Bonn (ots) -
Waldbrände werden immer mehr zu einer Bedrohung für die Waldökosysteme in Europa und auch in Deutschland. Das zeigen die vergangenen Sommermonate. Präventives Handeln kann viele dieser Brände verhindern oder ihr Ausmaß begrenzen. Deswegen stellt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) deutliche Forderungen an die Politik.
SDW-Präsidentin Ursula Heinen-Esser äußert sich deutlich zu notwendigen Veränderungen, um unsere Wälder zukünftig resilienter gegen Waldbrände zu machen: "Sommer, die stark von Waldbränden geprägt sind, werden keine Ausnahme mehr sein. Denn wir befinden uns mitten im Klimawandel und können die Zeit nicht mehr zurückdrehen. Deswegen müssen wir die Waldbrandprävention, die Aufklärung sowie den Waldumbau und die Anpassung unserer Wälder deutlich vorantreiben. Deshalb fordern wir mehr Forschung, mehr finanzielle Unterstützung und vor allem mehr politische Überzeugung."
Fünf klare Forderungen sollten nach Meinung der SDW zukünftig zentral berücksichtigt und umgesetzt werden:
- Waldbrandfrüherkennung deutschlandweit ausbauen: Flächendeckender Einsatz effektiver und effizienter Technologien zur frühzeitigen Erkennung von Wald- und Landschaftsbränden in ganz Deutschland. Bisher werden Systeme zur Früherkennung von Waldbränden nur in sehr wenigen Bundesländern eingesetzt. Eine zuverlässige Technik zur Früherkennung von Bränden darf nicht nur in einigen Bundesländern zur Verfügung stehen, sondern sollte bundesweit koordiniert eingesetzt werden.
- Bevölkerung sensibilisieren: Rechtzeitige, umfassende und zugängliche Sensibilisierung der Bevölkerung für ein entsprechendes Verhalten im Wald, insbesondere in der Waldbrandsaison. Die Anfälligkeit der deutschen Wälder für Waldbrände wurde lange Zeit auf einige Waldgebiete beschränkt. Durch den Anstieg des Totholzanteils in den Wäldern, lange Trockenperioden und starke Hitzewellen breitet sich die Waldbrandgefahr jedoch auf weitere Waldgebiete aus. Da die meisten Brände durch menschliches Handeln verursacht werden, muss die Bevölkerung deutschlandweit für die Gefahren von Waldbränden sensibilisiert werden.
- Wälder an die erhöhte Waldbrandgefahr anpassen: Anlage von waldfreien Streifen, weitere Anstrengungen zur Schaffung angepasster, artenreicher Mischwälder, verstärkter Wasserrückhalt im Wald sowie die Wiedervernässung von Mooren und Feuchtgebieten. Der angestoßene Waldumbau kostet materielle und personelle Ressourcen. Dazu fehlen vielen Waldbesitzenden, auch aufgrund vergangener Schadereignisse, die finanziellen Mittel. Eine vorausschauende Politik sollte durch langfristige, attraktive Förderungen den Waldumbau sowie Maßnahmen zur Wasserspeicherung und Waldbrandprävention und zur Wiedervernässung vor allem im Privat- und Körperschaftswald unterstützen.
- Anstrengungen für den Klimaschutz verstärken: Langfristig verlangsamt die Reduktion von Treibhausgasemissionen den Klimawandel. Das begrenzt das Waldbrandrisiko. Derzeit stocken die Fortschritte bei der Bewältigung der Klima- und Biodiversitätskrise. Effektive Maßnahmen zur Verlangsamung des Klimawandels müssen stärker in den Mittelpunkt der Politik rücken. Konsequentes, ausdauerndes und präventives Handeln ist eine Verpflichtung gegenüber kommenden Generationen.
- Ausweitung der bundesweiten Abstimmung der Verantwortlichen: Ein Runder Tisch als Ergänzung zur Bund-Länder-Arbeitsgruppe "Nationaler Waldbrandschutz" zur bundesweiten Abstimmung zum Thema Waldbrandprävention und -bekämpfung etablieren. Hier sollten die Themen diverser behandelt werden und Verantwortliche der Forstwirtschaft, Wissenschaft, Politik, Feuerwehr und weitere Interessensgruppen zusammengebracht werden. Schwerpunkte des Runden Tisches sollen eine breitere Öffentlichkeitsarbeit, umfangreiche Netzwerkbildung und die Sensibilisierung der Bevölkerung sein. Alternativ wäre eine Integration der Themen in die Bund-Länder-Arbeitsgruppe denkbar.
Über die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW):
Am 5. Dezember 1947 wurde die SDW in Bad Honnef gegründet und ist damit einer der ältesten Naturschutzverbände in Deutschland. Heute engagieren sich in den 15 Landesverbänden rund 25.000 Mitglieder aktiv für den Wald. Aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels spielt auch das Thema Waldbrand in der Verbandsarbeit eine immer wichtigere Rolle.
