DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutscher Auftragseingang steigt im Juli unerwartet dank Großaufträgen
Der Auftragseingang der deutschen Industrie hat sich im Juli besser als erwartet entwickelt, was vor allem an Großaufträgen lag. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, stiegen die Bestellungen gegenüber dem Vormonat um 2,5 Prozent und lagen kalenderbereinigt um 13,1 (Juni: 7,2) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten dagegen einen monatlichen Rückgang um 0,1 Prozent prognostiziert. Der für Juni vorläufig gemeldete monatliche Anstieg von 3,1 Prozent wurde auf 3,7 Prozent revidiert.
Ohne Großaufträge wenig los in deutscher Industrie
Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Bethmann HAL, dass in der deutschen Industrie weiterhin vor allem Großaufträge "die Musik machen". "Festzuhalten bleibt aber, dass ohne Großaufträge wenig los ist. Alles in allem bleibt es dabei, dass die Auftragsbücher nicht das Problem sind", schreibt er in einem Kommentar. Wichtig sei jetzt, dass Aufträge auch zügig abgearbeitet würden. Hier sei noch fraglich, ob Kapazitäten von Unternehmen stärker ausgelastet würden. "Standortbedingungen, Lieferketten und Niedrigwasser machen es Unternehmen weiter schwer", hält Krüger fest.
Deutsche Wirtschaft erholt sich nur moderat
Die Daten zum deutschen Auftragseingang im Juli sind nach Aussage von Commerzbank-Volkswirt Marco Wagner nur auf den ersten Blick gut. "Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um 1,4 Prozent niedriger als im Vormonat", schreibt er in einem Kommentar. Mit Blick auf die unterliegende Entwicklung habe sich die zwischenzeitlich aufkeimende Belebung wieder verflüchtigt. "Die Orders ohne Großaufträge bewegen sich seit zweieinhalb Jahren auf niedrigem Niveau seitwärts. Damit dürfte es vorerst auch keine Belebung bei der deutschen Industrieproduktion geben, zumal in den vergangenen Wochen die Pegelstände im Rhein niedrig waren und die Energiepreise wieder gestiegen sind", urteilt Wagner.
BNP: EZB hebt Zinsen im Dezember erneut an
Die Analysten von BNP Paribas rechnen damit, dass der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) in der nächsten Woche eine Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent beschließen wird. Sie rechnen nun außerdem für Dezember mit einem Schritt gleicher Größenordnung. "Die Dauer des Energiepreisschocks und die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft machen die Entstehung von Zweitrundeneffekten wahrscheinlicher", schreiben sie in ihrem, Ausblick auf den Zinsbeschluss am Donnerstag. Nach ihrer Einschätzung untertreibt der in letzter Zeit von der EZB angeführte synthetische Index aus Öl- und Gaspreis das wahre Ausmaß des Preisdrucks aus dieser Quelle etwas.
Umfrage der Bank of England deutet auf nachlassenden Preisdruck hin
Laut einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der Bank of England erwarteten die im August befragten britischen Unternehmen, ihre Preise langsamer anzuheben als noch im Juli. Rund 2.012 Finanzvorstände wurden zwischen dem 7. und 21. August befragt. Die Energiepreise waren weiterhin hoch, da die USA und der Iran in einem Konflikt, der sich nun im siebten Monat befindet, sich weiterhin Gefechte lieferten.
Vance verteidigt Freundschaft mit Trump-Kritiker Tucker Carlson
US-Vizepräsident JD Vance hat seine Freundschaft mit dem ehemaligen Fox-News-Moderator Tucker Carlson verteidigt und dem Druck einiger Republikaner widerstanden, sich von dem konservativen Bilderstürmer zu distanzieren. "Tucker ist ein Freund, obwohl wir in einer Reihe von Dingen nicht übereinstimmen", sagte Vance vor Journalisten im Weißen Haus. "Und ich werde dieses Spiel nicht mitspielen, Freunde für ein paar politische Meinungsverschiedenheiten über die Klinge springen zu lassen." Carlson reagierte nicht sofort auf eine Anfrage zur Stellungnahme.
Ölpreis vor größtem Wochengewinn seit Juli
Die Ölpreise steuern auf ihren größten Wochengewinn seit Mitte Juli zu. Das Wiederaufflammen der Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran in dieser Woche hat die Befürchtung geschürt, dass die Lieferungen aus dem Persischen Golf bis ins nächste Jahr hinein eingeschränkt werden könnten. Im frühen europäischen Handel verteuert sich die Sorte Brent um 0,2 Prozent auf 95,75 US-Dollar je Barrel, während die WTI-Futures um 0,3 Prozent auf 91,58 US-Dollar je Barrel zulegen. Die Referenzsorten haben auf Wochensicht um 8,6 Prozent beziehungsweise 9,8 Prozent zugelegt. "Der Markt tritt in eine heikle Anpassungsphase ein", meinen die Analysten von ANZ.
DJG/DJN/apo
(END) Dow Jones Newswires
September 04, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
