DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Lkw-Maut-Fahrleistungsindex steigt im August um 0,6 Prozent
Die Fahrleistung der mautpflichtigen Lkw mit mindestens vier Achsen auf Bundesautobahnen ist im August kalender- und saisonbereinigt um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Im Vorjahresvergleich ergab sich ein kalenderbereinigtes Plus von 2,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Die Fahrleistung von Lkw ermöglicht frühzeitige Prognosen zur Entwicklung der Industrieproduktion.
Chinas Verbraucher- und Erzeugerpreise im August leicht gestiegen
Chinas Verbraucher- und Erzeugerpreise sind im August leicht gestiegen. Grund dafür war die Nervosität an den Energiemärkten im Zusammenhang mit den erneuerten Spannungen im Nahen Osten. Der Erzeugerpreisindex kletterte im August im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent. Damit beschleunigte sich der Anstieg nach 3,5 Prozent im Juli, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Nationalen Statistikamtes hervorgeht. Der Wert übertraf den von Ökonomen in einer Umfrage des Wall Street Journal prognostizierten Median von 3,7 Prozent. Unterdessen stiegen Chinas Verbraucherpreise um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das war schneller als das Wachstum von 0,5 Prozent im Juli und entsprach dem von Ökonomen in der WSJ-Umfrage erwarteten Anstieg von 0,8 Prozent.
Anstieg der chinesischen Verbraucherpreise verringert Dringlichkeit von Zinssenkungen
Die Verbraucherpreisinflation in China hat sich im August auf 0,8 Prozent im Jahresvergleich beschleunigt, nach 0,5 Prozent im Juli. Dies gebe den politischen Entscheidungsträgern mehr Handlungsspielraum und verringere die Dringlichkeit für kurzfristige Zinssenkungen, meint Xing Zhaopeng, ein Ökonom bei ANZ. Die politischen Entscheidungsträger würden sich wahrscheinlich auf angebotsseitige Reformen konzentrieren, einschließlich der Bemühungen zur Eindämmung eines übermäßigen Wettbewerbs und Reformen bei der Preisgestaltung für öffentliche Dienstleistungen, so Xing.
Japans Zinswende ist über die Grenzen hinaus von Bedeutung
Die Zinswende in Japan ist auch jenseits der Landesgrenzen von Bedeutung, da der Wettbewerb um Kapital zunimmt, schreiben die Strategen von Blackrock in einer Research Note. Die Strategen rechnen damit, dass es eine Rückkopplungsschleife zwischen den Anleihemärkten gibt: "höhere US-Zinsen könnten den Yen schwächen und die BOJ unter Druck setzen, schneller zu handeln, während höhere japanische Zinsen mehr Kapital nach Hause locken, die Nachfrage nach Treasurys schwächen und die US-Kreditkosten in die Höhe treiben könnten." Jahrzehntelang ultraniedrige inländische Renditen haben Japan zu einem wichtigen Kapitalexporteur gemacht, der derzeit rund 1,1 Billionen US-Dollar an US-Staatsanleihen hält, merken sie an.
Bank of Japan dürfte Zinsen noch dreimal anheben
Die Bank of Japan wird die Zinsen voraussichtlich im Oktober und Dezember anheben und ihren Leitzins damit auf 1,5 Prozent bringen, meint Takayuki Miyajima, Volkswirt der Sony Financial Group. Sollte dies eintreten, würden sich die Zinssätze neutralen Niveaus annähern. Dies würde die Bank of Japan veranlassen, die finanziellen Bedingungen noch sorgfältiger zu prüfen, bevor sie weitere Maßnahmen ergreift, stellt er fest. Miyajima erwarte die nächste Zinserhöhung danach für Juli 2027. Obwohl der Endzins in Japan wahrscheinlich bei 1,75 Prozent liege, könne dieses Niveau durch Verschiebungen in der US-Geldpolitik beeinflusst werden, fügt er hinzu.
RBA in der Zwickmühle - Erste Risse in der Konjunktur zeigen sich
Die Rhetorik hochrangiger Vertreter der Reserve Bank of Australia bleibt hawkish, und die Wetten auf eine weitere Zinserhöhung in diesem Monat haben zugenommen. Dennoch befinde sich die RBA in einer Zwickmühle, da die Inflation zu hoch sei, während die Wirtschaftsaktivität in Bereichen wie dem Immobilienmarkt und der Kreditvergabe im Bereich "Private Credit" deutlich "zu brechen beginne", meint Andrew Canobi, Director of Fixed Income bei Franklin Templeton Australia. Eine Zinserhöhung in diesem Monat sei eine knappe Entscheidung, fügt er hinzu. Sollte die RBA von nun an die Zinsen erhöhen, werde dies zunehmend bullish für Anleihen mit kurzen Laufzeiten, da sich die Wirtschaft, angeführt vom Verbraucher, schnell verlangsamen werde, meint er.
Ölpreis steigt - Angriff von Huthi-Milizen schürt Sorgen vor Lieferausfällen
Der Ölpreis steigt im frühen asiatischen Handel, da ein Angriff von Huthi-Milizen auf die Energieinfrastruktur Saudi-Arabiens die Sorgen über Lieferunterbrechungen im Nahen Osten verstärkt. Die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen haben Drohnen und Raketen auf eine Reihe von Energieanlagen im Süden Saudi-Arabiens abgefeuert. Saudi-Arabien bestätigte die Angriffe, die nach Angaben der Huthis auf Anlagen in Abha, Nadschran und Dschazan abzielten. "Die jüngste Eskalation der Angriffe hat die Ölflüsse aus dem Persischen Golf belastet", schreiben die Analysten von ANZ Research in einem Research-Bericht. Der nächstfällige WTI-Terminkontrakt notiert um 1,4 Prozent höher bei 94,35 US-Dollar je Barrel.
Trump verbietet per Dekret bestimmte kanadische Produkte
US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag Dekrete unterzeichnet, um den Import vieler Milchprodukte, alkoholischer Getränke und Motorräder aus Kanada in drei Wochen zu verbieten. Dies stellt eine Vergeltungsmaßnahme für kanadische Zölle dar, die zuvor in Kraft getreten sind. Trump änderte zudem den Umfang einiger bestehender 50-prozentiger Zölle auf kanadische Produkte. Er strich die Abgaben auf Zement, Streusalz und Krankenhausbedarf, während er gleichzeitig Zölle von 50 Prozent auf andere Produkte erhob, darunter einige Geländefahrzeuge, Boote und Käsesorten.
Zwölf Staaten sanktionieren israelische Siedlungspolitik
Großbritannien, Frankreich, Kanada und neun weitere Länder haben angekündigt, neue Handelsbeschränkungen gegen Israel zu verhängen. Damit spitzt sich der Streit um den Ausbau der israelischen Siedlungen im Westjordanland weiter zu. Die Ankündigung löste umgehend Vergeltungsmaßnahmen Israels gegen Großbritannien aus, das als erstes Land angekündigt hatte, den Handel mit Siedlungen im von Israel besetzten Westjordanland einzustellen.
+++ Konjunkturdaten +++
US/Verbraucherkredite Juli plus 18,1 Mrd USD
US/Verbraucherkredite Juni revidiert plus 14,5 Mrd USD (vorl: plus 14,2 Mrd USD)
DJG/DJN/apo
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September 09, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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