Pressekontakt:
Alexandra Bieneck
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e. V. (SDW)
Kaiserstraße 12 | 53113 Bonn
Tel.: 0228 945983-93
Mail: alexandra.bieneck@sdw.de
Original-Content von: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/17688/6345108
Waldbrände werden immer mehr zu einer Bedrohung für die Waldökosysteme in Europa und auch in Deutschland. Das zeigen die vergangenen Sommermonate. Präventives Handeln kann viele dieser Brände verhindern oder ihr Ausmaß begrenzen. Deswegen stellt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) deutliche Forderungen an die Politik.
SDW-Präsidentin Ursula Heinen-Esser äußert sich deutlich zu notwendigen Veränderungen, um unsere Wälder zukünftig resilienter gegen Waldbrände zu machen: "Sommer, die stark von Waldbränden geprägt sind, werden keine Ausnahme mehr sein. Denn wir befinden uns mitten im Klimawandel und können die Zeit nicht mehr zurückdrehen. Deswegen müssen wir die Waldbrandprävention, die Aufklärung sowie den Waldumbau und die Anpassung unserer Wälder deutlich vorantreiben. Deshalb fordern wir mehr Forschung, mehr finanzielle Unterstützung und vor allem mehr politische Überzeugung."
Fünf klare Forderungen sollten nach Meinung der SDW zukünftig zentral berücksichtigt und umgesetzt werden:
- Waldbrandfrüherkennung deutschlandweit ausbauen: Flächendeckender Einsatz effektiver und effizienter Technologien zur frühzeitigen Erkennung von Wald- und Landschaftsbränden in ganz Deutschland. Bisher werden Systeme zur Früherkennung von Waldbränden nur in sehr wenigen Bundesländern eingesetzt. Eine zuverlässige Technik zur Früherkennung von Bränden darf nicht nur in einigen Bundesländern zur Verfügung stehen, sondern sollte bundesweit koordiniert eingesetzt werden.
- Bevölkerung sensibilisieren: Rechtzeitige, umfassende und zugängliche Sensibilisierung der Bevölkerung für ein entsprechendes Verhalten im Wald, insbesondere in der Waldbrandsaison. Die Anfälligkeit der deutschen Wälder für Waldbrände wurde lange Zeit auf einige Waldgebiete beschränkt. Durch den Anstieg des Totholzanteils in den Wäldern, lange Trockenperioden und starke Hitzewellen breitet sich die Waldbrandgefahr jedoch auf weitere Waldgebiete aus. Da die meisten Brände durch menschliches Handeln verursacht werden, muss die Bevölkerung deutschlandweit für die Gefahren von Waldbränden sensibilisiert werden.
- Wälder an die erhöhte Waldbrandgefahr anpassen: Anlage von waldfreien Streifen, weitere Anstrengungen zur Schaffung angepasster, artenreicher Mischwälder, verstärkter Wasserrückhalt im Wald sowie die Wiedervernässung von Mooren und Feuchtgebieten. Der angestoßene Waldumbau kostet materielle und personelle Ressourcen. Dazu fehlen vielen Waldbesitzenden, auch aufgrund vergangener Schadereignisse, die finanziellen Mittel. Eine vorausschauende Politik sollte durch langfristige, attraktive Förderungen den Waldumbau sowie Maßnahmen zur Wasserspeicherung und Waldbrandprävention und zur Wiedervernässung vor allem im Privat- und Körperschaftswald unterstützen.
- Anstrengungen für den Klimaschutz verstärken: Langfristig verlangsamt die Reduktion von Treibhausgasemissionen den Klimawandel. Das begrenzt das Waldbrandrisiko. Derzeit stocken die Fortschritte bei der Bewältigung der Klima- und Biodiversitätskrise. Effektive Maßnahmen zur Verlangsamung des Klimawandels müssen stärker in den Mittelpunkt der Politik rücken. Konsequentes, ausdauerndes und präventives Handeln ist eine Verpflichtung gegenüber kommenden Generationen.
- Ausweitung der bundesweiten Abstimmung der Verantwortlichen: Ein Runder Tisch als Ergänzung zur Bund-Länder-Arbeitsgruppe "Nationaler Waldbrandschutz" zur bundesweiten Abstimmung zum Thema Waldbrandprävention und -bekämpfung etablieren. Hier sollten die Themen diverser behandelt werden und Verantwortliche der Forstwirtschaft, Wissenschaft, Politik, Feuerwehr und weitere Interessensgruppen zusammengebracht werden. Schwerpunkte des Runden Tisches sollen eine breitere Öffentlichkeitsarbeit, umfangreiche Netzwerkbildung und die Sensibilisierung der Bevölkerung sein. Alternativ wäre eine Integration der Themen in die Bund-Länder-Arbeitsgruppe denkbar.
Über die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW):
Am 5. Dezember 1947 wurde die SDW in Bad Honnef gegründet und ist damit einer der ältesten Naturschutzverbände in Deutschland. Heute engagieren sich in den 15 Landesverbänden rund 25.000 Mitglieder aktiv für den Wald. Aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels spielt auch das Thema Waldbrand in der Verbandsarbeit eine immer wichtigere Rolle.
Pressekontakt:
Alexandra Bieneck
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e. V. (SDW)
Kaiserstraße 12 | 53113 Bonn
Tel.: 0228 945983-93
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