Berlin (ots) -
Beim BSW geht es derzeit drüber und drunter. Die Partei, die bei den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gegen ein dreifaches Scheitern kämpft, hat immer noch genügend Kraft, sich selbst zu zerlegen. Nun sind im Dauerstreit um die Regierungsbeteiligung in Thüringen drei Abgeordnete aus der Erfurter Landtagsfraktion ausgetreten. Ein anderer hatte dieser Tage schon die Partei verlassen, zwei weitere wollen Ministerpräsident Voigt (CDU) nicht mehr stützen. Mehr Chaos geht nicht.
So absurd die neue Parteigründung der drei Abtrünnigen sein mag - das sind politische Fliehkräfte in einer zerrütteten Partei, mit denen Gründerin Sahra Wagenknecht nicht gerechnet hatte. Offenbar hatte sie geglaubt, in einer Art Reißbrettpartei allein die Linie vorgeben zu können, die dann von allen treu, brav und klaglos befolgt wird. So ist aber das Leben nicht.
In den Konflikten des BSW spiegelt sich die Unfähigkeit Wagenknechts, Widersprüche zu moderieren, ihr Unwille oder ihre Unfähigkeit, eine streitbare Partei zusammenzuhalten. Abweichler, die sich nicht auf die gewünschte ideologische Linie inklusive der penetranten Anbiederung an die AfD bringen lassen, werden bekämpft, ohne Möglichkeit für Spielräume.
Eine der Ursachen der Auseinandersetzungen: Die programmatischen Grundsätze bei Gründung des BSW mit einem bewusst unscharf gehaltenen Profil waren eine Folie für alle möglichen Vorstellungen. Das könnte man Pluralismus nennen, andere reden lieber von Meinungskorridor, dessen Verengung in der Gesellschaft Wagenknecht lauthals beklagt. Vielleicht sollte sie die Sache erst einmal in ihrem eigenen Laden in Ordnung bringen.
Am kommenden Sonntag findet in Sachsen-Anhalt die für das BSW existenziell wichtige Landtagswahl statt. Und in Thüringen diskutiert ein auch von Wagenknecht geforderter Sonderparteitag wieder einmal darüber, ob das BSW aus der Landesregierung aussteigen soll. Es ist eine Art Schicksalstag für diese Partei. Dass dieser Klärungsprozess auf der Kippe zum Zerfallsprozess steht, liegt maßgeblich in Wagenknechts Verantwortung.
Pressekontakt:
nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Original-Content von: nd.DerTag / nd.DieWoche, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/59019/6345331
Beim BSW geht es derzeit drüber und drunter. Die Partei, die bei den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gegen ein dreifaches Scheitern kämpft, hat immer noch genügend Kraft, sich selbst zu zerlegen. Nun sind im Dauerstreit um die Regierungsbeteiligung in Thüringen drei Abgeordnete aus der Erfurter Landtagsfraktion ausgetreten. Ein anderer hatte dieser Tage schon die Partei verlassen, zwei weitere wollen Ministerpräsident Voigt (CDU) nicht mehr stützen. Mehr Chaos geht nicht.
So absurd die neue Parteigründung der drei Abtrünnigen sein mag - das sind politische Fliehkräfte in einer zerrütteten Partei, mit denen Gründerin Sahra Wagenknecht nicht gerechnet hatte. Offenbar hatte sie geglaubt, in einer Art Reißbrettpartei allein die Linie vorgeben zu können, die dann von allen treu, brav und klaglos befolgt wird. So ist aber das Leben nicht.
In den Konflikten des BSW spiegelt sich die Unfähigkeit Wagenknechts, Widersprüche zu moderieren, ihr Unwille oder ihre Unfähigkeit, eine streitbare Partei zusammenzuhalten. Abweichler, die sich nicht auf die gewünschte ideologische Linie inklusive der penetranten Anbiederung an die AfD bringen lassen, werden bekämpft, ohne Möglichkeit für Spielräume.
Eine der Ursachen der Auseinandersetzungen: Die programmatischen Grundsätze bei Gründung des BSW mit einem bewusst unscharf gehaltenen Profil waren eine Folie für alle möglichen Vorstellungen. Das könnte man Pluralismus nennen, andere reden lieber von Meinungskorridor, dessen Verengung in der Gesellschaft Wagenknecht lauthals beklagt. Vielleicht sollte sie die Sache erst einmal in ihrem eigenen Laden in Ordnung bringen.
Am kommenden Sonntag findet in Sachsen-Anhalt die für das BSW existenziell wichtige Landtagswahl statt. Und in Thüringen diskutiert ein auch von Wagenknecht geforderter Sonderparteitag wieder einmal darüber, ob das BSW aus der Landesregierung aussteigen soll. Es ist eine Art Schicksalstag für diese Partei. Dass dieser Klärungsprozess auf der Kippe zum Zerfallsprozess steht, liegt maßgeblich in Wagenknechts Verantwortung.
Pressekontakt:
nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Original-Content von: nd.DerTag / nd.DieWoche, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/59019/6345331
© 2026 news aktuell
