FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Donnerstag etwas zugelegt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg um 0,22 Prozent auf 122,98 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 3,34 Prozent. Am Vortag hatte sie mit 3,39 Prozent den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren erreicht. Auch in den anderen Ländern der Eurozone sanken die Renditen.
Der jüngste Höhenflug bei den Renditen wurde so zunächst unterbrochen. Die erneut gestiegenen Ölpreise belasteten die Anleihen nicht. Zuletzt hatten hohe Ölpreise Inflationssorgen geschürt und die Erwartung auf Leitzinsanhebungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) verstärkt.
Konjunkturdaten aus der Eurozone haben die Kurse kaum bewegt. Die Stimmung der Dienstleister in der Eurozone hat sich im August überraschend etwas eingetrübt. Der Indikator signalisiert jedoch weiterhin ein wirtschaftliches Wachstum.
Die deutsche Wirtschaft könnte in diesem Jahr laut unverhofft guten Konjunkturprognosen ihre langjährige Krise überwinden. Fünf führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Erwartungen für 2026 kräftig erhöht. Das deutsche Bruttoinlandprodukt (BIP) könnte demnach annähernd doppelt so schnell wachsen wie bisher erwartet und die seit 2022 nicht mehr erreichte Marke von einem Prozent deutlich überschreiten. Die längerfristigen Aussichten bis Ende des Jahrzehnts bleiben nach Einschätzung mehrerer Ökonomen aber verhalten bis unerfreulich, wenn sich die Bundesregierung nicht zu den versprochenen Reformen durchringt. Ein höheres Wirtschaftswachstum könnte sich auch positiv auf die Verschuldungsentwicklung und damit auf den Anleihemarkt auswirken./jsl/jha/
