach oben gesprungen, doch ganz rund läuft es immer noch nicht, denn zuhause in China wird der Ton und auch die Lage rauer und härter. Der Preiskampf mit der Konkurrenz frisst an den Margen. Scheinbare Rettung kommt von draußen, da der Export brummt wie nie, aber an der Börse hinterlässt das gemischte Gefühle. Der Kurs tut sich nach wie vor schwer, wichtige Marken zu knacken. Wir zeigen, wo BYD gerade steht und wo die Zukunft liegen könnte!
Export rettet die Bilanz
Im zweiten Quartal 2026 hat BYD den Nettogewinn um 30 Prozent auf 8,2 Milliarden Yuan gesteigert. Das klingt gut, war aber weniger, als viele erwartet hatten. Analysten hatten mit einem Plus von fast 48 Prozent gerechnet. Der Umsatz gab sogar leicht nach, auf rund 194,6 Milliarden Yuan. Damit zeigt sich, dass die Erholung da ist, aber sie fällt schwächer aus. Im gesamten ersten Halbjahr sieht die Sache so aus, dass Umsatz und Gewinn unter dem Vorjahr liegen, denn der Preiskrieg in China zehrt an der Substanz. Was den Konzern trägt, ist das Auslandsgeschäft. Die Exporte legten um über 70 Prozent zu, in Ungarn entsteht eine neue Fabrik, in Brasilien läuft die Lokalproduktion an. Europa und Lateinamerika werden immer wichtiger für BYD. Nebenbei treibt der Konzern die Diversifikation voran und mit dem Luxusmodell Da Han zielt BYD auf margenstärkere Kundschaft. Parallel wird an einem humanoiden Roboter für Showrooms gebastelt. Dazu kommen ein Sponsoring-Deal mit Paris Saint-Germain und der erneute Sprung in die Fortune-Global-500-Liste. BYD will offenbar nicht nur vom Auto leben.

Charttechnik
Der Kurs zeigt sich zuletzt recht wackelig. Erst war die Aktie bis über den 50er SMA und sogar in Richtung des 200er SMA herangelaufen. Das waren mehr als nur ein Hoffnungszeichen für die Bullen, das war der Geschmack des großen Turnarounds. Inzwischen ist davon wenig übrig. Der Kurs ist wieder unter beide wichtigen Durchschnittslinien gerutscht. Damit fehlt aktuell die charttechnische Bestätigung für eine echte Trendwende. Erst ein nachhaltiger Sprung über die Marke von 10,41 Euro, noch besser 10,50 Euro, würde den Aufwärtstrend auf allen Zeitebenen bestätigen. Bis dahin bleibt der Chart wacklig und liefert mehr Fragen als Antworten.
Was tun?
Die Zahlen von BYD zeigen zwar erste Erholungstendenzen, blieben aber hinter den hohen Erwartungen zurück. Der Heimatmarkt bleibt eine Belastung, während das Auslandsgeschäft für Fantasie sorgt. Charttechnisch fehlt der Befreiungsschlag, solange die Aktie unter den beiden gleitenden Durchschnitten hängt. Die jüngsten Unternehmensnachrichten, von der Modelloffensive bis zur internationalen Expansion, sprechen für langfristiges Potenzial. Kurzfristig bleibt die Lage aber angespannt. Wer investiert ist, kann die Position weiter beobachten, einen Stopp für den Notfall setzen und/oder auf ein Signal über 10,41 Euro, bzw. 10,50 Euro warten. Neueinsteiger sollten sich überlegen, ob nicht warten auf ein charttechnisch besseres Bild der bessere Weg ist.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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