DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutsche Produktion im Juli schwächer als erwartet
Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands ist deutlich schwächer als erwartet ins dritte Quartal gestartet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, sank die Produktion im Juli gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent und lag kalenderbereinigt um 1,6 (Juni: 0,5) Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten für Juli ein monatliches Plus von 0,1 Prozent prognostiziert. Allerdings hatte ein kräftiger Rückgang des Umsatzes im verarbeitenden Gewerbe schon darauf hingedeutet, dass die Experten mit ihrer Prognose falsch liegen würden. Den für April vorläufig gemeldeten Anstieg von 0,2 Prozent revidierten die Statistiker auf 0,0 Prozent.
Scope bestätigt AAA-Rating für Deutschland mit stabilem Ausblick
Die Ratingagentur Scope hat am Freitagabend - vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt - für Deutschland das AAA-Rating mit stabilem Ausblick bestätigt. Die Ratings würden "durch eine wohlhabende, große und diversifizierte Wirtschaft, solide öffentliche Finanzen sowie eine starke externe Position gestützt", teilte Scope Ratings mit. Diese Faktoren würden die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft stärken und der Regierung erheblichen haushaltspolitischen Spielraum verschaffen, um strukturelle Herausforderungen anzugehen und antizyklisch auf Schocks zu reagieren. Herausforderungen seien "globale geopolitische und handelsbezogene Risiken, Übergangsrisiken im Zusammenhang mit den Zielen zur Klimaneutralität und eine alternde Bevölkerung", so die Ratingagentur.
AfD verpasst absolute Mehrheit - BSW im Landtag
Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt klar gewonnen. Sie kommt laut vorläufigem Endergebnis auf 43,8 Prozent der Stimmen. Die CDU büßt mehr als die Hälfte der Stimmen ein und kommt auf 17,2 Prozent. Die Linke erreicht 8,6 Prozent, die SPD 9,3 Prozent und die Grünen 8,9 Prozent. Das BSW schafft mit 5,3 Prozent den Sprung in den Landtag. Die FDP wird mit 2,6 Prozent nicht mehr im Landtag vertreten sein.
VDMA: Wahlausgang "alarmierend" - Signal für Reformen
Der VDMA hat das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als "alarmierend" bezeichnet und sieht darin ein "klares Signal für Reformen in der Bundespolitik". "Die Menschen und Unternehmen im Land brauchen einen klaren wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Kurs, der die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in einem starken Europa an erste Stelle setzt", sagten VDMA-Präsident Bertram Kawlath und Vizepräsident Alexander Jakschik. Entscheidend sei, dass es konkrete Verbesserungen gebe, die Unternehmen und Beschäftigte tatsächlich spürten.
BDI: Politische Mitte muss Handlungsfähigkeit beweisen
Die Hauptgeschäftsführerin des Industrieverbands BDI hat die Bundesregierung nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu mehr Reformeifer aufgerufen und die Wirtschaftspolitik radikaler Parteien kritisiert. "Die Antwort auf dieses Landtagswahlergebnis darf kein politischer Stillstand im Bund sein", sagte Tanja Gönner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Gerade jetzt komme es darauf an, dass die Bundesregierung eine Reformagenda für mehr Investitionen, Innovationen und Wachstum entschlossen umsetze und ausbaue. "Die Rezepte radikaler Parteien sind dafür untauglich", sagte sie.
Berenberg: Koalition dürfte Reformkurs fortsetzen
Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding nimmt an, dass die Berliner Regierungskoalition trotz der schweren CDU-Niederlage in Sachsen-Anhalt ihre Arbeit mit Friedrich Merz als Kanzler fortsetzen wird. "Zwar dürfte die CDU/CSU-SPD-Koalition die geplanten wachstumsfördernden Reformen in Randbereichen voraussichtlich etwas abschwächen, aber ich gehe weiterhin davon aus, dass sie den Großteil dieser Änderungen im Herbst verabschieden wird", schriebt er in einem Kommentar. Die geplanten Erhöhungen der Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben dürften davon ebenfalls unberührt bleiben. "Die Debatte um Merz, seine Koalition und die Reformen könnte sich nach den beiden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern (MV) und im Stadtstaat Berlin am 20. September jedoch weiter aufheizen."
Neue EZB-Prognosen könnten Zinserhöhungsspekulationen anheizen oder dämpfen
Die spannende Frage vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag sei, ob die Zentralbanker die Spekulationen über Zinserhöhungen weiter anheizen oder etwas dämpfen werden, schreibt Elmar Voelker von der LBBW in einer Research Note. Im Rahmen der neuen Wachstums- und Inflationsprognosen liege der Fokus "unserer Ansicht nach auf der erwarteten Inflationsrate für 2028, denn die mittelfristigen Inflationsaussichten sind für die Geldpolitik von größter Bedeutung", so der Senior Fixed Income Analyst. Bislang hat die EZB für 2028 eine Inflationsrate von genau 2 Prozent prognostiziert. Sollte die Prognose nach oben korrigiert werden, "wäre dies unserer Meinung nach ein indirekter Hinweis darauf, dass die Geldpolitiker zu einer weiteren Zinserhöhung gegen Ende des Jahres tendieren."
US-Marine zerstört iranische Tanker nach Attacke auf Flugzeugträger
Das US-Militär hat am Wochenende drei iranische Öltanker angegriffen, nachdem der Iran ballistische Raketen auf zwei Kriegsschiffe der US-Marine, darunter einen Flugzeugträger, abgefeuert hatte. "Ein US-Flugzeugträger und ein Lenkwaffenzerstörer konnten mehreren unprovozierten iranischen Angriffen erfolgreich ausweichen", erklärte das US-Zentralkommando, das die US-Streitkräfte im Nahen Osten befehligt. Die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) hat während des gesamten Konflikts ballistische Raketen auf US-Streitkräfte abgefeuert, doch der versuchte Angriff auf die Kriegsschiffe wurde als erhebliche Eskalation gewertet, wie US-Beamte erklärten.
Schwieriger Ausweg aus US-Iran-Krieg führt zu Vorsicht bei Langläufern
Jefferies hat sich seit Juli von Anleihen mit langer Laufzeit ferngehalten, "da wir keinen einfachen Ausweg aus dem Krieg zwischen den USA und dem Iran sahen", schreibt der globale Ökonom Mohit Kumar in einer Research Note. Die Positionierung sei jedoch der einzige Faktor, der die Zinsen stütze, da sie sich den Indikatoren von Jefferies zufolge auf einem angespannten Niveau befinde. "Sollten die [US-]Verbraucherpreise schwächer ausfallen, könnten wir im Vorfeld der Sitzung der US-Notenbank eine reflexartige Eindeckung von Short-Positionen erleben", sagt er.
Opec und Verbündete einigen sich auf unveränderte Förderung im Oktober
Zentrale Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und ihrer Verbündeten haben am Sonntag vereinbart, die Ölförderung im Oktober nach sechs aufeinanderfolgenden monatlichen Erhöhungen unverändert zu lassen. Der Krieg zwischen den USA und dem Iran stört den globalen Ölhandel weiterhin massiv. Dies schränkt die Fähigkeit der erweiterten Gruppe Opec+ ein, den Verbrauchern zusätzliches Öl zur Verfügung zu stellen und das Marktgleichgewicht zu beeinflussen.
DJG/DJN/apo
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September 07, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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