DJ VCI sieht 2026 preisbedingt steigende Umsätze, aber weiter rückläufige Produktion
DOW JONES--Eine leichte Belebung der Industriekonjunktur, aber vor allem Vorratskäufe infolge des Nahostkonflikts haben im zweiten Quartal zu einer spürbaren Steigerung der Einnahmen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland geführt. Höhere Erzeugerpreise spielten dabei eine Hauptrolle, sie dürften den Umsatz auch im Gesamtjahr stützten, erklärte der Branchenverband VCI in seinem jüngsten Quartalsbericht.
So rechnet der VCI für 2026 nun mit einem Plus von 2,5 Prozent beim Branchenumsatz, erwartet aber wie bisher einen Rückgang der Produktion von Chemie und Pharma um 1,5 Prozent. Bisher hatte der VCI keine Umsatzprognose abgegeben.
Die weiterhin schwache Auslastung (im zweiten Quartal lag sie bei 73,2 Prozent), der hohe Kostendruck und eine verhaltene Industriekonjunktur dürften die Geschäfte im zweiten Halbjahr weiter belasten, dämpfte der VCI die Erwartungen.
In den Monaten April bis Juni ist der Branchenumsatz um 7,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 54,5 Milliarden Euro gestiegen. Zwar wuchs auch die Produktion um 2,4 Prozent in Quartalssicht (und nur um 0,9 Prozent zum Vorjahr), vor allem aber trug ein Schub der Erzeugerpreise von 5,7 Prozent zum Vorquartal zum Umsatzwachstum bei.
Eine grundlegende Besserung der Lage sieht der Verband der Chemischen Industrie indessen nicht. "Vorratskäufe und geopolitische Verwerfungen sind keine Trendwende", sagte VCI-Präsident Markus Steilemann. "Die alten Probleme haben sich nicht in Luft aufgelöst."
Wegen des Nahostkonflikts hatten viele Unternehmen im Frühjahr ihre Lager aufgestockt. Deutsche und europäische Hersteller profitierten davon auch angesichts von zeitweise schweren Lieferkettenproblemen der Konkurrenz aus Asien und dem Nahen Osten.
Im Juni kehrte sich die Entwicklung in vielen Chemiesparten laut VCI bereits wieder um. Auftragseingang und Umsatz gingen zurück, und die Produktion wurde zurückgefahren.
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September 03, 2026 02:37 ET (06:37 GMT)
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