TEL AVIV/RAMALLAH (dpa-AFX) - Nach der jüngsten Gewalt in dem seit mehreren Wochen belagerten palästinensischen Dorf Kusra im besetzten Westjordanland ist ein erster mutmaßlich beteiligter Siedler festgenommen worden. Der 19-Jährige werde verdächtigt, am vergangenen Samstag an einem Angriff in dem Ort beteiligt gewesen zu sein, teilte Israels Polizei am Vormittag mit. Die Ermittlungen in dem Fall dauerten an, um weitere Tatverdächtige zu finden.
Am Samstag hatten sich Dutzende israelische Randalierer in einem von Palästinensern bewohnten Haus in dem Dorf verschanzt und Bewohner angegriffen. Sie sollen unter anderem Steine auf die Palästinenser geworfen haben. Israelische Sicherheitskräfte waren Armeeangaben zufolge vor Ort, um gegen die Randalierer vorzugehen und sie aus dem Haus zu entfernen. Festnahmen gab es zunächst nicht.
Palästinensische Medien berichteten dagegen, die Siedler seien bei den Angriffen von israelischen Soldaten geschützt worden. Mehrere Palästinenser seien durch Pfefferspray verletzt worden, das Siedler gegen sie eingesetzt hätten.
In Kusra belagern radikale Siedler seit mehr als drei Wochen mehrere Häuser palästinensischer Einwohner. Laut Angaben von Bewohnern und Aktivisten geht die israelische Armee bislang nicht wirksam dagegen vor. Die USA hatten in den vergangenen Wochen in dem Zusammenhang die Siedlergewalt deutlich verurteilt und Medienberichten zufolge ein entschlosseneres Vorgehen von Israel dagegen gefordert./cir/DP/zb
