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MÄRKTE EUROPA/Schwach - US-Angriffe treiben Öl über 100 Dollar

DJ MÄRKTE EUROPA/Schwach - US-Angriffe treiben Öl über 100 Dollar

DOW JONES--Kräftig abwärts geht es am Mittwochmittag an Europas Börsen. Händler sprechen von einem "Gift-Cocktail" aus Ölpreis- und Renditeanstieg. Wegen weiterer US-Angriffe auf zivile Tanker des Irans springt der Brent-Ölpreis über die psychologisch wichtige 100-Dollar-Marke und weckt damit Ängste vor weltweitem Inflationsdruck. Die zehnjährigen Bundesanleihen steigen über 3,40 Prozent, die entsprechenden US-Bonds wieder über die 4,80er-Marke.

Der DAX fällt um 1,5 Prozent auf 25.607 Zähler, der Euro-Stoxxx-50 um 1,9 Prozent auf 6.291 Punkte. Unter kräftigem Abgabedruck stehen vor allem Banken-, Konjunktur- und Konsumwerte, die als Hauptverlierer der Energiepreis-Explosion gesehen werden. Bis zu 2,4 Prozent im Minus notieren deren Branchen-Indizes. Auch bei Autowerten geht es im Schnitt 1,5 Prozent tiefer. Profiteure sind wie üblich die Energie-Aktien und auch Versorgertitel mit bis zu 0,4 Prozent Plus.

Die USA haben fünf iranische Tanker in der Straße von Hormus angegriffen, der Iran will darauf mit Gegenschlägen reagiert haben. Ein Ende der Eskalationsspirale zeichnet sich derzeit weiter nicht ab. Sorgen macht aber auch die Bereitschaft internationaler Investoren, die überbordende Staatsverschuldung mitzutragen. So lag bei einer Auktion von Bundesanleihen die Nachfrage nur 1,5-mal höher als das Angebot. Angesichts der rekordhohen deutschen Zinsen hätte sie deutlich höher liegen müssen, heißt es im Handel.

Dazu richten sich die Blicke auf die geldpolitische Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Eine Erhöhung um 25 Basispunkte gilt als ausgemacht, daher steht der Ausblick im Fokus. Am Mittwochabend melden sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde sowie EZB-Ratsmitglied Thomas Nagel bei Reden zu Wort.

Noch wichtiger für die Finanzmärkte dürfte aber die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank in der kommenden Woche werden, da sie von sehr viel größerer Unsicherheit geprägt ist. Als entscheidend werten Marktteilnehmer daher die US-Inflationsdaten am Donnerstag und Freitag. "Der aktuelle Ölpreissprung über 100 Dollar macht aber klar, dass der Inflationsdruck weiter steigen wird, ganz gleich wie entspannt die August-Daten ausfallen", sagt ein Händler. Die Hauptsorge sei die einer politisch begründeten Unterlassung einer notwendigen US-Zinserhöhung.

Inditex hat Geschäftszahlen für das zweite Quartal bzw. für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Das währungsbereinigte Umsatzwachstum lag laut Bernstein über den Erwartungen, während die EBIT-Marge etwas schwächer ausfiel. Sie habe die Prognosen um 80 Basispunkte aufgrund gestiegener Betriebskosten verfehlt. Händler sprechen beim spanischen Modekonzern auch von deutlichen Blessuren durch steigende Energiepreise. Inditex fallen um 4,5 Prozent, H&M geben 1,6 Prozent nach.

Deutsche Börse verlieren 2,5 Prozent nach der Ankündigung von 600 Millionen Euro schweren Wandelschuldverschreibungen. Diese sollen im Jahr 2031 in neue Aktien gewandelt oder in bar zurückgezahlt werden. Institutionelle Anleger, die die Wandelanleihe zeichnen, verkaufen typischerweise die zugrundeliegende Aktie.

Nach der überraschenden Ankündigung des Rücktritts von Finanzvorstand Christian Wallentin gibt die Aktie von Auto1 um 3,3 Prozent nach. Ursächlich sollen familiäre Gründe sein. Der Großteil der Verluste dürfte daher auf den generellen Druck auf Konsumaktien zurückgehen, heißt es im Handel. Auto Trader in London fallen sogar um 4,7 Prozent. Hier haben die Analysten von Stifel eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen.

Nach einer Verkaufsempfehlung durch die Deutsche Bank verlieren Beiersdorf 1,9 Prozent. Nach den Aufschlägen vom Vortag geben Rheinmetall um 3,2 Prozent nach. Dagegen sind die zuletzt ebenfalls sehr volatilen SAP wieder gefragt und steigen um 2,5 Prozent.

=== 
Index          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.290,85  -1,9  -122,32    6.413,17      8,6 
Stoxx-50        5.331,69  -1,6   -87,50    5.419,19      8,4 
DAX          25.606,98  -1,5  -400,65    26.007,63      4,6 
MDAX          32.123,48  -1,3  -420,82    27.039,42      4,9 
TecDAX         4.010,42  -0,6   -25,96    3.091,28      10,7 
SDAX          18.612,62  -1,0  -178,53    13.062,07      8,4 
FTSE          10.691,06  -1,1  -120,60    10.811,66      7,7 
CAC           8.157,80  -1,9  -160,18    8.317,98      0,1 
SMI          13.853,74  -1,5  -203,87    14.057,61      4,4 
ATX           6.819,90  -1,2   -85,68    6.905,58      28,0 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:45 Uhr 
EUR/USD          1,1645  +0,2   0,0022     1,1623     1,1627 
EUR/JPY          178,56  -0,2  -0,4200     178,98    179,2900 
EUR/CHF          0,9409  +0,0   0,0003     0,9406     0,9406 
EUR/GBP          0,8586  +0,1   0,0004     0,8582     0,8586 
USD/JPY          153,32  -0,4  -0,6400     153,96    154,1900 
GBP/USD          1,356  +0,2   0,0023     1,3537     1,3540 
USD/CNY          6,7077  -0,0  -0,0028     6,7105     6,7105 
USD/CNH          6,7049  -0,0  -0,0010     6,7059     6,7068 
AUS/USD          0,7221  +0,1   0,0008     0,7213     0,7219 
Bitcoin/USD      79.025,34  +0,7   536,46    78.488,88   78.717,19 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         95,59  +2,8    2,56      93,03 
Brent/ICE         100,87  +3,0    2,95      97,92 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.405,09  +1,2   50,90    4.354,19 
Silber           66,39  +1,0    0,64      65,75 
Platin         1.853,82  +2,2   40,25    1.813,57 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 09, 2026 07:44 ET (11:44 GMT)

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KI braucht Strom
Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

Damit beginnt ein weltweites Wettrennen um verfügbare Stromkapazitäten. Hyperscaler sichern sich bereits über langfristige Verträge gewaltige Energiemengen, während Stromnetze und Erzeugungskapazitäten mit dem Ausbau kaum Schritt halten können. Zusätzlich verschärfen geopolitische Risiken rund um den Iran-Krieg und die Straße von Hormus die Situation.

Für Energieversorger und ihre Zulieferer könnte damit ein goldenes Zeitalter beginnen. Steigende Nachfrage, langfristige Abnahmeverträge und wachsende Strompreise schaffen ein Umfeld, in dem ausgewählte Unternehmen zum nächsten großen KI-Trade werden könnten.

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Werbehinweise: Die Billigung des Basisprospekts durch die BaFin ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend zu informieren, insbesondere über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers. Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.