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MÄRKTE EUROPA/Kaum bewegt - Technologiewerte sehr stark

DJ MÄRKTE EUROPA/Kaum bewegt - Technologiewerte sehr stark

DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt ist wenig bewegt in die neue Woche gestartet. Der DAX verlor 0,2 Prozent auf 26.007 Punkte, der Euro-Stoxx-50 legte dagegen 0,2 Prozent zu. Der Brent-Ölpreis näherte sich wieder der 100 Dollar-Marke. Am Wochenende hatten die USA drei iranische Öltanker angegriffen, nachdem iranische Streitkräfte US-Marineschiffe attackiert hatten. Der Iran drohte, eine Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus einzurichten, was das Risiko weiterer Störungen der Energieflüsse erhöhte. Ein Ende der Feindseligkeiten zeichnete sich nicht ab. Angesichts der Feiertags in den USA verlief der Handel in ruhigen Bahnen.

Wenngleich der Erdrutschsieg der AfD am Wochenende in Sachsen-Anhalt direkt keine Auswirkungen auf die Börsen nach sich zog, so wurde er doch intensiv diskutiert. Nach Einschätzung der Commerzbank wird der Druck auf die Bundesregierung in Berlin und auf die Führung von Kanzler Friedrich Merz weiter steigen. Zudem dürfte das schlechte Abschneiden der Christ- und Sozialdemokraten die Zusammenarbeit in der Koalition belasten und es nicht einfacher machen, Einigungen bei anstehenden Reformen zu erzielen. Eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt werde jedoch die für die Finanzmärkte wichtigsten Politikbereiche - Steuern, soziale Sicherheit und die Gestaltung des Arbeitsmarktes - nicht beeinflussen.

Im Fokus stehen nun die US-Inflationsdaten am Donnerstag und Freitag. Nur deutlich schwächere Daten als erwartet könnten Fed-Chairman Kevin Warsh noch als Ausrede dienen, die Zinsen nicht anzuheben, hieß es im Handel. Mit Interesse wird auch auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag gewartet, hier steht vor allem der Inflationsausblick im Fokus. Eine Zinserhöhung gilt als ausgemacht.

Bei den Unternehmensnachrichten ragten Novartis in der Schweiz mit 3,2 Prozent Minus hervor. Der Pharmakonzern meldete bei einer mit Spannung erwarteten Cholesterin-Studie einen Misserfolg. Technologiewerte notierten auf ganzer Breite im Plus nach starken Vorlagen aus Asien. Im DAX stiegen Infineon um 6,9 Prozent, zusätzlich angetrieben von einer Hochstufung auf "Kaufen" von MPCM. Für Suss Microtec ging es um 5,2 Prozent nach oben, Aixtron gewannen 7,8 Prozent und Elmos legten 3 Prozent zu. Secunet kamen im SDAX auf ein Plus von 10,3 Prozent. In Resteuropa gewannen STMicroelectronics 4,1 Prozent und ASML 2,3 Prozent.

Software-Aktien bzw. Aktien von Informationsdienstleistern, die als mögliche Verlierer der KI-Revolution gesehen wurden, wurden dagegen gemieden. OpenAI hatte am vergangenen Donnerstag ihr neuestes KI-Modell Astra vorgestellt. OpenAI-President Greg Brockmann sprach vom Beginn der AGI-Ära, also echter Künstlicher Allgemeiner Intelligenz. Kritiker hegten zwar Zweifel, ob AGI mit Astra tatsächlich Realität geworden sei. Kein Zweifel herrschte jedoch an den extrem hohen Leistungswerten von Astra. SAP gaben 1,6 Prozent nach, Sout24 0,9 Prozent, Auto1 4 Prozent oder CTS Eventim 2,4 Prozent. Capgemini büßten 1,2 Prozent ein und Wolters Kluwer 1,4 Prozent.

Mit einem Plus von 7,7 Prozent erholten sich Lottomatica in Mailand von zwischenzeitlichen Gewinnmitnahmen nach dem Zusammenschluss mit der spanischen Cirsa (+6,1%). Die Fusion war vergangenen Dienstag angekündigt worden. Nun äußerten sich Analysten überwiegend positiv, vor allem gaben Rating-Agenturen wie Fitch ihren Segen. Von Fitch hieß es, das kombinierte Unternehmen werde ein stärkeres Geschäftsprofil und ein besseres Engagement im schnell wachsenden Online-Geschäft aufweisen. Größe ist nach Ansicht der Analysten ein entscheidender Faktor im Online-Gaming und -Sportwetten-Markt.

