Wien (ots) -
Das Eye Filmmuseum Amsterdam präsentiert von 19.9.2026 bis 31.1.2027 eine reiche Auswahl früher, wenig bekannter und neu in Auftrag gegebener (Film-)Arbeiten
Eine Ausstellung und Retrospektive über moralische Ambivalenz, Orientierungslosigkeit, aber auch über die Liebe und die Sehnsucht danach: Die Werkschau "Ulrich Seidl - Über das Leben, die Liebe und den Tod" konfrontiert das Publikum mit einer Reihe scheinbar gewöhnlicher Menschen, die versuchen, in einer sinnentleerten, spätkapitalistischen Gesellschaft etwas aus sich und ihrem Leben zu machen. Das Eigentümliche von Seidls Herangehensweise besteht darin, wie er der Welt den Spiegel vorhält.
Im Mittelpunkt steht Seidls fortwährende Auseinandersetzung mit der conditio humana. Sein Interesse gilt dem Alltäglichen und jenen, die sich an den Rändern einer allgemeinen gesellschaftlichen Ordnung bewegen. Seidl erzählt in seinen Arbeiten über Menschen, die auf der Suche nach Glück und Erfüllung ihrer Sehnsüchte oftmals daran scheitern ohne dabei ihre Würde aufs Spiel zu setzen.
Seidls Werk wird oft als "verstörend" beschrieben, weil es den Betrachter, behaftet mit seinen eigenen Vorurteilen, mit Menschen konfrontiert, die scheinbar schamlos ihre Lebensweise zur Schau stellen wobei Abgründe sichtbar werden, die in uns allen stecken, auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen. "Mir geht es darum, hinter die beschönigte Fassade zu blicken und in den privaten Raum vorzudringen", sagt Seidl. "Das ist oft unangenehm und sieht vielleicht anders aus, als die meisten es gerne hätten."
Seidl präsentiert die Komplexität der Welt in all ihrer sittlichen Widersprüchlichkeit, widersetzt sich einem Schwarz-Weiß-Denken und verzichtet auf moralische Bewertungen und Urteile. Mit dem Unbehagen, das seine Arbeiten erzeugen, hofft er, die Besucher dazu zu bewegen, den eigenen moralischen Kompass zu hinterfragen.
An der Schnittstelle von Dokumentation und Fiktion
Ein weiteres Mittel, mit dem Seidl ein gewisses Maß an Desorientierung erzeugt, besteht darin, seine Werke an der Schnittstelle von Dokumentation und Fiktion zu positionieren. Recherchen zu realen Personen, Orten und Situationen bilden die Grundlage seiner Arbeit, die er anschließend mit fiktionalen Elementen und Figuren verwebt. In Seidls Filmen spielen professionelle SchauspielerInnen und Laien gemeinsam, um in einen Kontext einzutreten und zu improvisieren. Inszenierung und Realität verschmelzen nahtlos miteinander. Was ist real, was ist Fiktion?
Zudem setzt Seidl seit seinen frühesten Werken sogenannte Tableaus ein: straff komponierte Szenen, in denen Protagonisten oft schweigend und regungslos in die Kamera blicken, was beim Zuschauer mitunter ein beklemmendes Gefühl auslöst.
"Ulrich Seidl - Über das Leben, die Liebe und den Tod" ist die Abschiedsausstellung von Jaap Guldemond, der als Kurator die künstlerische Ausrichtung des Ausstellungsprogramms von Eye seit der Eröffnung des Gebäudes in Amsterdam-Noord (2012-2024) geprägt hat. Guldemond kuratierte insgesamt 40 Ausstellungen für Eye.
Filme, Vorträge & Veranstaltungen
Wie üblich wird die Werkschau von einem umfangreichen Filmprogramm begleitet. In den Kinos werden eine Reihe von Seidls Werken gezeigt, darunter mehrere Titel auf 35-mm-Film aus der Eye-Sammlung. Zudem wird Ulrich Seidl das Museum im Rahmen der Ausstellung besuchen, um in einem Künstlergespräch über sein Werk zu sprechen. In verschiedenen Veranstaltungen der Reihe "Eye on Art" werden Themen aus Seidls Werk vertieft sowie die Verbindungen zwischen seinem Schaffen und dem Wirken anderer zeitgenössischer Filmemacher und Künstler beleuchtet.
