BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fordert die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) einen besseren Schutz für Menschen, die von rechtsextremer Gewalt bedroht sein könnten. "Es geht jetzt nicht um abstrakte Prozentzahlen. Es geht um konkrete Menschen, die sich an diesem Morgen fragen, ob sie auf der Straße noch sicher sind", sagte die TGD-Bundesvorsitzende Mehtap Caglar laut einer Mitteilung.
Niemand dürfe zur Zielscheibe werden, weil er für einen Migranten gehalten werde, einer anderen Religion angehöre, queer sei oder nicht in das "völkische Weltbild der extremen Rechten" passe. Als queer bezeichnen sich Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.
Der Staat dürfe nicht abwarten, "bis aus politischen Drohungen konkrete Gewalt wird", sagte der TGD-Bundesvorsitzende Gökay Sofuoglu. "Demokratische Verantwortung beweist sich genau jetzt: indem wir diejenigen schützen, die zur Zielscheibe gemacht werden", sagte Sofuoglu. Die TGD appelliere deshalb an die demokratischen Fraktionen im neu gewählten Landtag, die Bundesregierung und die Länder, die "Brandmauer" gegen die AfD aufrechtzuerhalten./lea/DP/stk
