DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
VDMA: Auftragsplus für Maschinenbau im Juli
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist mit einem Zuwachs beim Auftragseingang in die zweite Jahreshälfte gestartet. Wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte, stiegen die Bestellungen im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 2 Prozent. Während das Inlandsgeschäft abermals enttäuschte und hier ein Auftragsminus von 3 Prozent verzeichnet wurde, kamen die Wachstumsimpulse aus dem Ausland. Die Auslandsbestellungen legten insgesamt um 4 Prozent zu. Dabei steuerten die Nicht-Euro-Länder ein Orderplus von 5 Prozent bei, während die Orders aus den Euro-Partnerländern um 1 Prozent zulegten.
Schweizer Inflation springt wegen höherer Energiepreise an
Die Schweizer Inflation ist im August stark gestiegen und hat damit einen mehrmonatigen Trend des nachlassenden Preiswachstums umgekehrt. Erneute Spannungen im Nahen Osten haben die globalen Energiekosten in die Höhe getrieben. Die jährliche Inflationsrate lag bei 0,8 Prozent, verglichen mit 0,4 Prozent im Juli, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. Dies ist der höchste Inflationsstand seit 2024. Laut BFS sei der Anstieg auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter höhere Preise für Benzin, Diesel und Heizöl sowie steigende Wohnungsmieten.
Beige Book signalisiert moderates Wachstum und Preissteigerungen
Die gesamtwirtschaftliche Aktivität in den USA ist laut einem Bericht der US-Notenbank moderat gestiegen. Die Verbraucher zeigten sich bei ihren Einkäufen zunehmend preissensibel. Zehn der zwölf Distrikte der US-Notenbank meldeten dem Beige Book zufolge ein leichtes bis moderates Wachstum. In diesem Konjunkturbericht werden anekdotische Informationen über die aktuelle Wirtschaftslage in den zwölf Bezirken der US-Notenbank gesammelt. Insgesamt sei der allgemeine Ausblick für die kommenden Monate positiv, die Stimmung sei jedoch uneinheitlich geblieben. Grund dafür sei die Unsicherheit angesichts höherer Energiepreise infolge des andauernden Konflikts im Nahen Osten.
Starke Arbeitsmarktdaten könnten US-Notenbank zu Zinserhöhung drängen
Die US-Notenbank dürfte im Basisszenario von Russell Investments in diesem Jahr stillhalten, schreibt der leitende Anlagestratege BeiChen Lin in einer Research Note. "Aber sollte der Stellenaufbau deutlich stärker ausfallen als von der Konsensprognose erwartet (z.B. mehr als doppelt so hoch), könnte dies die US-Notenbank veranlassen, Zinserhöhungen stärker in Betracht zu ziehen, wenn die Inflation nicht mitspielt", sagt er im Vorfeld der Arbeitsmarktdaten vom Freitag. "Wenn wir alle Arbeitsmarktdaten, die in dieser Woche veröffentlicht werden, abgleichen, erwarten wir, dass der Arbeitsmarkt eher lauwarm sein wird als kochend heiß oder eiskalt. Und das wären gute Nachrichten für die US-Notenbank", sagt er. Russell Investments sieht entlang der gesamten Zinskurve gute Anlagechancen bei US-Staatsanleihen.
Anleihemarkt erledigt zum Teil die Arbeit der US-Notenbank
Der Anleihemarkt habe gewissermaßen die Arbeit der US-Notenbank erledigt, schreibt Natalia Lojevsky von CIFC Asset Management in einem Kommentar. Die Rendite zweijähriger Staatsanleihen notiere seit einiger Zeit deutlich über dem Leitzins der US-Notenbank, und "das ist an sich schon eine Geschichte der Fed-Politik", so die geschäftsführende Direktorin. Es sei auch interessant zu sehen, dass eine geldpolitische Konvergenz stattfinde, nicht nur die Geschichte mit den Anleihen, meint sie. "Es sind die Fed und die Märkte, die eine, wie hoch ist sie jetzt, 60-prozentige [Chance] auf eine Zinserhöhung im September einpreisen", sagt sie. Die Rendite der zweijährigen Staatsanleihe fällt laut Tradeweb um 1,9 Basispunkte auf 4,366 Prozent.
