DJ MÄRKTE USA/Wall Street baut Verluste im Verlauf aus - Ölpreis belastet
DOW JONES--Nach den Vortagesabgaben bleibt die Wall Street am Mittwoch im Verlustmodus. Die Wall Street baut ihre Abgaben im Verlauf zwar aus, hält sich aber deutlich besser als die Börsen in Europa. Dies ist angesichts des negativen Börsenumfelds mit Ölpreisrally und Zolleskalation durchaus beachtlich. Gegen Mittag US-Ostküstenzeit sinkt der Dow-Jones-Index um 0,9 Prozent auf 52.326 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite büßen 0,6 bzw. 0,7 Prozent ein. Die Ölpreise marschieren schier unaufhaltsam weiter nach oben - die europäische Sorte Brent hat die Marke von 100 Dollar pro Fass erstmals seit Juli übersprungen. Die USA und der Iran überziehen sich weiter gegenseitig mit Militärschlägen. Die USA sollen fünf iranische Tanker in der Straße von Hormus zerstört haben.
"Energiekosten machen sich schnell bemerkbar, und das überall: bei den Heizkosten, den Frachtkosten, dem Preis an der Zapfsäule", erläutert Marktstratege Mark Malek von Siebert Financial. Die Inflation steht derzeit im Fokus mit der Veröffentlichung von Preisdaten am Donnerstag und Freitag. Ein weiterer Hemmschuh für die Börse ist der eskalierende Zollstreit zwischen den USA und Kanada. US-Präsident Donald Trump hat Dekrete unterzeichnet, um den Import vieler Milchprodukte, alkoholischer Getränke und Motorräder aus Kanada in drei Wochen zu unterbinden. Damit reagiert er auf kanadische Gegenzölle auf US-Importe, die zuvor in Kraft getreten sind. Trump änderte zudem den Umfang einiger bestehender Zölle auf kanadische Produkte. Die Auswirkungen auf betroffene Branchen könnten ruinös ausfallen, sollten sie tatsächlich in Kraft treten.
Die Ölpreisrally befeuert Inflationssorgen und treibt in der Folge die Kreditkosten in die Höhe. Am Anleihemarkt steigt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 4 Basispunkte auf 4,84 Prozent. Auch die Intervention des US-Finanzministeriums scheint die Renditen nicht bremsen so können. Das Ministerium gab bekannt, dass es bei seiner Rückkaufaktion am Donnerstag maximal 6 Milliarden US-Dollar an längerfristigen Anleihen erwerben werde. Finanzminister Scott Bessents hatte jüngst Bemühungen angekündigt, die Anleiherenditen niedrig zu halten.
Mit den gestiegenen Marktzinsen macht der Dollar-Index seine Verluste wett und zeigt sich unverändert. Die USA hätten bisher davon profitiert, dass sowohl der Dollar als auch ihre Staatsanleihen ungeachtet fiskalischer Bedenken als sichere Häfen gelten. Dies könnte sich nun aber ändern, warnt Analystin Ingvild Borgen von DNB Asset Management. Der Goldpreis steigt um 1,0 Prozent auf 4.396 Dollar pro Feinunze trotz gestiegener Marktzinsen. "Handelshemmnisse und geopolitische Verwerfungen können das Edelmetall stützen, da Anleger nach defensiven Vermögenswerten suchen (...)", erläutert Analyst Naeem Aslam von Zaye Capital Markets.
Unter den Einzelaktien bewegen sich Apple 0,9 Prozent im Minus - wohl belastet von anziehenden Marktzinsen. Der Technologiegigant plant auf seiner jährlichen Produktveranstaltung im späten Geschäft die Vorstellung neuer Geräte. Erwartet wird die Präsentation eines faltbaren Mobiltelefons. Meta Platforms klettern derweil um 6,3 Prozent. Die Facebook-Mutter bringt einen persönlichen KI-Agenten auf den Markt.
Chewy stürzen um 10,3 Prozent ab. Der Einzelhändler für Haustierbedarf hat Gewinn und Umsatz im Quartal gesteigert und die Erwartungen getroffen. Allerdings sei der Kurs im Vorfeld des Zahlenausweises deutlich gestiegen und angesichts des schwachen Konsumausblicks wegen der hohen Inflation nähmen Anleger nun Gewinne mit, heißt es. Casey's General Stores brechen mit 14,6 Prozent noch deutlicher ein. Der Einzelhändler meldete im ersten Quartal ein verlangsamtes Wachstum der flächenbereinigten Umsätze.
Chime Financial hat den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben. Zudem schluckt das Finanzunternehmen Stride Bank für 590 Millionen Dollar. Die Aktie springt um 4,8 Prozent nach oben. Servicetitan prognostiziert für das dritte Quartal einen Umsatz unter Markterwartungen, die Titel des Softwarehauses sausen um 29 Prozent gen Süden. Braze stürzen um 19,2 Prozent nach Bekanntgabe eines Gewinnausblicks unter den Erwartungen der Analysten ab.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 52.326,04 -0,9 -460,03 52.786,07 S&P-500 7.629,88 -0,6 -43,64 7.673,52 NASDAQ Comp 26.226,30 -0,7 -195,12 26.421,41 NASDAQ 100 29.397,64 -0,4 -110,07 29.507,70 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,43 +0,03 4,43 4,39 5 Jahre 4,62 +0,04 4,62 4,56 10 Jahre 4,84 +0,04 4,86 4,79 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:45 Uhr EUR/USD 1,1628 +0,0 0,0005 1,1623 1,1627 EUR/JPY 178,54 -0,3 -0,4400 178,98 179,2900 EUR/CHF 0,9422 +0,2 0,0016 0,9406 0,9406 EUR/GBP 0,8582 0,0 0,0000 0,8582 0,8586 USD/JPY 153,52 -0,3 -0,4400 153,96 154,1900 GBP/USD 1,3547 +0,1 0,0010 1,3537 1,3540 USD/CNY 6,7077 -0,0 -0,0028 6,7105 6,7105 USD/CNH 6,7069 +0,0 0,0010 6,7059 6,7068 AUS/USD 0,7216 +0,0 0,0003 0,7213 0,7219 Bitcoin/USD 78.546,00 +0,1 57,12 78.488,88 78.717,19 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 96,60 +3,8 3,57 93,03 Brent/ICE 101,3 +3,5 3,38 97,92 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.396,09 +1,0 41,90 4.354,19 Silber 67,34 +2,4 1,59 65,75 Platin 1.908,36 +5,2 94,79 1.813,57 (Angaben ohne Gewähr) ===
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September 09, 2026 12:40 ET (16:40 GMT)
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