DJ Großinsolvenzen in Deutschland auf neuem Hoch
DOW JONES--Die Zahl der Großinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 auf einen neuen Höchststand geklettert. Nach Daten des Kreditversicherers Allianz Trade stellten 33 Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz einen Insolvenzantrag - ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit verfestigt sich der Negativtrend nach dem Rekordjahr 2025 mit damals 94 Großinsolvenzen weiter. Am stärksten betroffen war im ersten Halbjahr die Automobilbranche mit sieben Fällen, gefolgt vom Einzelhandel sowie dem Maschinenbau.
Der kumulierte Jahresumsatz der betroffenen Großunternehmen stieg in den ersten sechs Monaten um 3 Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro. Obwohl der durchschnittliche Umsatz pro Fall leicht um knapp 7 Prozent auf etwa 137 Millionen Euro sank, warnen Experten vor anhaltenden Risiken. Angesichts der komplexen Wertschöpfungsketten drohen laut Allianz Trade erhebliche Dominoeffekte für Zulieferer und Dienstleister. Für den weiteren Jahresverlauf wird keine nachhaltige Entspannung erwartet, da energie- und kapitalintensive Sektoren weiterhin unter starkem Anpassungsdruck stehen.
Auch international nimmt die Insolvenzwelle zu: Weltweit stieg die Zahl der Großinsolvenzen im ersten Halbjahr um 13 Prozent auf 247 Fälle, wobei Westeuropa mehr als 60 Prozent der globalen Ausfälle auf sich vereint. Deutschland sticht regional besonders hervor: In den letzten zwölf Monaten entfiel nahezu jede dritte westeuropäische Großinsolvenz auf die Bundesrepublik (97 von 325 Fällen). Damit liegt Deutschland im westeuropäischen Vergleich mit deutlichem Abstand vor Frankreich (69) und Italien (62).
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September 04, 2026 02:32 ET (06:32 GMT)
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