RBA nach BIP-Daten vor weiterer Zinserhöhung
Das solide BIP-Wachstum Australiens im zweiten Quartal hat die Tür für eine weitere Zinserhöhung geöffnet, meint Jonathan Kearns, Ökonom bei Challenger. Das Wachstum sei breit angelegt und werde von Konsum, Wohnungsbauinvestitionen, öffentlichen Ausgaben und Exporten getragen, sagt er. Da es jedoch kein Produktivitätswachstum gebe, müssten die Arbeitskosten sinken, um die Inflation zu senken. Das bedeute, dass die RBA erneut die Zinsen anheben müsse, so Kearns, ein ehemaliger leitender Manager bei der RBA. Australiens Wachstum des Pro-Kopf-BIP liege weit hinter dem führender Länder zurück, und es müsse sich etwas verbessern, fügt Kearns hinzu.
Chinesischer Indikator signalisiert Expansion im Dienstleistungssektor
Ein privater Indikator hat gezeigt, dass die Aktivität im chinesischen Dienstleistungssektor im August schneller expandierte. Damit erholte sie sich von einer starken Verlangsamung im Juli. Gründe hierfür waren ein schnelleres Wachstum des Neugeschäfts und stärkere Einstellungen in der Branche. Der von S&P Global erstellte Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor von RatingDog stieg laut den am Donnerstag veröffentlichten Daten im August auf 51,4 von 50,4 im Juli. Der private Indikator deutete auf ein besseres Ergebnis hin als der offizielle Indikator, der eine gegenüber dem Vormonat unveränderte Dienstleistungsaktivität auswies.
PMI für Japan zeigt starken Kostendruck - Argumente für Zinserhöhung erhärten sich
Der Kostendruck bleibt ein zentrales Anliegen für japanische Unternehmen, wie aus den PMI-Daten von S&P Global hervorgeht. Dies ist ein weiteres Signal dafür, dass das inflationäre Umfeld eine geldpolitische Straffung begünstigt. Die Inputkosten stiegen sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor weiterhin stark an, obwohl die Inflation von ihren jüngsten Höchstständen nachgelassen habe, meint Annabel Fiddes von S&P Global Market Intelligence. Der Krieg im Nahen Osten und die damit verbundenen Lieferunterbrechungen sowie die Schwäche des Yen hätten den Kostenanstieg vorangetrieben. Der starke Kostendruck im August habe zum schnellsten Anstieg der Verkaufspreise für Waren und Dienstleistungen seit Beginn der Erhebung der Gesamtdatenreihe vor fast zwei Jahrzehnten geführt, so Fiddes.
Taiwans Zentralbank dürfte Leitzins im September anheben
Taiwans Zentralbank dürfte den Leitzins im September anheben, wie BofA Securities in einer Research Note schreibt. "Eine Währungsaufwertung dürfte eine Zinserhöhung kurzfristig kaum ersetzen, da der Neue Taiwan-Dollar schwächer als vor einem Jahr bleibe und ein Durchschlagen auf die Inflation Zeit in Anspruch nehmen würde", so die Bank. Die taiwanische Zentralbank habe zudem nur begrenzten Spielraum, sich auf eine schnelle Aufwertung des Neuen Taiwan-Dollars zu verlassen. BofA erwartet, dass die taiwanische Zentralbank ihren Leitzins im September um 12,5 Basispunkte anheben wird.
USA verlängern Iran-Einsatz bis 2027 - Militär droht Überlastung - Kreise
Als die USA vor sechs Monaten ihre Kampagne gegen den Iran starteten, versprach Verteidigungsminister Pete Hegseth einen schnellen, entscheidenden Schlag. Dieser sollte eine lange Verstrickung vermeiden. Nun verlängert er im Stillen die Truppeneinsätze. Dies ist ein Zeichen dafür, dass sich der Konflikt bis weit in das nächste Jahr hineinziehen könnte, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten. Dies ist Teil einer unbefristeten Militärstrategie. Sie soll Präsident Donald Trump Optionen in dem Krieg geben, sagten die Personen.
DJG/DJN/apo
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September 03, 2026 03:04 ET (07:04 GMT)
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