Mainz (ots) -
Geräusche begleiten Kinder von Anfang an: Bereits im Mutterleib nehmen sie sie wahr. Nach der Geburt kommen neue Klangwelten hinzu. Was beruhigen oder unterhalten soll, kann aber auch zur akustischen Dauerbeschallung werden. Eberhard Schmidt, Hörakustikmeister und Präsident der Bundesinnung der Hörakustiker (biha), der auch Pädakustiker ist, klärt auf und rät auf Hörpausen zu achten.
Immer On, nie Off
"Die Ohren sind immer auf Empfang, man kann nicht nicht hören. Ihr Dauereinsatz ist also der Normalzustand. Belastend für die Ohren sind eine (zu) hohe Lautstärke, ein geringer Abstand zur Schallquelle und eine andauernde Beschallung", erklärt der Experte. "Für das kindliche Gehör und seine Entwicklung sind Phasen wichtig, in denen nicht ständig neue akustische Reize verarbeiten werden müssen. Sie brauchen Momente, in denen sie hören können, was um sie herum wirklich passiert - oder in denen einfach einmal nichts angeboten wird. Diese Ruhepausen sind kein Verzicht, sondern ein wichtiger Ausgleich zur Reizfülle des Alltags."
Akustische Wahrnehmung beginnt vor der Geburt
Etwa ab dem 5. Schwangerschaftsmonat kann das ungeborene Baby Geräusche wahrnehmen. Sehr laute und wiederholte Schallbelastungen, z.B. beim Arbeitsplatz oder auf Konzerten, sollten während der Schwangerschaft dennoch möglichst vermieden werden. Fruchtwasser und Gewebe dämpfen Geräusche zwar, aber in verringerter Lautstärke dringt Lärm doch bis zum Ungeborenen.
White Noise: hilfreich zum Einschlafen, aber nicht als Dauerprogramm
Unter White Noise versteht man ein gleichmäßiges Rauschen. Dies kann Babys beim Einschlafen helfen, weil ein konstantes, monotones Rauschen aus dem Mutterleib vertraut ist und dies zudem andere, plötzlich auftretende Geräusche überdeckt. Beispiele für White Noise (Weißes Rauschen) sind die Geräusche eines Föhns oder Staubsaugers, das Summen eines Ventilators oder auch Regenprasseln. "White Noise kann ein praktisches Einschlafritual sein. Es sollte aber nicht den ganzen Tag den akustischen Hintergrund bilden, sondern nur zeitlich begrenzt genutzt werden, wenn es nötig ist. Ein Baby braucht ebenso die Stimme seiner Eltern, natürliche Alltagsgeräusche und immer wieder Ruhe. Die White Noise Geräusche sollten so leise wie möglich eingestellt und mit ausreichend Abstand zum Kind aufgestellt werden", so Schmidt.
Hörspiele und Musik bewusst auswählen und unterbrechen
Mit zunehmendem Alter werden Hörspiele und Musik für viele Kinder zu festen Begleitern. Im Auto oder beim Spielen laufen sie nicht selten in Dauerschleife. Für die Ohren ist dabei nicht nur die Lautstärke relevant: Auch die ununterbrochene Dauerbeschallung kann dazu führen, dass Kinder kaum noch bewusste Ruhephasen erleben. "Eltern sollten darauf achten, Hörpausen in den Tag einzubauen. Hört niemand zu, muss auch kein Hörspiel laufen. Besser ist es, die Wiedergabe gezielt zu starten und nach einer Folge auszuschalten. So lernen Kinder zugleich, Medien bewusst zu nutzen", erklärt Eberhard Schmidt. Werden Kopfhörer genutzt, sollte die Lautstärke für die Kinderohren begrenzt werden. Zur grundsätzlichen Orientierung gilt: Trägt das Kind Kopfhörer und Eltern können sich nicht mehr in normaler Lautstärke mit ihm unterhalten, ist die Wiedergabe zu laut.
Stille lernen
Schon kleine Veränderungen machen einen Unterschied: das Radio nicht automatisch einschalten, beim Spielen auf zusätzliche Hintergrundmusik verzichten oder im Auto nicht jede Fahrt mit einem Hörspiel begleiten. Aufenthalte im Freien geben Kindern die Möglichkeit, Umgebungsgeräusche wahrzunehmen und ihre Aufmerksamkeit selbst zu lenken.
Wann ein Hörtest sinnvoll ist
Wenn ein Kind häufig nachfragt, Anweisungen missversteht, sehr laut spricht, Geräte immer lauter stellt oder bei der Sprachentwicklung Auffälligkeiten zeigt, kann ein Hörtest sinnvoll sein. Auch nach einer besonders lauten Veranstaltung oder bei Ohrgeräuschen sollten Eltern ihre Beobachtung ernst nehmen und fachkundigen Rat einholen. Hörakustiker-Fachbetriebe bieten professionelle Hörtests in der Regel kostenfrei an und beraten Familien zum altersgerechten Umgang mit Schall, Kopfhörern und Gehörschutz.
