WEIMAR (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul hat die von Moskau angekündigte Schließung der Goethe-Institute in Russland bedauert. "Das Goethe-Institut macht sich jeden Tag um gedeihliche Kulturbeziehungen und gesellschaftlichen Austausch zwischen Russland und Deutschland verdient - und das seit Russlands Invasionskrieg in der Ukraine unter schwierigsten Bedingungen", teilte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage am Rande eines Treffens mit seinen Kollegen aus Frankreich und Polen im thüringischen Weimar mit.
"Vor diesem Hintergrund ist die nun angekündigte Maßnahme der Russischen Föderation sehr bedauerlich, denn sie schadet unseren Beziehungen weiter", kritisierte Wadephul, der mit seinen Kollegen auch das Wohnhaus Goethes besichtigte. Insbesondere sei die angekündigte Schließung ungerechtfertigt, da die Bundesregierung mit der Schließung des Russischen Hauses in Berlin auf einen klar zugeordneten Angriff Russlands reagiere.
Berlin macht Moskau für den Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich und hat einen Sanktionskatalog gegen Moskau angekündigt. Russland bestreitet, etwas mit der Drohne auf dem Flughafen zu tun zu haben.
Wadephul: Russisches Haus dient weder Kultur noch Wissenschaft
Der Bundesaußenminister kritisierte, das Russische Haus werde seit langem seinem Namen als sogenanntes "Haus der Wissenschaft und Kultur" nicht mehr gerecht. "Ich sage ganz klar: Es dient weder der Kultur noch der Wissenschaft." Russland müsse entscheiden, welche Art von Beziehungen es mit Deutschland möchte.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte der Nachrichtenagentur Interfax zufolge in Wladiwostok angekündigt, man werde die Goethe-Institute in Russland als Reaktion auf die angekündigte Schließung des Russischen Hauses schließen. In Russland gibt es nach Angaben des Goethe-Instituts neben der Hauptstelle in Moskau noch Kultureinrichtungen in St. Petersburg und Jekaterinburg./bk/DP/zb
