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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

FEIERTAGSHINWEIS

MONTAG: In den USA bleiben die Börsen wegen des Feiertages Labor Day geschlossen.

TAGESTHEMA

Volkswagen hat die Eskalation im Streit um das Sanierungspaket des Vorstands abgewendet. Der Aufsichtsrat stimmte dem "Zukunftspaket" von VW-Chef Oliver Blume einstimmig zu. Es sieht unter anderem den Abbau von 50.000 Stellen bis 2030 vor, massive Investitionen und eine höhere Effizienz. Die Modellpalette soll um rund 50 Prozent ausgedünnt, die Konzernstruktur vereinfacht werden. Die Zustimmung des Aufsichtsrats sei ein "starkes Signal für die Zukunft des Volkswagen-Konzerns", sagte Blum. Die Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo sagte: "Der Zukunftsplan ist eine Notwendigkeit, um unseren Konzern erfolgreich ins nächste Jahrzehnt zu führen, ohne dass die damit verbundenen Vorhaben einseitig auf Kosten der Beschäftigten gehen."

VW plant mit einem Absatz von 9 Millionen Fahrzeugen pro Jahr. Finanziell wird mit einer operativen Umsatzrendite von 9 Prozent bis 2030 geplant. Für Investitionen in Sachanlagen sowie Forschung und Entwicklung sind von 2027 bis 2031 rund 135 Milliarden Euro vorgesehen.

Angesichts einer Überkapazität der europäischen Werke von 500.000 Fahrzeugen könne für die Werke Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm "keine wettbewerbsfähige Folgebelegung" gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 gewährleistet werden. Es werden nun alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft. Zudem will VW seine Beteiligungen reduzieren. Das Portfolio der Beteiligungen und Geschäfte soll um ein Drittel gestrafft werden. "Eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der VW-Komponente ist vom Tisch, der Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen damit erfolgreich abgewehrt", sagten Christiane Benner, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und IG-Metall-Chefin, und Betriebsratsvorsitzende Cavallo. "Kein Werk wurde aufgegeben und entgegen mehreren Medienberichten ist keine Werksschließung besiegelt.

TAGESTHEMA II

Der US-Arbeitsmarkt dürfte sich im August nach dem überraschenden Beschäftigungsrückgang im Vormonat nur schleppend erholt haben. Im Konsens rechnen Ökonomen nach dem Verlust von 23.000 Stellen im Juli für August mit einem Plus von 53.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Die Arbeitslosenquote dürfte bei 4,1 Prozent verharren. Für die Stundenlöhne wird eine Steigerung um 0,3 Prozent zum Vormonat und von 3,0 Prozent zum Vorjahr erwartet. Ein Sonderfaktor im August betrifft den Bereich Migration: Durch das Auslaufen des Sonderstatus "Temporary Protected Status" (TPS) Ende Juli für rund 300.000 Immigranten - insbesondere aus Haiti - könnten schätzungsweise bis zu 25.000 Beschäftigte aus der offiziellen Lohnsummenstatistik herausgefallen sein. Bei den durchschnittlichen Stundenlöhnen rechnen Ökonomen mit einem Anstieg von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und 3,0 Prozent im Jahresvergleich.

Für die Fed verkompliziert sich das Bild im Vorfeld der nächsten Ratssitzung zusehends. Der anhaltende Nahost-Konflikt und die dadurch stark gestiegenen Ölpreise drohen die Inflation erneut anzuheizen. Nachdem die Teuerung bereits seit mehreren Jahren über dem Zwei-Prozent-Ziel liegt, wächst in den Reihen der Währungshüter die Sorge vor Zweitrundeneffekten. Sollte der Arbeitsmarktbericht ein stabiles Bild bei der Arbeitslosigkeit zeichnen, würde dies der Fed weiteren Spielraum für einen geldpolitischen Straffungskurs verschaffen.

AUSBLICK UNTERNEHMEN

Keine wichtigen Termine angekündigt

AUSBLICK KONJUNKTUR

- DE 
  08:00 Auftragseingang Juli 
     saisonbereinigt 
     PROGNOSE: -0,1% gg Vm 
     zuvor:  +3,1% gg Vm 
 
- EU 
  11:00 Einzelhandelsumsatz Juli 
     Eurozone 
     PROGNOSE: +0,3% gg Vm 
     zuvor:  -0,3% gg Vm 
 
- US 
  14:30 Arbeitsmarktdaten August 
     Beschäftigung ex Agrar 
     PROGNOSE: +53.000 gg Vm 
     zuvor:  -23.000 gg Vm 
     Arbeitslosenquote 
     PROGNOSE: 4,1% 
     zuvor:   4,1% 
     durchschnittliche Stundenlöhne 
     PROGNOSE: +0,3% gg Vm/+3,0% gg Vj 
     zuvor:  +0,1% gg Vm/+3,2% gg Vj 
 

ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES

Aktuell: 
              zuletzt +/- % 
DAX Futures        26.095,00  +0,2 
E-Mini-Future S&P-500   7.762,75  +0,1 
E-Mini-Future Nasdaq-100 29.622,25  +0,3 
Topix (Tokio)       4.107,29  +0,1 
Hang-Seng (Hongk.)    25.724,48  +2,0 
Shanghai-Comp.       3.955,17  +0,3 
 
Donnerstag: 
INDEX        Schluss +/- % 
DAX        26.003,32  +0,6 
DAX-Future    26.087,00  +0,8 
MDAX       32.257,09  +0,9 
TecDAX       4.027,43  +0,4 
SDAX       18.597,03  +0,8 
Euro-Stoxx-50   6.382,59  +0,3 
Stoxx-50      5.423,01  +0,3 
XDAX       26.059,83  +0,1 
Dow-Jones     53.686,11  +1,2 
S&P-500      7.747,71  +1,1 
Nasdaq Composite 26.584,06  +1,4 
 

