DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen holen Luft dank fallender Renditen
DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt hat am Donnerstag mit Aufschlägen geschlossen. Stützend wirkten nachgebende Renditen an den Anleihemärkten, die zuletzt auf die Stimmung der Börsianer gedrückt hatten. Grund waren Aussagen von Fed-Gouverneur Christopher Waller. Dieser sieht endlich erste "desinflationäre Zeichen". Sollten die Inflationsdaten für August die jüngsten Fortschritte aus Juni und Juli bestätigen, würde er eine Zinspause im September unterstützen. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen fiel um 5 Basispunkte auf bei 4,75 Prozent zurück, die der 10-jährigen Bundesanleihen fiel um 2 Basispunkte auf 3,35 Prozent.
Der DAX gewann 0,6 Prozent auf 26.003 Punkte, der Euro-Stoxx-50 legte um 0,3 Prozent zu. Am Devisenmarkt stand der Yen im Blick. Dieser wertete gegen Euro und Dollar um bis zu 2 Prozent auf. Gegen den Dollar stieg die japanische Währung auf ein Monatshoch. Hintergrund sind Spekulationen über mögliche Interventionen zugunsten der japanischen Devise. Die Dollar-Schwäche trieb Gold um 2,4 Prozent auf 4.489 Dollar die Unze nach oben, Bitcoin kam sogar auf ein Plus von fast 5 Prozent.
VW zogen am Tag vor der mit Spannung erwarteten Aufsichtsratssitzung um 3,6 Prozent an und waren Tagesgewinner im DAX. Es mehren sich die Sorgen, dass sich die Fronten zwischen Gewerkschaften und Führung verhärten, so dass Effizienzpläne nicht umgesetzt werden können. Die Citi-Analysten stufen die anstehende Abstimmung des Aufsichtsrats über die Restrukturierung von VW als absolut entscheidend ein. Operativ habe der Autobauer kaum Spielraum. Entweder senke VW die Kosten drastisch, oder der Konzern verliere weiter Marktanteile.
Deutsche Telekom legten um 1,1 Prozent zu. Der aktivistische Investor Elliott drängt das Unternehmen laut einem Bloomberg-Bericht dazu, eine mögliche Fusion mit der Tochter T-Mobile US nicht weiterzuverfolgen, und will andere Wege zur Steigerung des Shareholder Value, etwa umfangreichere Aktienrückkäufe. Laut Medienberichten soll Elliott eine größere Beteiligung an der Deutschen Telekom aufgebaut haben.
Im Mediensektor ging es für Publicis um 4,4 Prozent nach oben, nachdem das Werbeunternehmen den Werbeetat für sämtliche Produkte von Pepsico gewonnen hat. Händler spekulieren über ein Volumen um 4 Milliarden Dollar pro Jahr. Für WPP reagierte darauf mit einem Plus von 5,6 Prozent, weil Publicis damit aus dem Wettbewerb um den Auftrag des Pepsi-Konkurrenten Coca Cola ausscheidet. Das erhöht die Chancen für WPP.
Luxusgüteraktien führten die Verliererliste in Europa an. Die Anleger machen sich offenbar Sorgen über den Geschäftsverlauf im aktuellen Quartal. Die Aktie von Victoria's Secret brach nach einer Verfehlung der Umsatzerwartungen ein. Der Luxusgütersektor galt lange Zeit als immun gegen Konjunkturschwankungen, die Konsumenten scheinen aber nicht mehr bereit zu sein, die stark gestiegenen Preise mitzutragen. Hermes verloren 3,3 Prozent, LVMH 1,8 Prozent oder Essilorluxottica 3,6 Prozent.
Delivery Hero schlossen praktisch unverändert bei 36,55 Euro. Im Handel wundert man sich über den hohen Abschlag von rund 12 Prozent gegenüber dem Übernahmeangebot von Uber, das auf 41,50 Euro lautet. Grund sei wahrscheinlich, dass noch in vielen Ländern die aufsichtsrechtliche Genehmigung eingeholt werden müsse. Am Vorabend sprach sich die Führung von Delivery Hero für die Annahme des Angebots aus.
Der Abgabedruck im Rüstungssektor dauerte an. Zuletzt hatte Bundeskanzler Friedrich Merz eine höhere Kosteneffizienz gefordert. Daneben hat der russische Präsident Wladimir Putin erneut Friedensgespräche mit der Ukraine ins Spiel gebracht. Wie ernst diese Aussagen zu nehmen sind, steht auf einem anderen Blatt. Rheinmetall verloren 1,9 Prozent, Hensoldt 0,8 Prozent, Renk 2,2 Prozent, Leonardo 1,5 Prozent oder Thales 1 Prozent.
Lufthansa schlossen 1,3 Prozent fester. Am Abend entscheidet der Indexbetreiber Stoxx über die Neuzusammensetzung der Indizes der DAX-Familie. Möglicherweise könnte die Lufthansa-Aktie dabei den Sprung in den DAX schaffen, allerdings trübten sich die Aufstiegschancen zuletzt wieder etwas ein.
Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.383 +0,3 +9,9 Stoxx-50 5.423 +0,3 +10,0 Stoxx-600 649 +0,5 +9,1 DAX 26.003 +0,6 +5,5 FTSE-100 London 10.756 +0,7 +8,3 CAC-40 Paris 8.281 +0,1 +1,6 AEX Amsterdam 1.104 +0,1 +16,0 ATHEX-20 Athen 6.777 +1,7 +26,7 BEL-20 Brüssel 5.826 +0,9 +14,7 BUX Budapest 146.773 +1,1 +32,2 OMXH-25 Helsinki 6.408 -0,1 +12,4 OMXC-20 Kopenhagen 1.638 +0,3 +1,9 PSI 20 Lissabon 9.405 -0,0 +13,8 IBEX-35 Madrid 19.779 +1,1 +14,3 FTSE-MIB Mailand 51.792 +0,9 +15,2 OBX Oslo 2.029 -0,0 +27,0 PX Prag 2.790 +0,9 +3,9 OMXS-30 Stockholm 3.246 +1,0 +12,6 WIG-20 Warschau 152.070 -0,1 +29,8 ATX Wien 6.756 +0,7 +26,8 SMI Zürich 14.363 +0,2 +8,3 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:17 EUR/USD 1,1626 +0,3 0,0039 1,1587 1,1592 EUR/JPY 180,62 -1,8 -3,3000 183,92 184,1200 EUR/CHF 0,9378 -0,4 -0,0040 0,9418 0,9422 EUR/GBP 0,8586 -0,0 -0,0003 0,8589 0,8584 USD/JPY 155,35 -2,1 -3,3500 158,7 158,8100 GBP/USD 1,3537 +0,4 0,0053 1,3484 1,3501 USD/CNY 6,7181 -0,0 -0,0009 6,7190 6,7190 USD/CNH 6,7174 -0,0 -0,0004 6,7178 6,7178 AUS/USD 0,72 +0,5 0,0032 0,7168 0,7168 Bitcoin/USD 80.981,64 +4,6 3.576,29 77.405,35 77.333,82 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 91,30 +0,3 0,29 91,01 Brent/ICE 95,43 -0,2 -0,20 95,63 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.493,99 +2,5 107,70 4.386,29 Silber 67,10 +2,7 1,78 65,32 Platin 1.827,56 +3,8 67,65 1.759,91 (Angaben ohne Gewähr) ===
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September 03, 2026 12:14 ET (16:14 GMT)
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