DJ IfW hebt deutsche BIP-Prognose für 2026 an - bestätigt für 2027
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Prognose für das Wachstum der deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr deutlich angehoben und für das nächste Jahr stabil gehalten. Wie das IfW mitteilte, rechnet es für 2026 nun mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,3 (Juni-Prognose: 0,8) Prozent und für 2027 unverändert mit 1,0 Prozent Wachstum. Für 2028 wird ein BIP-Anstieg von nur 0,5 Prozent prognostiziert.
Getragen wird die Erholung nach Einschätzung der Konjunkturforscher vor allem vom Außenhandel: Nach drei Rückgangsjahren sollen die Exporte 2026 um 3,8 Prozent, 2027 um 2,4 Prozent und 2028 um 1,0 Prozent steigen. "Angesichts der massiven Marktanteilsverluste der vergangenen Jahre ist das jedoch kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, zudem profitieren einige Branchen derzeit von kriegsbedingten Lieferschwierigkeiten ihrer asiatischen Konkurrenz", sagt Konjunkturchef Stefan Kooths. Die weiter sinkende Wettbewerbsfähigkeit spiegele die hiesigen Standortschwächen und dürfte zu weiteren Weltmarktanteilsverlusten führen.
Für das dritte Quartal erwartet das IfW lediglich ein Plus von 0,1 Prozent, weil das lange Niedrigwasser im Rhein die Produktion um schätzungsweise 0,2 Prozent dämpfen dürfte. Zum Jahresende dürfte die Wirtschaftsleistung dann wieder stärker zulegen. Weitere Rückschläge drohen nach Aussage der Ökonomen aber durch die Folgen des Iran-Kriegs. Zusätzliche expansive Impulse seitens der Finanzpolitik, die dieses Jahr die Wirtschaftsleistung anschöben, würden in den kommenden Jahren schwinden. "Getragen wird die Erholung vom Außenhandel, der private Konsum bleibt dagegen schwach."
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September 03, 2026 05:38 ET (09:38 GMT)
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