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MÄRKTE EUROPA/Schwach - Öl über 100 USD und Renditen belasten

DJ MÄRKTE EUROPA/Schwach - Öl über 100 USD und Renditen belasten

DOW JONES--Mit heftigen Abgaben haben sich die europäischen Börsen am Mittwoch aus dem Handel verabschiedet. Händler sprachen von einem "Gift-Cocktail" aus Ölpreis- und Renditeanstieg. Wegen weiterer US-Angriffe auf zivile Tanker des Irans sprang der Brent-Ölpreis über die psychologisch wichtige 100-Dollar-Marke und weckte damit Ängste vor weltweitem Inflationsdruck. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen stiegen über 3,41 Prozent, die entsprechenden US-Bonds bewegten sich in Richtung 4,82er-Marke. Der DAX fiel um 1,7 Prozent auf 25.576 Zähler, der Euro-Stoxx-50 um 1,6 Prozent auf 6.312 Punkte.

Unter kräftigem Abgabedruck standen vor allem Banken-, Konjunktur- und Konsumwerte, die als Hauptverlierer der Energiepreisexplosion gesehen wurden. Hier ging es bis deutlich über 2 Prozent nach unten. Auch Autowerten notierten deutlich tiefer. Profiteure waren wie üblich in diesem Umfeld Energie-Aktien und auch Versorgertitel mit Aufschlägen von bis zu 0,2 Prozent.

Sorgen machte aber auch die lahmende Bereitschaft internationaler Investoren, die überbordende Staatsverschuldung mitzutragen. So lag bei einer Auktion von Bundesanleihen die Nachfrage nur 1,5-mal höher als das Angebot. Angesichts der rekordhohen deutschen Zinsen hätte sie deutlich höher liegen müssen, hieß es im Handel.

Nun richten sich die Blicke auf die geldpolitische Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag: Eine Erhöhung um 25 Basispunkte gilt als ausgemacht, daher steht der Ausblick im Fokus. Am Mittwochabend melden sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde sowie EZB-Ratsmitglied Thomas Nagel bei Reden zu Wort.

Noch wichtiger für die Finanzmärkte wird aber die Zins-Entscheidung der US-Notenbank in der kommenden Woche, da sie von sehr viel größerer Unsicherheit geprägt ist. Als entscheidend werteten Marktteilnehmer daher die US-Inflationsdaten am Donnerstag und Freitag. "Der aktuelle Ölpreissprung über 100 Dollar macht aber klar, dass der Inflationsdruck weiter steigen wird, ganz gleich wie entspannt die August-Daten ausfallen", sagte ein Händler. Die Hauptsorge sei, dass die Fed aus politischen Gründen auf die notwendige Zinserhöhung verzichte.

Inditex verloren nach Zahlenausweis zum zweiten Quartal 3,6 Prozent. Zwar lag das Umsatzwachstum laut Bernstein über den Erwartungen, die EBIT-Marge jedoch darunter: Sie habe die Prognosen um 80 Basispunkte aufgrund gestiegener Betriebskosten verfehlt. Händler sprachen beim spanischen Modekonzern daher von deutlichen Blessuren durch gestiegene Energiepreise, die auch andere Unternehmen treffen könne. Mitbewerber H&M gaben um 1,2 Prozent nach.

Selbst für Luxusaktien ging es angesichts des Ölpreissprungs tiefer, die Budgets der Konsumenten werden dadurch immer schmaler. Dazu kam die Abschwächung des frei verfügbaren Einkommens in China hinzu, was als Umsatztreiber der Luxusbranche gilt. Richemont fielen um 4,7 Prozent, Kering um 5,0 Prozent. Alle Branchenwerte schlossen tief im Minus.