Mehr Informationen rund ums Hören:
https://www.richtig-gut-hoeren.de
https://www.instagram.com/biha.kdoer/
Hörakustiker-Fachbetriebe vor Ort:
https://www.hoerakustiker-suche.de/
Pressekontakt:
presse@biha.de
Original-Content von: Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/70547/6347895
Geräusche begleiten Kinder von Anfang an: Bereits im Mutterleib nehmen sie sie wahr. Nach der Geburt kommen neue Klangwelten hinzu. Was beruhigen oder unterhalten soll, kann aber auch zur akustischen Dauerbeschallung werden. Eberhard Schmidt, Hörakustikmeister und Präsident der Bundesinnung der Hörakustiker (biha), der auch Pädakustiker ist, klärt auf und rät auf Hörpausen zu achten.
Immer On, nie Off
"Die Ohren sind immer auf Empfang, man kann nicht nicht hören. Ihr Dauereinsatz ist also der Normalzustand. Belastend für die Ohren sind eine (zu) hohe Lautstärke, ein geringer Abstand zur Schallquelle und eine andauernde Beschallung", erklärt der Experte. "Für das kindliche Gehör und seine Entwicklung sind Phasen wichtig, in denen nicht ständig neue akustische Reize verarbeiten werden müssen. Sie brauchen Momente, in denen sie hören können, was um sie herum wirklich passiert - oder in denen einfach einmal nichts angeboten wird. Diese Ruhepausen sind kein Verzicht, sondern ein wichtiger Ausgleich zur Reizfülle des Alltags."
Akustische Wahrnehmung beginnt vor der Geburt
Etwa ab dem 5. Schwangerschaftsmonat kann das ungeborene Baby Geräusche wahrnehmen. Sehr laute und wiederholte Schallbelastungen, z.B. beim Arbeitsplatz oder auf Konzerten, sollten während der Schwangerschaft dennoch möglichst vermieden werden. Fruchtwasser und Gewebe dämpfen Geräusche zwar, aber in verringerter Lautstärke dringt Lärm doch bis zum Ungeborenen.
White Noise: hilfreich zum Einschlafen, aber nicht als Dauerprogramm
Unter White Noise versteht man ein gleichmäßiges Rauschen. Dies kann Babys beim Einschlafen helfen, weil ein konstantes, monotones Rauschen aus dem Mutterleib vertraut ist und dies zudem andere, plötzlich auftretende Geräusche überdeckt. Beispiele für White Noise (Weißes Rauschen) sind die Geräusche eines Föhns oder Staubsaugers, das Summen eines Ventilators oder auch Regenprasseln. "White Noise kann ein praktisches Einschlafritual sein. Es sollte aber nicht den ganzen Tag den akustischen Hintergrund bilden, sondern nur zeitlich begrenzt genutzt werden, wenn es nötig ist. Ein Baby braucht ebenso die Stimme seiner Eltern, natürliche Alltagsgeräusche und immer wieder Ruhe. Die White Noise Geräusche sollten so leise wie möglich eingestellt und mit ausreichend Abstand zum Kind aufgestellt werden", so Schmidt.
Hörspiele und Musik bewusst auswählen und unterbrechen
Mit zunehmendem Alter werden Hörspiele und Musik für viele Kinder zu festen Begleitern. Im Auto oder beim Spielen laufen sie nicht selten in Dauerschleife. Für die Ohren ist dabei nicht nur die Lautstärke relevant: Auch die ununterbrochene Dauerbeschallung kann dazu führen, dass Kinder kaum noch bewusste Ruhephasen erleben. "Eltern sollten darauf achten, Hörpausen in den Tag einzubauen. Hört niemand zu, muss auch kein Hörspiel laufen. Besser ist es, die Wiedergabe gezielt zu starten und nach einer Folge auszuschalten. So lernen Kinder zugleich, Medien bewusst zu nutzen", erklärt Eberhard Schmidt. Werden Kopfhörer genutzt, sollte die Lautstärke für die Kinderohren begrenzt werden. Zur grundsätzlichen Orientierung gilt: Trägt das Kind Kopfhörer und Eltern können sich nicht mehr in normaler Lautstärke mit ihm unterhalten, ist die Wiedergabe zu laut.
Stille lernen
Schon kleine Veränderungen machen einen Unterschied: das Radio nicht automatisch einschalten, beim Spielen auf zusätzliche Hintergrundmusik verzichten oder im Auto nicht jede Fahrt mit einem Hörspiel begleiten. Aufenthalte im Freien geben Kindern die Möglichkeit, Umgebungsgeräusche wahrzunehmen und ihre Aufmerksamkeit selbst zu lenken.
Wann ein Hörtest sinnvoll ist
Wenn ein Kind häufig nachfragt, Anweisungen missversteht, sehr laut spricht, Geräte immer lauter stellt oder bei der Sprachentwicklung Auffälligkeiten zeigt, kann ein Hörtest sinnvoll sein. Auch nach einer besonders lauten Veranstaltung oder bei Ohrgeräuschen sollten Eltern ihre Beobachtung ernst nehmen und fachkundigen Rat einholen. Hörakustiker-Fachbetriebe bieten professionelle Hörtests in der Regel kostenfrei an und beraten Familien zum altersgerechten Umgang mit Schall, Kopfhörern und Gehörschutz.
Mehr Informationen rund ums Hören:
https://www.richtig-gut-hoeren.de
https://www.instagram.com/biha.kdoer/
Hörakustiker-Fachbetriebe vor Ort:
https://www.hoerakustiker-suche.de/
Pressekontakt:
presse@biha.de
Original-Content von: Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/70547/6347895
© 2026 news aktuell
