DJ MÄRKTE USA/Fester - Anleger hoffen auf spätere Zinserhöhung
DOW JONES--Die US-Börsen bauen im Verlauf des Donnerstagshandels ihre Gewinne aus. Der Dow-Jones-Index steigt gegen Mittag (Ortszeit New York) um 1,1 Prozent auf 53.657 Punkte. Der S&P-500 gewinnt 1,0 und der Nasdaq-Composite 1,3 Prozent. Stützend wirken niedrigere Marktzinsen. Diese kommen etwas deutlicher zurück, nachdem Fed-Gouverneur Christopher Waller von ersten Hinweisen auf nachlassenden Inflationsdruck gesprochen hat. Das nährt Spekulationen, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung in diesem Monat vielleicht doch noch keine Zinserhöhung vornimmt. Eine Zinserhöhung im September wird an den Märkten nunmehr mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent eingepreist, am Mittwoch waren es noch 70 Prozent. Viele Anleger dürften mit Blick auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht für August am Freitag auf eine Eintrübung der Beschäftigungslage wetten, die ebenfalls gegen eine Anhebung der Zinsen sprechen würde. Der am Mittwoch veröffentlichte Arbeitsmarktbericht des privaten Anbieters ADP hatte einen schwächeren Beschäftigungsaufbau im vergangenen Monat gezeigt als angenommen.
Am Donnerstag wurde zunächst die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Diese stieg im Vergleich zur Vorwoche nur geringfügig und ungefähr im Rahmen der Erwartungen, wobei sich die Gesamtzahl der Anträge noch immer auf vergleichsweise niedrigem Niveau bewegte. Das Handelsbilanzdefizit war im Juli in zweiter Lesung geringer als von Volkswirten prognostiziert. Die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft stieg im zweiten Quartal in zweiter Lesung im erwarteten Rahmen. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex für das nicht-verarbeitende Gewerbe fiel etwas besser aus als erwartet. Sein Pendant von ISM stieg wider Erwarten; hier hatten Volkswirte einen Indexstand auf dem Niveau des Vormonats erwartet.
Auch einige Unternehmenszahlen müssen verarbeitet werden. So hat Broadcom überraschend starke Zahlen zum dritten Geschäftsquartal veröffentlicht und einen ermutigenden Ausblick gegeben. Vor allem die Unternehmensprognose des KI-Umsatzes für das Jahr 2028 habe die hohen Erwartungen erfüllt, kommentiert Bernstein. Den Anlegern reicht das aber offenbar nicht; die Aktie fällt um 3,9 Prozent.
Auch Hewlett Packard Enterprise (-4,7%) hat dank starker KI-bezogener Nachfrage besser als erwartet abgeschnitten und die langfristigen Ziele erhöht. Hier bemängeln Beobachter jedoch die Unternehmensprognose eines sich verlangsamenden Umsatzwachstums in der Cloud- und KI-Sparte und knapperer Margen im kommenden Jahr.
Snowflake hat derweil im zweiten Geschäftsquartal den Verlust verringert und die Erwartungen des Marktes übertroffen. Überdies erhöhte der Anbieter von Unternehmenssoftware die Umsatzprognose für das laufende Quartal und das Geschäftsjahr. Die Aktie springt um 22 Prozent nach oben.
Der Dessoushersteller Victoria's Secret hat im zweiten Quartal mehr verdient als erwartet und den Ausblick angehoben. Die Aktie stürzt gleichwohl um rund 15 Prozent ab. Der Umsatz im Quartal habe die Konsensschätzung knapp verfehlt, heißt es dazu aus dem Handel.
Mit der Aktie von Campbell's geht es um rund 10 Prozent abwärts. Der Suppenhersteller ist im vierten Geschäftsquartal in die roten Zahlen gerutscht.
Am Anleihemarkt sinkt die Zehnjahresrendite aktuell um 5 Basispunkte auf 4,74 Prozent. Fed-Gouverneur Waller zufolge gibt es "endlich Zeichen einer Disinflation". Bei günstigen August-Inflationsdaten würde Waller eine Zinspause bei der September-Sitzung der US-Notenbank unterstützen, wie er während einer virtuellen Veranstaltung von Reuters sagte. Die Verbraucher- und Erzeugerpreise werden in der kommenden Woche veröffentlicht, die Fed-Sitzung findet in der Woche darauf statt.
Der US-Dollar tendiert nach den Waller-Aussagen leichter. Unterdessen wertet der Yen zu Dollar und Euro kräftig auf. Hintergrund sind Spekulationen über mögliche Interventionen zugunsten der japanischen Devise.
Von den niedrigeren Marktzinsen und dem schwächeren Dollar profitiert wiederum der Goldpreis. Die Feinunze verteuert sich um 2,4 Prozent auf 4.493 Dollar. Der Preis für ein Barrel Brentöl sinkt derweil um 0,1 Prozent auf 95,54 Dollar, nachdem er zeitweise die Marke von 97 Dollar überwunden hat.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 53.656,58 +1,1 +594,63 53.061,95 S&P-500 7.742,95 +1,0 +76,35 7.666,60 NASDAQ Comp 26.570,47 +1,3 +352,65 26.217,83 NASDAQ 100 29.464,79 +1,1 +321,45 29.143,33 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,33 -0,06 4,38 4,30 5 Jahre 4,49 -0,06 4,54 4,47 10 Jahre 4,74 -0,05 4,79 4,73 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:17 EUR/USD 1,1631 +0,4 0,0044 1,1587 1,1592 EUR/JPY 180,71 -1,8 -3,2100 183,92 184,1200 EUR/CHF 0,9377 -0,4 -0,0041 0,9418 0,9422 EUR/GBP 0,8587 -0,0 -0,0002 0,8589 0,8584 USD/JPY 155,34 -2,1 -3,3600 158,7 158,8100 GBP/USD 1,354 +0,4 0,0056 1,3484 1,3501 USD/CNY 6,7181 -0,0 -0,0009 6,7190 6,7190 USD/CNH 6,7171 -0,0 -0,0007 6,7178 6,7178 AUS/USD 0,7203 +0,5 0,0035 0,7168 0,7168 Bitcoin/USD 80.785,05 +4,4 3.379,70 77.405,35 77.333,82 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 91,36 +0,4 0,35 91,01 Brent/ICE 95,54 -0,1 -0,09 95,63 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.492,59 +2,4 106,30 4.386,29 Silber 67,10 +2,7 1,79 65,32 Platin 1.829,66 +4,0 69,75 1.759,91 (Angaben ohne Gewähr) ===
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September 03, 2026 12:35 ET (16:35 GMT)
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