MÜNCHEN/NÜRNBERG (dpa-AFX) - Nach einer Attacke auf eine Baustelle in der Nähe des Münchner Ostbahnhofs und mehrerer Rüstungsunternehmen spricht Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) von "Brandanschlägen". Das Ziel seien "Gebäude oder Baustellen" gewesen, "die unmittelbar Rüstungs- und Sicherheitsfirmen in München zuzurechnen sind", sagte er in Nürnberg. Es sei von einem "politischen Hintergrund dieser Straftaten" auszugehen.
Herrmann: "ein verstärktes Risiko von Anschlägen"
"Insgesamt zeigt dieses Ereignis, dass wir, wie schon an anderen Orten in Deutschland in den letzten Tagen, nun ein verstärktes Risiko von Anschlägen haben auf unsere eigene Infrastruktur, aber eben auch ganz offensichtlich im Zusammenhang Rüstungsunternehmen in unserem Land", sagte Herrmann.
Zwei Bulgaren wurden festgenommen, nachdem in der Nacht Brandsätze auf eine Baustelle geworfen worden waren, die sich in unmittelbarer Nähe zu Bürogebäuden von Rüstungsunternehmen und nicht weit vom Münchner Ostbahnhof entfernt befindet. Wem der Anschlagsversuch galt, war zunächst unklar. Das bayerische Landeskriminalamt (LKA) geht aber davon aus, dass ein Rüstungsunternehmen ins Visier genommen wurde.
Brandsatz löste Feuer aus
Mindestens einer der Brandsätze hatte ein Feuer ausgelöst, das Polizisten löschten. Größerer Schaden sei nicht entstanden, sagte ein Polizeisprecher. Ein weiterer Brandsatz musste von Spezialkräften entschärft werden.
Die Brandsätze sollen gegen Mitternacht aus einem Auto geworfen worden sein. Ein Zeuge beobachtete den Vorfall und alarmierte die Polizei. Nach der Fahndung wurden eine 28-Jährige und ein 38-Jähriger festgenommen. Die beiden bulgarischen Staatsangehörigen hätten sich zunächst nicht zu den Vorwürfen geäußert./bsj/DP/jha
