BERLIN (dpa-AFX) - Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, sieht seine Partei nach ihren dramatischen Verlusten in Sachsen-Anhalt vor schwierigen Gesprächen über eine Regierungsbildung unter Ausschluss der AfD. "Wir werden schauen müssen, was wir tun können, um für das Land eine einigermaßen stabile Regierung zu gewährleisten", sagte der CDU-Politiker in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".
Demokratie sei die Herrschaft der Mehrheit, sagte Frei. "Das heißt, diejenigen, die es schaffen, eine Mehrheit zusammenzubringen, die haben den Regierungsauftrag." Grundsätzlich könne auch Schulze nochmals eine Koalition in Sachsen-Anhalt anführen.
"Das ist jetzt nicht die Stunde, wo man sich wegducken kann", sagte Frei, der von einem bitteren Abend sprach, nachdem die CDU gegenüber von vor fünf Jahren mehr als halbiert worden sei. Nun müsse sich die CDU "sehr genau anschauen, wie wir damit umgehen". Man stehe am Beginn von vielen Überlegungen und Gesprächen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss Frei erneut klar aus. "Unser Ziel ist es, eine AfD-Regierung zu verhindern."
Solange kein neuer Ministerpräsident gewählt sei, sei Schulze laut Verfassung der Ministerpräsident. Auf die Frage, ob er damit rechne, dass es nach den Verlusten nun Ministerpräsidenten in der CDU geben werde, die auch den Parteivorsitzenden und Kanzler Friedrich Merz kritisieren würden, antwortete Frei: "Nein, damit rechne ich nicht."/bk/DP/zb
