DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Goldman Sachs: Euroraum-BIP steigt im 3Q um 0,17 Prozent
Goldman-Sachs-Volkswirt Giovanni Pierdomenico rechnet damit, dass sich das Wirtschaftswachstum des Euroraums im dritten Quartal verlangsamen wird. "Auf Basis der bisher vorliegenden Daten ergibt sich nach unserer Berechnung ein Wachstum von 0,17 (ohne Irland: 0,18) Prozent", schreibt er in einer Analyse. Das sei immer noch gut, aber etwas weniger als im ersten Halbjahr. Das Nowcasting-Model von Goldman gibt für Deutschland eine Wachstumsrate von 0 Prozent aus, für Frankreich 0,15 Prozent, für Italien 0,17 Prozent und für Spanien 0,56 Prozent. Für die Euroraum-Prognose von 0,2 Prozent im vierten Quartal sieht Pierdomenico sowohl Auf- als auch Abwärtsrisiken. Einerseits könnte die Wirtschaft der Länder an der Euro-Peripherie etwas besser als erwartet laufen, andererseits könnten die Rohstoffpreise für längere Zeit erhöht bleiben.
Stimmung der US-Kleinunternehmen im August leicht gesunken
Die Stimmung unter den US-Kleinunternehmen ist im August leicht zurückgegangen, da die Unsicherheit weiterhin hoch war und die Erwartungen an bessere Geschäftsbedingungen sanken. Der Verband National Federation of Independent Business (NFIB) teilte mit, sein Optimismusindex für Kleinunternehmen sei im August um 1,1 Punkte auf 98,7 gesunken. Obwohl der Wert leicht zurückging, liegt er weiterhin über dem 52-Jahres-Durchschnitt und folgt auf den Juli-Wert, der den höchsten Stand seit August 2025 erreicht hatte.
Goldman Sachs: Ölpreis könnte auf 120 USD steigen
Angesichts der verschärften Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus und im Roten Meer könnte der Preis für Brent-Rohöl auf über 120 US-Dollar pro Barrel steigen. Davor warnte Goldman Sachs in einer neuen Ölpreisprognose. "Die Märkte preisen zunehmend einen länger andauernden Nahost-Konflikt ein", erklärten die Analysten der Bank in einem Research Note am Montagabend. Goldman teilte mit, die Basisannahme sei nun, dass die Störungen der Schifffahrt im Nahen Osten bis ins nächste Jahr andauern würden.
Schifffahrtsstörungen halten Ölpreis hoch - Angebotsanpassung kann helfen
Goldman Sachs hebt seine Ölpreisprognosen leicht an, da die Bank davon ausgeht, dass die Störungen der Schifffahrt im Nahen Osten bis ins Jahr 2027 andauern werden. Die Anhebung fällt jedoch moderat aus, da die kommerziellen Ölbestände der OECD - ein wichtiger Indikator für die Rohölpreise - seit Kriegsbeginn kaum gesunken seien und sich die Angebotsanpassung im Nahen Osten wahrscheinlich fortsetzen werde. Goldman Sachs schätzt, dass sich das Defizit am globalen Ölmarkt von rund 7 Millionen Barrel pro Tag im März auf 1 Million im dritten Quartal verringert hat, da sich die Produktion am Golf teilweise erholt habe. Die Bank geht davon aus, dass Ende 2027 neue Pipelinekapazitäten in Betrieb genommen werden und dass die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien schließlich freie Kapazitäten einsetzen werden.
Chinas Exporte dürften stark bleiben
Chinas Exporte dürften stark bleiben, schreiben die Analysten der Citi in einem Kommentar. Chinas Exporte und Importe seien im August stark gestiegen, so die Bank. "Die Handelsdaten für August deuten auf einen starken Exportmotor hin, gestützt durch den KI-Investitionszyklus, die Nachfrage aus den asiatischen Lieferketten und höhere Exportpreise", so die Bank. Anleger beobachten den bevorstehenden Trump-Xi-Gipfel 2.0 aufmerksam, der für kurzfristige handelspolitische Stabilität sorge, fügen sie hinzu.
Inflation in Taiwan bleibt vor Notenbanksitzung hoch
Die Inflation in Taiwan blieb im August hoch. Dies stärkt die Argumente für eine Zinserhöhung vor der Sitzung der Zentralbank in der nächsten Woche. Der Verbraucherpreisindex stieg im Jahresvergleich um 2,04 Prozent. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten einen Anstieg von 2,4 Prozent erwartet. Damit lag die Inflation den vierten Monat in Folge über 2 Prozent. Der Nahostkonflikt trieb die Energiekosten in die Höhe, während Taifune und starke Sommerregen die Lebensmittelpreise ansteigen ließen.
Taiwans Inflationsverfehlung - Zinserhöhung im September fraglich
Die Rückkehr der Inflation in Taiwan zum Zielwert gibt der Zentralbank nach Einschätzung von Lynn Song von ING einen Grund, die Zinsen in diesem Monat unverändert zu lassen. Der Rückgang der Gesamtinflation im August mache die Prognose von ING für eine Zinserhöhung im September zwar unsicherer, schließe sie aber nicht aus. Die Bedingungen für eine Straffung seien weiterhin gegeben, da das BIP-Wachstum stark und der zugrundeliegende Inflationsdruck intakt sei. Die durch Nahrungsmittel bedingte Abschwächung im August ändere nichts am Gesamtbild, so Song. Die Kerninflation sei ziemlich stabil und die Erzeugerpreise zu hoch. Dies biete der Zentralbank jedoch die Flexibilität, eine Zinserhöhung zu verschieben, insbesondere angesichts der bevorstehenden Kommunalwahlen.
DJG/DJN/apo
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September 08, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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