Immobilienaktien fanden weiter keinen Boden. Neben dem hohen Renditeniveau an den Anleihemärkten wurden auch die gestiegene Zinserwartungen zum Problem. An den Finanzmärkten wurden zunehmend drei EZB-Zinserhöhungen bis Mitte kommenden Jahres eingepreist. Für den zinssensiblen Sektor waren das keine erfreulichen Aussichten. Vonovia verloren 2,2 Prozent, auch belastet durch eine Abstufung durch Goldman Sachs. Daneben verloren LEG Immobilien 2,2 Prozent und TAG Immobilien 2,1 Prozent.

Kräftige Kursbewegungen gab es auch in Reaktion auf Umstufungen. So sprangen Nordex um 10 Prozent nach oben nach einer Hochstufung auf "Kaufen" durch Bank of America. Bei den Versorgern legten Eon um 1,1 Prozent zu. Sie wurden von der UBS von "Neutral" auf "Kaufen" nach oben genommen.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.404       +0,2         +10,4 
Stoxx-50        5.433       +0,0         +10,4 
Stoxx-600        650        0,0          +9,7 
DAX          26.007       -0,2          +6,4 
FTSE-100 London    10.831       -0,1          +9,1 
CAC-40 Paris      8.279       +0,3          +1,6 
AEX Amsterdam     1.114       +0,2         +17,1 
ATHEX-20 Athen     6.915       +0,1         +29,2 
BEL-20 Brüssel     5.853       -0,9         +15,2 
BUX Budapest     147.748       -0,1         +33,1 
OMXH-25 Helsinki    6.455       +0,6         +13,2 
OMXC-20 Kopenhagen   1.636       -0,0          +1,7 
PSI 20 Lissabon    9.389       +0,3         +13,6 
IBEX-35 Madrid    20.051       -0,1         +15,9 
FTSE-MIB Mailand   52.100       +0,3         +15,9 
OBX Oslo        2.022       -0,4         +26,6 
PX Prag        2.813       +0,2          +4,7 
OMXS-30 Stockholm   3.284       +0,2         +13,9 
WIG-20 Warschau   154.616       +0,4         +31,3 
ATX Wien        6.858       +0,7         +28,8 
SMI Zürich      14.396       -0,8          +8,5 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:30 Uhr 
EUR/USD          1,1626  +0,1   0,0013     1,1613     1,1620 
EUR/JPY          179,52  -1,1  -1,9000     181,42    181,3200 
EUR/CHF          0,9409  +0,1   0,0005     0,9404     0,9406 
EUR/GBP          0,8586  -0,0  -0,0003     0,8589     0,8592 
USD/JPY          154,4  -1,2  -1,8400     156,24    156,0200 
GBP/USD          1,3537  +0,1   0,0016     1,3521     1,3521 
USD/CNY          6,7108  0,0   0,0000     6,7108     6,7109 
USD/CNH          6,7096  +0,0   0,0017     6,7079     6,7073 
AUS/USD          0,7217  +0,2   0,0015     0,7202     0,7208 
Bitcoin/USD      78.878,08  -1,3 -1.021,41    79.899,49   79.440,11 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         93,14  +1,8    1,66      91,48 
Brent/ICE         97,43  +1,2    1,15      96,28 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.413,50  -0,3   -14,19    4.427,69 
Silber           66,29  +0,2    0,10      66,19 
Platin         1.827,85  +0,4    7,35    1.820,51 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/flf

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September 07, 2026 12:14 ET (16:14 GMT)

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KI braucht Strom
Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

Damit beginnt ein weltweites Wettrennen um verfügbare Stromkapazitäten. Hyperscaler sichern sich bereits über langfristige Verträge gewaltige Energiemengen, während Stromnetze und Erzeugungskapazitäten mit dem Ausbau kaum Schritt halten können. Zusätzlich verschärfen geopolitische Risiken rund um den Iran-Krieg und die Straße von Hormus die Situation.

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