FINANZMÄRKTE

EUROPA

Ausblick: Europas Börsen dürften mit kleineren Aufschlägen in den Handel am Freitag starten angesichts positiver US-Vorgaben. Für wieder besser Stimmung sorgen von den Hochs zurückgekommenen Renditen an den Anleihemärkten, wenngleich diese am Morgen wieder ganz leicht anziehen. Auslöser des Zinsrückgang war am Voortag Fed-Gouverneur Christopher Waller. Er sieht endlich erste "desinflationäre Zeichen" und betonte, eine Zinspause im September zu unterstützen, sollten die Inflationsdaten für August die jüngsten Fortschritte im Juni und im Juli bestätigen. In diesem Zusammenhang sind die Blicke auf die US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag gerichtet. Die US-Notenbank hat ein Doppelmandat, das zum einen die Eingrenzung der Inflation und zum anderen die Unterstützung des Arbeitsmarktes beinhaltet.

Rückblick: Etwas fester - Nachgebende Renditen und nicht stärker weiter steigende Ölpreise hellten die Stimmung auf. Zu ersterem trug Fed-Gouverneur Waller mit der Aussage bei, dass er bei günstigen kommenden Inflationsdaten eine Zinserhöhungspause befürworten würde. Dazu kamen erhöhte Wachstumsprognosen für Deutschland von Wirtschaftsinstituten. Mit den fallenden Renditen waren Immobilienaktien gesucht. Im Mediensektor ging es für Publicis um 4,4 Prozent nach oben, nach dem Gewinn des Werbeetat für sämtliche Produkte von Pepsico. WPP gewannen sogar 5,6 Prozent. Weil Publicis damit aus dem Wettbewerb um den Auftrag des Pepsi-Konkurrenten Coca Cola ausscheide, erhöhten sich hier die Chancen für WPP, hieß es. Luxusgüteraktien führten die Verliererliste in Europa an. Hermes verloren 3,3, LVMH 1,8 oder Kering 2,0 Prozent. Essilorluxottica verloren sogar 3,6 Prozent. Im Rüstungssektor hielt der Abgabedruck an. Händler verwiesen darauf, dass der russische Präsident Wladimir Putin erneut Friedensgespräche mit der Ukraine ins Spiel gebracht habe.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Freundlich - VW zogen am Tag vor der mit Spannung erwarteten Aufsichtsratssitzung um 3,6 Prozent an und waren Tagesgewinner im DAX. Am Abend wurden dann überraschend schon vorzeitig Ergebnisse der Sitzung mitgeteilt (siehe Tagesthema). Deutsche Telekom gewannen 1,1 Prozent. Der aktivistische Investor Elliott drängt das Unternehmen laut einem Bloomberg-Bericht dazu, eine mögliche Fusion mit der Tochter T-Mobile US nicht weiterzuverfolgen, und will andere Wege zur Steigerung des Shareholder Value, etwa umfangreichere Aktienrückkäufe. Delivery Hero schlossen praktisch unverändert bei 36,55 Euro. Im Handel wundert man sich über den hohen Abschlag von rund 12 Prozent gegenüber dem Übernahmeangebot von Uber, das auf 41,50 Euro lautet. Grund sei wahrscheinlich, dass noch in vielen Ländern die aufsichtsrechtliche Genehmigung eingeholt werden müsse. Lufthansa legten um 1,3 Prozent zu vor der Entscheidung des Indexbetreibers Stoxx über die Neuzusammensetzung der Indizes der DAX-Familie. Möglicherweise könnte die Lufthansa-Aktie dabei den Sprung in den DAX schaffen, allerdings trübten sich die Aufstiegschancen zuletzt wieder etwas ein.

XETRA-NACHBÖRSE

VW legten auf Tradegate um rund 4 Prozent zu nach der Mitteilung, dass der Aufsichtsrat einem Sanierungsplan zugestimmt hat, im Zuge dessen rund 50.000 Jobs wegfallen sollen (siehe Tagesthema).

USA - AKTIEN

Fester - Für Kauflaune sorgte US-Notenbank-Gouverneur Christopher Waller mit der Aussage, eine Beibehaltung des Zinsniveaus unterstützen zu können. Waller sagte, dass die Inflation zwar weiterhin "deutlich" über dem 2-Prozent--Ziel der Fed liege, er in den jüngsten Daten jedoch Anzeichen einer Abkühlung sehe. Am Zinsterminmarkt sank darauf die eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September von 70 auf 50 Prozent. Am Anleihemarkt gaben die Renditen phasensweise deutlich nach. Viele Anleger dürften dazu beim Arbeitsmarktbericht für August am Freitag auf eine Eintrübung der Beschäftigungslage gewettet haben, was ebenfalls gegen eine Anhebung der Zinsen sprechen würde. Der am Mittwoch veröffentlichte Arbeitsmarktbericht des privaten Anbieters ADP hatte bereits einen schwächeren Beschäftigungsaufbau gezeigt als angenommen. Broadcom verloren trotz starker Zahlen zum dritten Geschäftsquartal und einem ermutigenden Ausblick 2,7 Prozent. Den Anlegern seit gut nicht gut genug gewesen, hieß es. Nvidia stiegen um 1,8 Prozent mit der Nachricht, das New Yorker KI-Startup Hugging Face für rund 13 Milliarden Dollar zu kaufen. Snowflake schossen um 17 Prozent nach oben, nachdem der Softwarehersteller mit den Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen und die

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September 04, 2026 01:31 ET (05:31 GMT)

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KI braucht Strom
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