DJ MÄRKTE EUROPA/Gut behauptet nach US-Arbeitsmarktbericht
DOW JONES--Mit kleinen Kursgewinnen haben sich Europas Börsen am Freitag aus dem Handel verabschiedet. Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht überraschte mit extrem starken Daten. Entsprechend wurde im Nachgang heftig über deren Folgen debattiert, auf eine abschließende Tendenz konnte sich der Markt nicht einigen. Vor allem an den US-Börsen war man vor dem langen Wochenende vorsichtig, da Montag ein Feiertag ist.
Der DAX stieg um 0,2 Prozent auf 26.046 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 rückte um 0,2 Prozent auf 6.393 Punkte vor.
In den USA wurden außerhalb der Landwirtschaft im August 162.000 neue Stellen geschaffen. Mit solch einer starken Zahl sei nicht zu rechnen gewesen, da auch noch der Vormonatswert von einem ursprünglich gemeldeten Rückgang um 23.000 auf einen Jobzuwachs von 21.000 nach oben revidiert worden sei, betonte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. Die US-Wirtschaft laufe so rund, dass sie höhere Zinsen vertrage.
"Das ist ein ganz starker US-Arbeitsmarktbericht", kommentiert Thomas Altmann von QC-Partners: "Bezieht man die positiven Revisionen der beiden Vormonate mit ein, wurden sogar viermal so viele Stellen geschaffen wie erwartet." Als absolut entscheidend für eine mögliche US-Zinserhöhung sehen Volkswirte nun die US-Inflationsdaten der kommenden Woche. Wegen hoher Benzinpreise im August werden 3,7 Prozent höhere Preise erwartet - meilenweit entfernt von dem Inflationsziel der US-Notenbank bei 2 Prozent.
Konjunkturaktien in Deutschland wurden von überraschend gute Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Juli gestützt. Zusammen mit Hoffnungen auf einen Wendepunkt bei VW strahlte dies auf den gesamten Auto- und auch Stahlsektor aus. VW sprangen mit der angekündigten Restrukturierung um 6,5 Prozent nach oben, BMW, Mercedes, Stellantis und Renault um bis zu 1,8 Prozent. Der Automobilsektor stieg um 1,2 Prozent.
Nachrichtlich standen VW im Fokus: Hier hatte überraschend der Aufsichtsrat bereits am Donnerstag dem Sanierungsplan des Vorstands zugestimmt - und zwar einstimmig auch mit den Gewerkschaften. Der Plan sieht den Abbau von 50.000 Stellen bis 2030 vor, massive Investitionen und eine höhere Effizienz. Die Modellpalette soll um rund 50 Prozent ausgedünnt werden. Die RBC-Analysten sprachen von einer Überraschung und einem ermutigenden Zeichen. Im Handel war von einem "Aufbruchssignal" die Rede, was vor allem US-Anleger wieder in die Aktien lockte.
Profiteur des Konjunkturoptimismus war auch die zuliefernde Stahlindustrie, wo Arcelormittal um 2,4 Prozent, Salzgitter um 5,8 Prozent und Thyssenkrupp um 6,5 Prozent stiegen. Stahlwerte waren wegen stärkerer Konjunkturdaten aus Europa schon die ganze Woche über gesucht.
Eine neuerliche Gewinnwarnung des US-Herstellers von Sportbekleidung Lululemon bremste vor allem Puma mit minus 1,8 Prozent. Adidas konnten sich im späten Handel um 0,3 Prozent ins Plus arbeiten.
Die Aktien von AT&S waren mit 11,2 Prozent stärkster Wert im Stoxx-600-Index. Das österreichische Tech-Unternehmen ist durch bullishe Kommentare von Oddo wieder in den Fokus gerückt.
Dazu standen Index-Änderungen in der DAX-Familie im Blick: Hugo Boss (+0,7%) und Ströer (-1,5%) tauschen ihre Plätze im MDAX und SDAX. OHB (-0,2%) rücken für Cancom (-0,4%) in den TecDAX auf. Keine Änderung wird es dagegen zum 21. September im DAX geben.Die Lufthansa-Aktie legte um 1,8 Prozent zu, obwohl sie es auch im dritten Anflug nicht in den DAX geschafft hat. Sie dürfte von dem am Freitag zeitweise deutlich nachgebenden Ölpreis gestützt worden sein.
=== Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.393 +0,2 +10,2 Stoxx-50 5.432 +0,2 +10,3 Stoxx-600 650 +0,1 +9,6 DAX 26.046 +0,2 +6,2 FTSE-100 London 10.832 0,0 +9,1 CAC-40 Paris 8.286 -0,1 +1,7 AEX Amsterdam 1.105 +0,8 +16,1 ATHEX-20 Athen 6.890 +0,4 +28,8 BEL-20 Brüssel 5.879 -0,5 +15,8 BUX Budapest 148.307 -0,4 +33,6 OMXH-25 Helsinki 6.403 +0,8 +12,3 OMXC-20 Kopenhagen 1.642 -0,4 +2,1 PSI 20 Lissabon 9.402 -0,1 +13,8 IBEX-35 Madrid 20.000 +0,3 +15,6 FTSE-MIB Mailand 52.245 -0,3 +16,2 OBX Oslo 2.028 -0,3 +26,9 PX Prag 2.816 -0,1 +4,9 OMXS-30 Stockholm 3.278 +0,2 +13,7 WIG-20 Warschau 153.948 +1,2 +29,7 ATX Wien 6.801 +0,9 +27,7 SMI Zürich 14.395 +0,0 +8,5 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 19.00 Uhr EUR/USD 1,1619 -0,0 -0,0005 1,1624 1,1637 EUR/JPY 181,35 +0,1 0,2500 181,1 180,8000 EUR/CHF 0,9403 +0,2 0,0016 0,9387 0,9377 EUR/GBP 0,8591 -0,0 -0,0002 0,8593 0,8591 USD/JPY 156,06 +0,2 0,2700 155,79 155,3500 GBP/USD 1,352 -0,0 -0,0001 1,3521 1,3543 USD/CNY 6,7108 -0,1 -0,0073 6,7181 6,7181 USD/CNH 6,707 -0,2 -0,0106 6,7176 6,7161 AUS/USD 0,7209 +0,1 0,0010 0,7199 0,7205 Bitcoin/USD 79.470,66 -2,5 -2.011,54 81.482,20 80.930,97 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 90,89 -0,5 -0,41 91,3 Brent/ICE 95,35 -0,2 -0,17 95,52 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.437,84 -0,8 -35,02 4.472,86 Silber 66,19 -1,1 -0,76 66,95 Platin 1.823,33 -0,2 -2,92 1.826,25 (Angaben ohne Gewähr) ===
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September 04, 2026 12:07 ET (16:07 GMT)
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