DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen bleiben unter Druck - Brent fast bei 100 Dollar
DOW JONES--Unter leichtem Abgabedruck stehen Europas Börsen am Montagmittag. Für den DAX geht es um 0,4 Prozent nach unten auf 25.953 Punkte, der Euro-Stoxx-50 verliert 0,2 Prozent auf 6.380 Punkte. Mit dem US-Feiertag werde es am Nachmittag an Vorgaben fehlen. Diese seien aber angesichts der Diskussion um die US-Schuldenkrise und den Renditeanstieg derzeit extrem wichtig. Vor allem die weitere Entwicklung nach dem starken Arbeitsmarktbericht am Freitag stehe bei den US-Staatsanleihen im Fokus, heißt es. Aktuell werden zehnjährige Papiere bei 4,78 Prozent gehandelt, und damit nur wenig unter den Jahreshochs. Eine Entspannung zeichnet sich nicht ab.
Der starke Arbeitsmarktbericht für August "ist die gute Nachricht, die niemand wollte", sagt Peter Graf, Chief Investment Officer bei Amova Asset Management Americas. "Er nimmt der Fed die glaubwürdigste Ausrede, die Zinsen im September nicht zu erhöhen". Volkswirte sehen Fed-Chef Kevin Warsh nun vor dem Dilemma stehen, die Zinsen erhöhen zu müssen, obwohl der US-Finanzminister gerade den Plan verkündet hatte, verstärkt über Kurzläufer finanzieren zu wollen. Eine Zinserhöhung würde damit direkt die Staatsverschuldung verteuern.
Allerdings wird im Handel klar unterstrichen, dass es angesichts der hohen Inflation eigentlich auch keine Alternative gebe. Sollte die Fed auf der Sitzung in anderthalb Wochen die Zinsen nicht erhöhen, dürfte die Glaubwürdigkeit der US-Notenbank dahin sein. Die Daten der US-Börse CME deuten darauf hin, dass Marktteilnehmer aktuell eine Wahrscheinlichkeit von knapp 60 Prozent für eine Zinserhöhung sehen.
Im Fokus stehen nun die US-Inflationsdaten am Donnerstag und Freitag. Nur deutlich schwächere Daten als erwartet könnten Warsh noch als Ausrede dienen, heißt es weiter. Mit Interesse wird auch auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag gewartet, auch hier steht der Inflationsausblick im Fokus. Eine Zinserhöhung gilt als ausgemacht.
Der Brent-Ölpreis ist derweil wieder über 97 Dollar geklettert. Am Wochenende hatten die USA drei iranische Öltanker angegriffen, nachdem iranische Streitkräfte US-Marineschiffe attackiert hatten. Der Iran drohte, eine Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus einzurichten, was das Risiko weiterer Störungen der Energieflüsse erhöht. Diskutiert werde auch über den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt, Bedeutung für die Börse habe dieser jedoch nicht, heißt es.
Bei den Unternehmensnachrichten ragen Novartis in der Schweiz mit 2,9 Prozent Minus hervor. Der Pharmakonzern meldete bei einer mit Spannung erwarteten Cholesterin-Studie einen Mißerfolg. Technologiewerte notieren auf ganzer Breite im Plus nach starken Vorlagen aus Asien. Im DAX steigen Infineon um 3,3 Prozent, zusätzlich angetrieben von einer Hochstufung auf "Kaufen" von MPCM. Für Suss Microtec geht es um 3,1 Prozent nach oben. Software-Aktien, die als mögliche Verlierer der KI-Revolution gesehen werden, werden gemieden. OpenAI hat am vergangenen Donnerstag ihr neues KI-Modell Astra vorgestellt. SAP geben 1,7 Prozent nach, Capgemini 1,4 Prozent oder Wolters Kluwer 1,3 Prozent.
Hannover Rück hat vom Treffen der Rückversicherer von leichtem Druck auf die Preise berichtet, die Aktien fallen 2 Prozent.
Mit einem Plus von 9,3 Prozent erholen sich Lottomatica in Mailand von zwischenzeitlichen Gewinnmitnahmen nach dem Zusammenschluss mit der spanischen Cirsa (+8%). Die Fusion war vergangenen Dienstag angekündigt worden. Nun äußern sich Analysten überwiegend positiv, vor allem geben Rating-Agenturen wie aktuell Fitch ihren Segen dazu. Von Fitch heißt es, das kombinierte Unternehmen werde ein stärkeres Geschäftsprofil und ein besseres Engagement zum schnell wachsenden Online-Geschäft haben. Größe ist nach Ansicht der Analysten ein entscheidender Faktor im Online-Gaming und -Sportwetten-Markt.
Kräftige Kursbewegungen gibt es in Reaktion auf Umfstufungen. So springen Nordex um 10,9 Prozent nach oben nach einer Hochstufung auf "Kaufen" durch Bank of America. Bei den Versorgern legen Eon um 1,7 Prozent zu. Sie wurden von der UBS von "Neutral" auf "Kaufen" nach oben genommen. Vonovia fallen dagegen um 2,5 Prozent, nachdem sie von Goldman Sachs auf "Neutral" nach "Kaufen" abgestuft worden sind.
=== Index zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.380,31 -0,2 -12,62 6.392,93 10,2 Stoxx-50 5.426,34 -0,1 -5,22 5.431,56 10,3 DAX 25.952,79 -0,4 -93,61 26.046,40 6,0 MDAX 32.342,55 -0,0 -12,77 27.039,42 5,6 TecDAX 4.030,32 +0,2 7,57 3.091,28 11,3 SDAX 18.719,72 -0,1 -14,32 13.062,07 9,0 FTSE 10.847,83 +0,2 16,74 10.831,09 9,2 CAC 8.279,04 0,0 0,27 8.278,77 1,6 SMI 14.301,35 -0,7 -94,59 14.395,94 7,8 ATX 6.866,00 +0,1 7,72 6.858,28 28,9 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:30 Uhr EUR/USD 1,1623 +0,1 0,0010 1,1613 1,1620 EUR/JPY 179,72 -0,9 -1,7000 181,42 181,3200 EUR/CHF 0,94 -0,0 -0,0004 0,9404 0,9406 EUR/GBP 0,8585 -0,1 -0,0004 0,8589 0,8592 USD/JPY 154,6 -1,1 -1,6400 156,24 156,0200 GBP/USD 1,3533 +0,1 0,0012 1,3521 1,3521 USD/CNY 6,7108 0,0 0,0000 6,7108 6,7109 USD/CNH 6,7087 +0,0 0,0008 6,7079 6,7073 AUS/USD 0,7215 +0,2 0,0013 0,7202 0,7208 Bitcoin/USD 79.465,85 -0,5 -433,64 79.899,49 79.440,11 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 92,26 +0,9 0,78 91,48 Brent/ICE 97,49 +1,3 1,21 96,28 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.382,22 -1,0 -45,47 4.427,69 Silber 65,40 -1,2 -0,79 66,19 Platin 1.807,08 -0,7 -13,43 1.820,51 (Angaben ohne Gewähr) ===
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