DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen wenig bewegt - Brent fast bei 100 Dollar
DOW JONES--Europas Börsen treten am Donnerstagmittag weitgehend auf der Stelle. Belastend wirkt der weiter anziehende Ölpreis. Der Preis für Brent zog zeitweise um 2 Prozent an auf 97,60 Dollar das Fass und notierte damit nur noch knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Aktuell notiert er 1,1 Prozent höher bei 96,63 Dollar. Die Spannungen an der Straße von Hormus dauern an. Für etwas Zuversicht sorgt laut Händlern dagegen, dass es am Vortag nach dem Anstieg der Renditen zu Schnäppchenkäufen bei Anleihen gekommen sei. "Das könnte andeuten, dass um 4,80 Prozent ein attraktiver Deckel auf den US-Renditen liegt", sagt ein Teilnehmer mit Blick auf 10-jährige US-Anleihen. Am Anleihemarkt hierzulande sinken die Renditen leicht. Der Euro zieht etwas an auf 1,1605 Dollar. Der DAX notiert praktisch unverändert bei 25.842 Punkten, für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,1 Prozent nach unten.
Zu Wort gemeldet haben sich die Verbände der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) und der chemischen Industrie (VCI). Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist mit einem Zuwachs von real 2 Prozent beim Auftragseingang in die zweite Jahreshälfte gestartet. Dabei kamen die Wachstumsimpulse aber aus dem Ausland. Die Gesamtbilanz des VDMA für die ersten sieben Monate des Jahres bleibt dennoch positiv mit einem Auftragsplus von real 5 Prozent.
In der chemisch-pharmazeutischen Industrie führten unterdessen eine leichte Belebung der Industriekonjunktur, aber vor allem Vorratskäufe infolge des Nahostkonflikts im zweiten Quartal zu einer spürbaren Steigerung der Einnahmen. Der VCI rechnet für 2026 nun mit einem Plus von 2,5 Prozent beim Branchenumsatz, erwartet aber wie bisher einen Rückgang der Produktion um 1,5 Prozent. Bisher hatte der VCI keine Umsatzprognose abgegeben. Chemieaktien wie BASF (+0,4%), Brenntag (-0,1%) oder Lanxess (+1,2%) zeigen sich mehrheitlich im Plus.
Deutsche Telekom ziehen um 1,5 Prozent an. Der aktivistische Investor Elliott drängt das Unternehmen laut einem Bloomberg-Bericht, eine mögliche Fusion mit der Tochter T-Mobile US nicht weiterzuverfolgen, und will andere Wege zur Steigerung des Shareholder Value, etwa umfangreichere Aktienrückkäufe. Laut Medienberichten soll Elliott eine größere Beteiligung an der Deutschen Telekom aufgebaut haben.
Im Mediensektor geht es für Publicis um 3,2 Prozent nach oben, nachdem das Werbeunternehmen den Werbeetat für sämtliche Produkte von Pepsico gewonnen hat. Händler spekulieren über ein Volumen um 4 Milliarden Dollar pro Jahr. Für WPP geht es 4,1 Prozent aufwärts, weil Publicis damit aus dem Wettbewerb um den Auftrag des Pepsi-Konkurrenten Coca Cola ausscheidet. Das erhöht die Chancen für WPP.
VW ziehen am Tag vor der mit Spannung erwarteten Aufsichtsratssitzung um 0,3 Prozent an. Es mehren sich die Sorgen, dass sich die Fronten zwischen Gewerkschaften und Führung verhärten, so dass Effizienzpläne nicht umgesetzt werden können. Die Analysten von Citi hatten eine VW-Restrukturierung als alternativlos bezeichnet.
Lufthansa legen um 1,1 Prozent zu. Am Abend entscheidet der Indexbetreiber Stoxx über die Neuzusammensetzung der Indizes der DAX-Familie. Möglicherweise könnte die Lufthansa-Aktie dabei den Sprung in den DAX schaffen, allerdings trübten sich die Aufstiegschancen zuletzt wieder etwas ein.
Delivery Hero legen um 0,3 Prozent zu auf 36,66 Euro Im Handel wundert man sich über den hohen Abschlag von rund 12 Prozent gegenüber dem Übernahmeangebot von Uber, das auf 41,50 Euro lautet. Grund sei wahrscheinlich, dass noch in vielen Ländern die aufsichtsrechtliche Genehmigung eingeholt werden müsse. Am Vorabend sprach sich die Führung von Delivery Hero für die Annahme des Angebots aus.
Suss Microtec verteuern sich mit der Nachricht einer strategische Zusammenarbeit mit Manz Asia in der Halbleiter-Inkjet-Technologie um 1 Prozent.
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