Schwerin (ots) -
In den Schulen zeigt sich immer deutlicher, dass Kinder mit ganz normalen Alltagssituationen kämpfen: Sie tun sich schwer damit, zu warten, zuzuhören, sich selbst zu organisieren oder Konflikte auszuhalten. Dahinter steckt nicht nur das Smartphone. Auch zu viel Hilfe kann Kinder schwächen. Wenn Eltern jedes Hindernis wegräumen und jeden Frust sofort abfedern, fehlt Kindern ein wichtiges Training fürs Leben.
Wer sein Kind vor jedem unangenehmen Gefühl schützt, nimmt ihm auch die Chance, daran zu wachsen. Hier erfahren Sie, warum gut gemeinte Fürsorge Kinder unselbstständig machen kann und welche Grenzen Kinder wirklich stärken.
Wenn Kinder kaum noch Frust aushalten
Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder möglichst glücklich aufwachsen und negative Erfahrungen vermeiden können. Genau darin liegt jedoch ein Risiko, denn Enttäuschungen, Langeweile oder kleinere Misserfolge gehören zur Entwicklung dazu. Fehlen diese Erfahrungen dauerhaft, bleiben wichtige Fähigkeiten auf der Strecke.
Besonders auffällig ist aus psychologischer Sicht eine sinkende Frustrationstoleranz. Manche Kinder geben bereits auf, wenn etwas nicht sofort gelingt, reagieren sehr impulsiv auf Wartezeiten oder erleben Langeweile als kaum auszuhaltenden Zustand. Gleichzeitig fällt es vielen schwer, sich ohne äußere Beschäftigung selbst zu organisieren. Hinzu kommt, dass einige Kinder Schwierigkeiten haben, sich in Gruppen zurückzunehmen oder die Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen. Dahinter steckt meist kein mangelnder Wille, sondern fehlende Übung im Umgang mit Situationen, in denen sich nicht alles nach den eigenen Vorstellungen entwickelt.
Warum zu viel Hilfe das Gegenteil bewirken kann
Eltern greifen häufig aus Liebe ein. Sie möchten Enttäuschungen verhindern, Konflikte lösen oder ihrem Kind schwierige Erfahrungen ersparen. Psychologisch kann genau dieses Verhalten jedoch eine unbeabsichtigte Botschaft vermitteln: Du schaffst das nicht allein. Dadurch wird nicht das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt, sondern geschwächt.
Für die Entwicklung eines Kindes ist dagegen entscheidend, Selbstwirksamkeit zu erleben - also die Erfahrung zu machen, Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Dieses Vertrauen entsteht nicht durch Erklärungen, sondern indem Kinder Schwierigkeiten selbst meistern. Wer dagegen bei jedem Problem sofort Unterstützung erhält, sammelt diese Erfahrungen kaum.
Die Folgen zeigen sich häufig erst viele Jahre später. Erwachsene, denen belastende Situationen in der Kindheit weitgehend abgenommen wurden, fühlen sich bei Rückschlägen oft schneller hilflos, vermeiden schwierige Entscheidungen oder geben früh auf. Nicht mangelnde Begabung ist dann das Problem, sondern fehlende Übung im Umgang mit Widerständen.
Unterstützung heißt nicht, jedes Problem zu lösen
Entscheidend ist deshalb nicht, wie viel Fürsorge Eltern zeigen, sondern wie sie diese gestalten. Liebevolle Unterstützung bedeutet, ein Kind zu begleiten, ohne ihm jede Schwierigkeit abzunehmen.
Fällt ein Kind beispielsweise beim Fahrradfahren hin, braucht es zunächst Trost und Sicherheit. Anschließend sollte es jedoch die Möglichkeit erhalten, selbst wieder aufzusteigen und weiterzufahren. So lernt es, dass Rückschläge zum Leben gehören und überwunden werden können. Wird das Fahrrad dagegen sofort zur Seite gestellt und die Situation beendet, bleibt vor allem die Erfahrung zurück, dass Schwierigkeiten möglichst vermieden werden sollten.
Ein hilfreicher Maßstab kann deshalb die Frage sein, wem das Eingreifen in diesem Moment eigentlich hilft: dem Kind oder den eigenen Sorgen der Eltern. Oft fällt es Erwachsenen schwerer, den Frust ihres Kindes auszuhalten, als dem Kind selbst.
Widerstandskraft entsteht im Alltag
Emotionale Stärke entwickelt sich nicht in außergewöhnlichen Situationen, sondern im täglichen Leben. Kinder lernen Konflikte nur, indem sie Konflikte erleben und lösen. Selbstregulation entsteht dadurch, dass starke Gefühle nicht sofort verschwinden, sondern ausgehalten werden. Auch Kreativität und Problemlösefähigkeit wachsen häufig genau dann, wenn Langeweile nicht unmittelbar mit Unterhaltung gefüllt wird.