Ausstellung & Retrospektive
Ulrich Seidl - Über das Leben, die Liebe und den Tod 19. September 2026 - 31. Jänner 2027
Eye Filmmuseum, IJpromenade 1 Amsterdam,
eyefilm.nl/ulrichseidl
Über Ulrich Seidl
Ulrich Seidl (1952 in Wien) ist ein österreichischer Filmregisseur, Fotograf, Drehbuchautor, Produzent und Theatermacher. Er hat bisher rund zwanzig Spiel- und Dokumentarfilme gedreht. In den 1990er Jahren wurde er für seine sogenannten Dokumentarfilme, die immer eine Mischung aus Realem und Fiktion waren, "Good News" (1990), "Mit Verlust ist zu rechnen" (1992), "Tierische Liebe" (1995) und "Models" (1998) mehrfach ausgezeichnet. Im Jahr 2001 wurde sein erster rein fiktionaler Kinofilm, "Hundstage" ("Dog Days"), bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Großen Preis der Jury geehrt. Nach dem Welterfolg von "Hundstage" gründete Seidl gemeinsam mit seiner Koautorian und Regisseurin Veronika Franz im Jahr 2003 die Ulrich Seidl Filmproduktion in Wien. Einerseits, um die eigenen Filme zu produzieren, andererseits, um die Herstellungsbedingungen für Filmemacherinnen anders zu gestalten als herkömmliche Filmproduktion und mit dem großen Anliegen es auch der jungen nachfolgenden Generation zu ermöglichen, ihre künstlerischen Visionen umzusetzen. Neben Seidls nachfolgenden Arbeiten darunter "Import Export" (2007) und "Paradise: Liebe" (2012) in Cannes konnten alle von der Ulrich Seidl Film produzierten Filme (wie "Ich seh Ich seh", "Luzifer", "Sonne", "Veni Vidi Vici", "Des Teufels Bad" uvw.) ihre Uraufführung auf A-Festivals feiern.
Seidls jüngstes Werk, der Zweiteiler "BÖSE SPIELE Rimini Sparta" (WICKED GAMES Rimini Sparta, 2023) wurde auf dem Internationalen Filmfestival Rotterdam uraufgeführt. Darüber hinaus hat er Theaterproduktionen wie "Vater Unser" (2004, Volksbühne Berlin) und "Böse Buben / Fiese Männer" (2011, Wiener Festwochen) inszeniert und präsentiert regelmäßig seine fotografischen Arbeiten.
Aktuell arbeitet Ulrich Seidl an seinem nächsten internationalen Spielfilm "Distanzen". (Regie & Produzent: Ulrich Seidl, Koproduzenten: Philippe Bober (Frankreich/Deutschland), Albert Serra (Spanien). Die Dreharbeiten sind für Anfang 2027 geplant.
Pressekontakt:
Ulrich Seidl Filmproduktion GmbH
Melanie Friedl, MA
Telefon: 004313102824
E-Mail: office@ulrichseidl.com
www.ulrichseidl.com
Original-Content von: Ulrich Seidl Filmproduktion, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/164994/6345539
Das Eye Filmmuseum Amsterdam präsentiert von 19.9.2026 bis 31.1.2027 eine reiche Auswahl früher, wenig bekannter und neu in Auftrag gegebener (Film-)Arbeiten
Eine Ausstellung und Retrospektive über moralische Ambivalenz, Orientierungslosigkeit, aber auch über die Liebe und die Sehnsucht danach: Die Werkschau "Ulrich Seidl - Über das Leben, die Liebe und den Tod" konfrontiert das Publikum mit einer Reihe scheinbar gewöhnlicher Menschen, die versuchen, in einer sinnentleerten, spätkapitalistischen Gesellschaft etwas aus sich und ihrem Leben zu machen. Das Eigentümliche von Seidls Herangehensweise besteht darin, wie er der Welt den Spiegel vorhält.
Im Mittelpunkt steht Seidls fortwährende Auseinandersetzung mit der conditio humana. Sein Interesse gilt dem Alltäglichen und jenen, die sich an den Rändern einer allgemeinen gesellschaftlichen Ordnung bewegen. Seidl erzählt in seinen Arbeiten über Menschen, die auf der Suche nach Glück und Erfüllung ihrer Sehnsüchte oftmals daran scheitern ohne dabei ihre Würde aufs Spiel zu setzen.
Seidls Werk wird oft als "verstörend" beschrieben, weil es den Betrachter, behaftet mit seinen eigenen Vorurteilen, mit Menschen konfrontiert, die scheinbar schamlos ihre Lebensweise zur Schau stellen wobei Abgründe sichtbar werden, die in uns allen stecken, auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen. "Mir geht es darum, hinter die beschönigte Fassade zu blicken und in den privaten Raum vorzudringen", sagt Seidl. "Das ist oft unangenehm und sieht vielleicht anders aus, als die meisten es gerne hätten."
Seidl präsentiert die Komplexität der Welt in all ihrer sittlichen Widersprüchlichkeit, widersetzt sich einem Schwarz-Weiß-Denken und verzichtet auf moralische Bewertungen und Urteile. Mit dem Unbehagen, das seine Arbeiten erzeugen, hofft er, die Besucher dazu zu bewegen, den eigenen moralischen Kompass zu hinterfragen.
