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Bei kritischen Rohstoffen können beeindruckende Ressourcen den Ausgangspunkt einer Investmentstory bilden - eine Mine machen sie noch lange nicht. Für Anleger, die den Aufbau neuer Lieferketten für Niob und Seltene Erden verfolgen, rückt deshalb eine andere Frage in den Mittelpunkt: Lässt sich das Material effizient, reproduzierbar und letztlich zu Produkten verarbeiten, die von der Industrie genutzt werden können?
Besonders anspruchsvoll wird das bei Projekten, die gleich zwei Rohstoffgruppen erschließen wollen. Niob wirtschaftlich zu gewinnen, ist bereits eine Herausforderung. Zusätzlich Seltene Erden aus demselben Material nutzbar zu machen, erhöht die metallurgische Komplexität. Gelingt dies, könnte allerdings ein zweiter Produktstrom entstehen.
Genau an diesem Punkt steht St George Mining Limited (ISIN: AU000000SGQ8) mit seinem Araxá-Projekt im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Das australische Unternehmen hat nun ein Pilotprogramm zur Aufbereitung von rund neun Tonnen oberflächennahem Saprolitmaterial gestartet. Ergebnisse werden im vierten Quartal 2026 erwartet.
Von ersten Laborergebnissen zu neun Tonnen Material
Die Bedeutung des neuen Programms liegt vor allem im größeren Maßstab und in der weiteren Validierung des Verfahrens.
Bei ersten Flotationstests hatte St George nach eigenen Angaben ein hochgradiges Niobkonzentrat hergestellt. Gleichzeitig wurden die Seltenen Erden im Tailings-Strom der Niobflotation angereichert. Die nun bei CIT-SENAI in Belo Horizonte laufenden Arbeiten sollen diese Resultate weiterentwickeln. Dazu gehören sogenannte Locked-Cycle-Flotationstests mit Rückführungsströmen, um Ausbeute und Gehalte weiter zu optimieren.
Das Fließschema auf Seite vier der Unternehmensmeldung verdeutlicht die Idee: Nach Zerkleinerung, magnetischer Trennung und Flotation entsteht einerseits ein Niobkonzentrat. Andererseits fallen mit Seltenen Erden angereicherte Tailings an. Statt diese lediglich als Reststoff zu betrachten, untersucht St George, ob daraus ein zweiter verwertbarer Produktstrom entwickelt werden kann.
Ferroniob als Ziel - CBMM liefert den industriellen Vergleich
Beim Niob geht St George bereits einen Schritt weiter. Das im Pilotversuch erzeugte Konzentrat soll anschließend verarbeitet werden, wobei Ferroniob mit einem Niobgehalt von rund 65 Prozent angestrebt wird.
Geplant sind zunächst pyrometallurgische Tests, um den Nioboxidgehalt zu erhöhen und Verunreinigungen wie Blei und Phosphor zu entfernen. Anschließend soll über ein aluminothermisches Verfahren Ferroniob hergestellt werden.
Interessant ist dabei der Standort. Nach Angaben von St George orientiert sich das Verfahren an etablierten Verarbeitungsprinzipien für die für Araxá typische Pyrochlor-Mineralisierung und ähnelt dem Verfahren von CBMM, dem weltweit größten Niobproduzenten, dessen Betrieb unmittelbar neben dem Araxá-Projekt liegt. Die räumliche Nähe bedeutet ausdrücklich keine kommerzielle Beziehung zwischen den Unternehmen. Sie zeigt jedoch, dass St George in einem etablierten Niob-Distrikt arbeitet.
Werden Seltene Erden zum zweiten Produktstrom?
Die zweite Hälfte der Investmentthese betrifft die Seltenen Erden.
