CARACAS/WASHINGTON (dpa-AFX) - Venezuelas Oppositionsführerin María Corina Machado hat Transparenz bei dem jüngsten Öl-Abkommen mit den USA gefordert. "Wer unterschreibt? Was wird tatsächlich unterschrieben? Wer stellt das Geld bereit? Wer gibt die Garantien? Wie kommt das den Venezolanern zugute?", fragte die Friedensnobelpreisträgerin in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video.
Machado kritisierte, dass über die strategischen Ressourcen Venezuelas ohne Beteiligung und Zustimmung der Bevölkerung entschieden werde. Der Ölsektor sei zudem nur ein Teil des enormen Wiederaufbaus, den das Land benötige. Dafür seien Transparenz, Rechtmäßigkeit, Effizienz und Rechtssicherheit nötig.
Grundsätzlich befürwortete Machado aber eine enge Zusammenarbeit mit Washington. "Natürlich sind die Vereinigten Staaten der wichtigste Partner, den Venezuela braucht, um seinen strategischen Wert voll zu entwickeln", sagte sie.
Deal von beiden Seiten gelobt
Die USA haben sich über ein privates Unternehmen riesige Ölvorkommen in Venezuela gesichert und erlangen nach den Worten von US-Präsident Donald Trump die mehrheitliche Kontrolle über mehr als 65 Milliarden Barrel Ölreserven. Das entspricht rund einem Fünftel der geschätzten Vorkommen Venezuelas.
Anschließend wurden weitere Vereinbarungen mit Energiekonzernen bekannt. Der US-Konzern Chevron will nach eigenen Angaben in den kommenden fünf Jahren mehr als sieben Milliarden US-Dollar in Venezuela investieren und die Förderung auf rund 600.000 Barrel pro Tag steigern. Auch andere Energiekonzerne sind beteiligt.
Die Vereinbarungen wurden von beiden Seiten gelobt. US-Energieminister Chris Wright bezeichnete sie bei seinem Besuch in Caracas als "historisch". Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez sprach von einer "Wiedergeburt" Venezuelas und verwies auf erwartete Einnahmen für den Staat.
Engere Zusammenarbeit seit Maduros Festnahme
Die USA arbeiten seit der Festnahme des abgesetzten venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro im Januar enger mit der von Rodríguez geführten Regierung zusammen. Ein Schwerpunkt ist dabei der Energiesektor. Venezuela verfügt mit geschätzt rund 303 Milliarden Barrel über die größten bekannten Ölreserven der Welt.
Machado war im Dezember heimlich aus Venezuela ausgereist, um den Friedensnobelpreis in Oslo entgegenzunehmen. Seitdem ist sie nicht zurückgekehrt und nimmt nicht an den von Washington unterstützten Gesprächen zwischen Regierung und Opposition teil./ppz/DP/he
