BERLIN (dpa-AFX) - Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt geht Juso-Chef Philipp Türmer hart mit seiner Partei ins Gericht. "Wenn wir so starke Vertrauensverluste im Stammklientel erleben, müssen auch wir feststellen: Wir haben verdammt viel falsch gemacht", sagte der Juso-Chef dem "Handelsblatt" mit Blick auf das SPD-Wahlergebnis von 9,3 Prozent. "Es ist unmöglich, einen Reformkurs komplett gegen die Bevölkerung durchzusetzen. Man muss die Menschen hören. Und das heißt, dass sich jetzt etwas verändern muss", sagte Türmer.
Türmer bezeichnete das Ergebnis als Abrechnung mit der Bundesregierung, insbesondere mit dem Reformkurs. "Wir müssen unsere Politik in Berlin verändern und eine Kehrtwende einlegen." So müsse Schluss sein damit, dass Reform bei den Menschen mit Kürzung gleichgesetzt werde.
Stattdessen müssten echte Reformen her, die das System gerechter machten. Als Beispiel nannte Türmer eine Rentenreform, die kleinere Renten stärke und sehr hohe Bezüge etwas kürze - aber innerhalb einer gemeinsamen gesetzlichen Rentenversicherung für alle./hme/DP/zb