Eltern können diese Entwicklung fördern, indem sie bewusst etwas mehr Geduld zeigen. Wer zunächst beobachtet, statt sofort einzugreifen, gibt seinem Kind die Chance, eigene Lösungen zu finden. Ebenso hilfreich ist es, Gefühle ernst zu nehmen, ohne sie sofort beseitigen zu wollen. Sätze wie "Ich sehe, dass du gerade wütend bist" vermitteln Verständnis, ohne dem Kind die Erfahrung abzunehmen. Auch natürliche Konsequenzen dürfen ihren Platz haben. Vergisst ein Kind beispielsweise seine Hausaufgaben, kann genau diese Erfahrung ein wichtiger Lernmoment sein.
Kinder brauchen deshalb nicht möglichst wenige Herausforderungen, sondern einen sicheren Rahmen, in dem sie ihnen begegnen können. Gerade das Erleben kleiner Rückschläge schafft die Grundlage dafür, später auch mit größeren Belastungen selbstbewusst umgehen zu können. Langfristig stärkt nicht das Ausweichen vor Schwierigkeiten, sondern die Erfahrung, sie aus eigener Kraft bewältigen zu können.
Über Ramón Schlemmbach:
Ramón Schlemmbach ist klinischer Psychologe (M.Sc.), systemischer Paartherapeut und Heilpraktiker für Psychotherapie. Mit seinem Coaching-Programm "Geprägt! Aber richtig" unterstützt er Erwachsene dabei, emotionale Altlasten aus der Kindheit zu erkennen und nachhaltig zu verändern. Durch seine strukturierte Online-Arbeit hat er bereits über 1.300 Klient*innen geholfen, ein erfüllteres Leben zu führen. Mehr Informationen unter: https://ramon-schlemmbach.de/
Pressekontakt:
Ruben Schäfer
E-Mail: redaktion@dcfverlag.de
Schlemmbach Coaching GmbH
Vertreten durch: Ramón Schlemmbach
https://ramon-schlemmbach.de/
Original-Content von: Schlemmbach Coaching GmbH, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/180106/6344774
In den Schulen zeigt sich immer deutlicher, dass Kinder mit ganz normalen Alltagssituationen kämpfen: Sie tun sich schwer damit, zu warten, zuzuhören, sich selbst zu organisieren oder Konflikte auszuhalten. Dahinter steckt nicht nur das Smartphone. Auch zu viel Hilfe kann Kinder schwächen. Wenn Eltern jedes Hindernis wegräumen und jeden Frust sofort abfedern, fehlt Kindern ein wichtiges Training fürs Leben.
Wer sein Kind vor jedem unangenehmen Gefühl schützt, nimmt ihm auch die Chance, daran zu wachsen. Hier erfahren Sie, warum gut gemeinte Fürsorge Kinder unselbstständig machen kann und welche Grenzen Kinder wirklich stärken.
Wenn Kinder kaum noch Frust aushalten
Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder möglichst glücklich aufwachsen und negative Erfahrungen vermeiden können. Genau darin liegt jedoch ein Risiko, denn Enttäuschungen, Langeweile oder kleinere Misserfolge gehören zur Entwicklung dazu. Fehlen diese Erfahrungen dauerhaft, bleiben wichtige Fähigkeiten auf der Strecke.
Besonders auffällig ist aus psychologischer Sicht eine sinkende Frustrationstoleranz. Manche Kinder geben bereits auf, wenn etwas nicht sofort gelingt, reagieren sehr impulsiv auf Wartezeiten oder erleben Langeweile als kaum auszuhaltenden Zustand. Gleichzeitig fällt es vielen schwer, sich ohne äußere Beschäftigung selbst zu organisieren. Hinzu kommt, dass einige Kinder Schwierigkeiten haben, sich in Gruppen zurückzunehmen oder die Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen. Dahinter steckt meist kein mangelnder Wille, sondern fehlende Übung im Umgang mit Situationen, in denen sich nicht alles nach den eigenen Vorstellungen entwickelt.
Warum zu viel Hilfe das Gegenteil bewirken kann
Eltern greifen häufig aus Liebe ein. Sie möchten Enttäuschungen verhindern, Konflikte lösen oder ihrem Kind schwierige Erfahrungen ersparen. Psychologisch kann genau dieses Verhalten jedoch eine unbeabsichtigte Botschaft vermitteln: Du schaffst das nicht allein. Dadurch wird nicht das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt, sondern geschwächt.
