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MÄRKTE USA/Börse wohl von Ölpreisen und Zolleskalation belastet

DJ MÄRKTE USA/Börse wohl von Ölpreisen und Zolleskalation belastet

DOW JONES--Nach den Vortagesabgaben dürfte die Wall Street am Mittwoch weiter im Verlustmodus operieren. Allerdings deutet der Aktienterminmarkt nur eine etwas leichtere Eröffnung am Kassamarkt an. Angesichts des negativen Börsenumfelds halten sich die US-Börsen damit recht wacker. Denn zum einen marschieren die Ölpreise unaufhaltsam weiter nach oben - die europäische Sorte Brent hat die Marke von 100 Dollar pro Fass übersprungen. Die USA und der Iran überziehen sich weiter gegenseitig mit Militärschlägen. Die USA sollen fünf iranische Tanker in der Straße von Hormus zerstört haben. Die Ölpreisrally befeuert Inflationssorgen und treibt in der Folge die Kreditkosten in die Höhe. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen klettert über die Marke von 4,80 Prozent.

"Die Märkte scheinen diese Woche auf der Stelle zu treten, da steigende Energiepreise die Risikobereitschaft dämpfen", befindet Marktstratege Jim Reid von der Deutschen Bank. Die Inflation steht derzeit im Fokus mit der Veröffentlichung von Preisdaten am Donnerstag und Freitag. Zum anderen eskaliert der Zollstreit zwischen den USA und Kanada. US-Präsident Donald Trump hat Dekrete unterzeichnet, um den Import vieler Milchprodukte, alkoholischer Getränke und Motorräder aus Kanada in drei Wochen zu unterbinden. Damit reagierte er auf kanadische Gegenzölle auf US-Importe, die zuvor in Kraft getreten sind. Trump änderte zudem den Umfang einiger bestehender Zölle auf kanadische Produkte. Die Auswirkungen auf betroffene Branchen könnten ruinös ausfallen, sollten sie tatsächlich in Kraft treten.

Am Anleihemarkt steigt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen befeuert von Inflationssorgen auf knapp 4,81 Prozent. Trotz hoher Anleiherenditen gibt der Dollar-Index um 0,2 Prozent nach. Die USA hätten bisher davon profitiert, dass sowohl der Dollar als auch ihre Staatsanleihen ungeachtet fiskalischer Bedenken als sichere Häfen gelten. Dies könnte sich nun aber ändern, warnt Analystin Ingvild Borgen von DNB Asset Management. Der Euro legt dagegen zu - gestützt von der Erwartung einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte durch die Europäische Zentralbank am Donnerstag.

Der Goldpreis steigt um 1,0 Prozent auf 4.397 Dollar pro Feinunze trotz gestiegener Marktzinsen. Die Dollar-Schwäche stützt. "Handelshemmnisse und geopolitische Verwerfungen können das Edelmetall stützen, da Anleger nach defensiven Vermögenswerten suchen (...)", erläutert Analyst Naeem Aslam von Zaye Capital Markets.

Unter den Einzelaktien verlieren Apple vorbörslich 0,3 Prozent und zeigen sich damit widerstandsfähig gegenüber anziehenden Marktzinsen. Der Technologiegigant plant auf seiner jährlichen Produktveranstaltung im späten Geschäft die Vorstellung neuer Geräte. Erwartet wird die Präsentation eines faltbaren Mobiltelefons.

Chewy sinken um 1,6 Prozent. Der Einzelhändler für Haustierbedarf hat Gewinn und Umsatz im Quartal gesteigert und die Erwartungen getroffen. Allerdings drückt die Inflation die Budgets der Konsumenten und damit auch die Kurse der Sektorwerte. Casey's General Stores meldete im ersten Quartal ein verlangsamtes Wachstum der flächenbereinigten Umsätze. Der Kurs bricht um 11 Prozent ein. Chime Financial hat den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben. Zudem schluckt das Finanzunternehmen Stride Bank für 590 Millionen Dollar. Die Aktie springt um 10 Prozent nach oben. Servicetitan prognostiziert für das dritte Quartal einen Umsatz unter Markterwartungen, die Titel brechen um 19,4 Prozent ein. Braze stürzen um 10,9 Prozent ab nach Bekanntgabe eines Gewinnausblicks unter den Erwartungen der Analysten.

=== 
US-Treasuries      Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre           4,42 +0,02    4,43      4,39 
5 Jahre           4,59 +0,02    4,59      4,56 
10 Jahre          4,81 +0,00    4,81      4,79 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:45 Uhr 
EUR/USD          1,1651  +0,2   0,0028     1,1623     1,1627 
EUR/JPY          178,65  -0,2  -0,3300     178,98    179,2900 
EUR/CHF           0,94  -0,1  -0,0006     0,9406     0,9406 
EUR/GBP          0,8592  +0,1   0,0010     0,8582     0,8586 
USD/JPY          153,31  -0,4  -0,6500     153,96    154,1900 
GBP/USD          1,3559  +0,2   0,0022     1,3537     1,3540 
USD/CNY          6,7077  -0,0  -0,0028     6,7105     6,7105 
USD/CNH          6,7039  -0,0  -0,0020     6,7059     6,7068 
AUS/USD          0,7223  +0,1   0,0010     0,7213     0,7219 
Bitcoin/USD      79.357,88  +1,1   869,00    78.488,88   78.717,19 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         95,75  +2,9    2,72      93,03 
Brent/ICE         100,76  +2,9    2,84      97,92 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.396,66  +1,0   42,47    4.354,19 
Silber           66,06  +0,5    0,30      65,75 
Platin         1.852,47  +2,1   38,90    1.813,57 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/mgo

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September 09, 2026 08:58 ET (12:58 GMT)

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KI braucht Strom
Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

Damit beginnt ein weltweites Wettrennen um verfügbare Stromkapazitäten. Hyperscaler sichern sich bereits über langfristige Verträge gewaltige Energiemengen, während Stromnetze und Erzeugungskapazitäten mit dem Ausbau kaum Schritt halten können. Zusätzlich verschärfen geopolitische Risiken rund um den Iran-Krieg und die Straße von Hormus die Situation.

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