Die mit Seltenen Erden angereicherten Tailings sollen hydrometallurgisch untersucht werden. Ziel ist ein Zwischenprodukt wie Mixed Rare Earth Carbonate (MREC) oder Seltene-Erden-Oxalat. Historische Pilotarbeiten aus den Jahren 2012/13 erzielten laut Unternehmen bei Material aus Araxá ein Seltene-Erden-Oxalat mit einer Reinheit von mehr als 99 Prozent und eine TREO-Gesamtausbeute von 86 Prozent. Die aktuellen Arbeiten müssen nun zeigen, welche Ergebnisse sich mit dem heute vorgesehenen Fließschema erzielen lassen.
St George setzt dabei nicht ausschließlich auf ein Labor. Material derselben Probenquelle wurde an spezialisierte Einrichtungen in Brasilien und international geschickt, darunter SGS Lakefield in Kanada. Damit sollen laut Unternehmen Ergebnisse zwischen verschiedenen Laboren verglichen und die Reproduzierbarkeit des Prozesses überprüft werden.
111,2 Millionen Tonnen treffen auf den Verarbeitungstest
Die metallurgischen Arbeiten folgen auf eine deutliche Vergrößerung der Mineralressource.
Zum 11. August 2026 wies Araxá eine JORC-Mineralressource von insgesamt 111,2 Millionen Tonnen mit 3,57 Prozent TREO und 0,57 Prozent Nb2O5 auf. Darin enthalten sind nach Unternehmensangaben 760.000 Tonnen NdPr-Oxide sowie 630.000 Tonnen Nb2O5. Davon entfallen 75,2 Millionen Tonnen auf die Kategorien "Measured & Indicated", mit 3,64 Prozent TREO und 0,58 Prozent Nb2O5.
Die Ressource befindet sich innerhalb von rund 120 Metern unter der Oberfläche und gilt aufgrund ihrer Tiefe und Geometrie grundsätzlich als potenziell für Tagebau geeignet. Eine Erzreserve oder ein detailliertes Minendesign liegt allerdings noch nicht vor - ein wichtiger Unterschied für Anleger.
Parallel baut St George am CEFET-MG-Campus in Araxá eine eigene Pilotanlage. Sie soll eine Kapazität von bis zu 300 Kilogramm pro Stunde besitzen und unter anderem Niobflotation sowie die Herstellung verschiedener Seltene-Erden-Produkte ermöglichen. Die Fertigstellung ist für Dezember 2026 vorgesehen, der erste Betrieb für Januar 2027.
Fazit
Bei kritischen Rohstoffen ist eine große Ressource nur der Anfang. Entscheidend ist anschließend, ob sich das Material reproduzierbar in marktfähige Produkte überführen lässt - und ob daraus später ein technisch und wirtschaftlich tragfähiger Betrieb entstehen kann. Genau deshalb sind die neuen Pilotarbeiten für St George relevant: Araxá bewegt sich damit von der reinen Ressourcenstory weiter in Richtung Prozessvalidierung.
Das Potenzial liegt in der Kombination aus Niob und Seltenen Erden sowie der Lage in einem etablierten brasilianischen Niob-Distrikt. Die Nachbarschaft zu CBMM liefert dabei einen industriellen Referenzpunkt, stellt aber keine bestätigte kommerzielle Verbindung dar.
Für Anleger werden deshalb die Ergebnisse im vierten Quartal 2026, die nachfolgenden Tests für Ferroniob und Seltene Erden sowie die Inbetriebnahme der eigenen Pilotanlage wichtige Wegmarken. Danach bleiben Wirtschaftlichkeit, Genehmigungen, Finanzierung und eine mögliche Produktion zu beweisen. Araxá hat inzwischen die Größe - jetzt muss St George zeigen, dass sich diese geologische Dimension auch in einen belastbaren Verarbeitungsprozess übersetzen lässt.
Quellen
Microsoft Word - 2 Sept 2026 Araxa Metwork Update FINAL DRAFT v.2
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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
https://stgm.com.au
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Enthaltene Werte: AU000000SGQ8
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