Für die Entwicklung eines Kindes ist dagegen entscheidend, Selbstwirksamkeit zu erleben - also die Erfahrung zu machen, Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Dieses Vertrauen entsteht nicht durch Erklärungen, sondern indem Kinder Schwierigkeiten selbst meistern. Wer dagegen bei jedem Problem sofort Unterstützung erhält, sammelt diese Erfahrungen kaum.
Die Folgen zeigen sich häufig erst viele Jahre später. Erwachsene, denen belastende Situationen in der Kindheit weitgehend abgenommen wurden, fühlen sich bei Rückschlägen oft schneller hilflos, vermeiden schwierige Entscheidungen oder geben früh auf. Nicht mangelnde Begabung ist dann das Problem, sondern fehlende Übung im Umgang mit Widerständen.
Unterstützung heißt nicht, jedes Problem zu lösen
Entscheidend ist deshalb nicht, wie viel Fürsorge Eltern zeigen, sondern wie sie diese gestalten. Liebevolle Unterstützung bedeutet, ein Kind zu begleiten, ohne ihm jede Schwierigkeit abzunehmen.
Fällt ein Kind beispielsweise beim Fahrradfahren hin, braucht es zunächst Trost und Sicherheit. Anschließend sollte es jedoch die Möglichkeit erhalten, selbst wieder aufzusteigen und weiterzufahren. So lernt es, dass Rückschläge zum Leben gehören und überwunden werden können. Wird das Fahrrad dagegen sofort zur Seite gestellt und die Situation beendet, bleibt vor allem die Erfahrung zurück, dass Schwierigkeiten möglichst vermieden werden sollten.
Ein hilfreicher Maßstab kann deshalb die Frage sein, wem das Eingreifen in diesem Moment eigentlich hilft: dem Kind oder den eigenen Sorgen der Eltern. Oft fällt es Erwachsenen schwerer, den Frust ihres Kindes auszuhalten, als dem Kind selbst.
Widerstandskraft entsteht im Alltag
Emotionale Stärke entwickelt sich nicht in außergewöhnlichen Situationen, sondern im täglichen Leben. Kinder lernen Konflikte nur, indem sie Konflikte erleben und lösen. Selbstregulation entsteht dadurch, dass starke Gefühle nicht sofort verschwinden, sondern ausgehalten werden. Auch Kreativität und Problemlösefähigkeit wachsen häufig genau dann, wenn Langeweile nicht unmittelbar mit Unterhaltung gefüllt wird.
Eltern können diese Entwicklung fördern, indem sie bewusst etwas mehr Geduld zeigen. Wer zunächst beobachtet, statt sofort einzugreifen, gibt seinem Kind die Chance, eigene Lösungen zu finden. Ebenso hilfreich ist es, Gefühle ernst zu nehmen, ohne sie sofort beseitigen zu wollen. Sätze wie "Ich sehe, dass du gerade wütend bist" vermitteln Verständnis, ohne dem Kind die Erfahrung abzunehmen. Auch natürliche Konsequenzen dürfen ihren Platz haben. Vergisst ein Kind beispielsweise seine Hausaufgaben, kann genau diese Erfahrung ein wichtiger Lernmoment sein.
Kinder brauchen deshalb nicht möglichst wenige Herausforderungen, sondern einen sicheren Rahmen, in dem sie ihnen begegnen können. Gerade das Erleben kleiner Rückschläge schafft die Grundlage dafür, später auch mit größeren Belastungen selbstbewusst umgehen zu können. Langfristig stärkt nicht das Ausweichen vor Schwierigkeiten, sondern die Erfahrung, sie aus eigener Kraft bewältigen zu können.
Über Ramón Schlemmbach:
Ramón Schlemmbach ist klinischer Psychologe (M.Sc.), systemischer Paartherapeut und Heilpraktiker für Psychotherapie. Mit seinem Coaching-Programm "Geprägt! Aber richtig" unterstützt er Erwachsene dabei, emotionale Altlasten aus der Kindheit zu erkennen und nachhaltig zu verändern. Durch seine strukturierte Online-Arbeit hat er bereits über 1.300 Klient*innen geholfen, ein erfüllteres Leben zu führen. Mehr Informationen unter: https://ramon-schlemmbach.de/
Pressekontakt:
Ruben Schäfer
E-Mail: redaktion@dcfverlag.de
Schlemmbach Coaching GmbH
Vertreten durch: Ramón Schlemmbach
https://ramon-schlemmbach.de/
Original-Content von: Schlemmbach Coaching GmbH, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/180106/6344774
© 2026 news aktuell