An der Schnittstelle von Dokumentation und Fiktion
Ein weiteres Mittel, mit dem Seidl ein gewisses Maß an Desorientierung erzeugt, besteht darin, seine Werke an der Schnittstelle von Dokumentation und Fiktion zu positionieren. Recherchen zu realen Personen, Orten und Situationen bilden die Grundlage seiner Arbeit, die er anschließend mit fiktionalen Elementen und Figuren verwebt. In Seidls Filmen spielen professionelle SchauspielerInnen und Laien gemeinsam, um in einen Kontext einzutreten und zu improvisieren. Inszenierung und Realität verschmelzen nahtlos miteinander. Was ist real, was ist Fiktion?
Zudem setzt Seidl seit seinen frühesten Werken sogenannte Tableaus ein: straff komponierte Szenen, in denen Protagonisten oft schweigend und regungslos in die Kamera blicken, was beim Zuschauer mitunter ein beklemmendes Gefühl auslöst.
"Ulrich Seidl - Über das Leben, die Liebe und den Tod" ist die Abschiedsausstellung von Jaap Guldemond, der als Kurator die künstlerische Ausrichtung des Ausstellungsprogramms von Eye seit der Eröffnung des Gebäudes in Amsterdam-Noord (2012-2024) geprägt hat. Guldemond kuratierte insgesamt 40 Ausstellungen für Eye.
Filme, Vorträge & Veranstaltungen
Wie üblich wird die Werkschau von einem umfangreichen Filmprogramm begleitet. In den Kinos werden eine Reihe von Seidls Werken gezeigt, darunter mehrere Titel auf 35-mm-Film aus der Eye-Sammlung. Zudem wird Ulrich Seidl das Museum im Rahmen der Ausstellung besuchen, um in einem Künstlergespräch über sein Werk zu sprechen. In verschiedenen Veranstaltungen der Reihe "Eye on Art" werden Themen aus Seidls Werk vertieft sowie die Verbindungen zwischen seinem Schaffen und dem Wirken anderer zeitgenössischer Filmemacher und Künstler beleuchtet.
Ausstellung & Retrospektive
Ulrich Seidl - Über das Leben, die Liebe und den Tod 19. September 2026 - 31. Jänner 2027
Eye Filmmuseum, IJpromenade 1 Amsterdam,
eyefilm.nl/ulrichseidl
Über Ulrich Seidl
Ulrich Seidl (1952 in Wien) ist ein österreichischer Filmregisseur, Fotograf, Drehbuchautor, Produzent und Theatermacher. Er hat bisher rund zwanzig Spiel- und Dokumentarfilme gedreht. In den 1990er Jahren wurde er für seine sogenannten Dokumentarfilme, die immer eine Mischung aus Realem und Fiktion waren, "Good News" (1990), "Mit Verlust ist zu rechnen" (1992), "Tierische Liebe" (1995) und "Models" (1998) mehrfach ausgezeichnet. Im Jahr 2001 wurde sein erster rein fiktionaler Kinofilm, "Hundstage" ("Dog Days"), bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Großen Preis der Jury geehrt. Nach dem Welterfolg von "Hundstage" gründete Seidl gemeinsam mit seiner Koautorian und Regisseurin Veronika Franz im Jahr 2003 die Ulrich Seidl Filmproduktion in Wien. Einerseits, um die eigenen Filme zu produzieren, andererseits, um die Herstellungsbedingungen für Filmemacherinnen anders zu gestalten als herkömmliche Filmproduktion und mit dem großen Anliegen es auch der jungen nachfolgenden Generation zu ermöglichen, ihre künstlerischen Visionen umzusetzen. Neben Seidls nachfolgenden Arbeiten darunter "Import Export" (2007) und "Paradise: Liebe" (2012) in Cannes konnten alle von der Ulrich Seidl Film produzierten Filme (wie "Ich seh Ich seh", "Luzifer", "Sonne", "Veni Vidi Vici", "Des Teufels Bad" uvw.) ihre Uraufführung auf A-Festivals feiern.
Seidls jüngstes Werk, der Zweiteiler "BÖSE SPIELE Rimini Sparta" (WICKED GAMES Rimini Sparta, 2023) wurde auf dem Internationalen Filmfestival Rotterdam uraufgeführt. Darüber hinaus hat er Theaterproduktionen wie "Vater Unser" (2004, Volksbühne Berlin) und "Böse Buben / Fiese Männer" (2011, Wiener Festwochen) inszeniert und präsentiert regelmäßig seine fotografischen Arbeiten.
Aktuell arbeitet Ulrich Seidl an seinem nächsten internationalen Spielfilm "Distanzen". (Regie & Produzent: Ulrich Seidl, Koproduzenten: Philippe Bober (Frankreich/Deutschland), Albert Serra (Spanien). Die Dreharbeiten sind für Anfang 2027 geplant.
Pressekontakt:
Ulrich Seidl Filmproduktion GmbH
Melanie Friedl, MA
Telefon: 004313102824
E-Mail: office@ulrichseidl.com
www.ulrichseidl.com
Original-Content von: Ulrich Seidl Filmproduktion, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/164994/6345539
© 2026 news aktuell