Verschont von den Verkäufen wurden Einzelhändler mit starkem Geschäft bei unverzichtbaren Nahrungsmitteln: So gaben Ahold Delhaize (-1,0 Prozent) und Sainsburys (-0,2 Prozent) deutlich geringer ab. Deutsche Börse verloren 2,3 Prozent nach der Ankündigung von Wandelschuldverschreibungen im Volumen von 600 Millionen Euro. Diese sollen im Jahr 2031 in neue Aktien gewandelt oder in bar zurückgezahlt werden. Institutionelle Anleger, die die Wandelanleihe zeichnen, verkaufen typischerweise die zugrundeliegende Aktie.

Genau umgekehrt lief es bei Docmorris: Die Aktien sprangen um 6,6 Prozent nach oben, da eine neue Wandelanleihe ein etwas geringeres Volumen als die alte hat. Dies erzeugte kräftigen Eindeckungsbedarf bei den Anlegern.

Nach dem überraschenden Rücktritt von Finanzvorstand Christian Wallentin bei Auto1 aus familiären Gründen fielen die Aktien um 6,5 Prozent. Der Großteil der Verluste gehe aber auf den generellen Druck auf Konsumaktien zurück, hieß es im Handel. Auch Auto Trader in London verloren um 4,7 Prozent. Hier hatten die Analysten von Stifel eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen.

Nach einer Verkaufsempfehlung durch die Deutsche Bank fielen Beiersdorf um 2,3 Prozent. Nach den Aufschlägen vom Vortag gaben Rheinmetall um 3,8 Prozent nach. Dagegen stemmten sich die zuletzt volatilen SAP mit 0,6 Prozent Plus gegen den Markt.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.312       -1,6         +10,7 
Stoxx-50        5.338       -1,5         +10,2 
Stoxx-600        640       -1,4          +9,7 
DAX          25.576       -1,7          +6,2 
FTSE-100 London    10.812       -1,3          +8,9 
CAC-40 Paris      8.318       -1,9          +2,1 
AEX Amsterdam     1.116       -1,3         +17,3 
ATHEX-20 Athen     6.931       -0,2         +29,5 
BEL-20 Brüssel     5.796       -1,0         +14,1 
BUX Budapest     148.969       -0,7         +34,2 
OMXH-25 Helsinki    6.530       +0,8         +14,5 
OMXC-20 Kopenhagen   1.624       -1,3          +1,0 
PSI 20 Lissabon    9.481       -0,4         +14,7 
IBEX-35 Madrid    19.997       -1,5         +15,5 
FTSE-MIB Mailand   52.177       -0,6         +16,1 
OBX Oslo        2.025       +0,8         +26,7 
PX Prag        2.805       -0,7          +4,4 
OMXS-30 Stockholm   3.312       -1,6         +14,9 
WIG-20 Warschau   155.497       -0,8         +33,7 
ATX Wien        6.906       -0,7         +29,7 
SMI Zürich      14.058       -1,8          +6,0 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:45 Uhr 
EUR/USD          1,1630  +0,1  0,0007     1,1623     1,1627 
EUR/JPY          178,52  -0,3  -0,4600     178,98    179,2900 
EUR/CHF          0,9421  +0,2  0,0015     0,9406     0,9406 
EUR/GBP          0,8581  -0,0  -0,0001     0,8582     0,8586 
USD/JPY          153,48  -0,3  -0,4800     153,96    154,1900 
GBP/USD          1,3547  +0,1  0,0010     1,3537     1,3540 
USD/CNY          6,7077  -0,0  -0,0028     6,7105     6,7105 
USD/CNH          6,7065  +0,0  0,0006     6,7059     6,7068 
AUS/USD          0,7218  +0,1  0,0005     0,7213     0,7219 
Bitcoin/USD      78.644,13  +0,2  155,25    78.488,88   78.717,19 
 
ROHÖL          zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         96,42  +3,6   3,39      93,03 
Brent/ICE         101,25  +3,4   3,33      97,92 
 
Metalle         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.399,23  +1,0   45,04    4.354,19 
Silber           67,35  +2,4   1,60      65,75 
Platin         1.909,73  +5,3   96,16    1.813,57 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 09, 2026 12:05 ET (16:05 GMT)

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