Der Japanische Yen zählt zuletzt zu den stärksten Währungen weltweit. Im Markt agiert derzeit ein neuer Akteur mit offener Visierführung: US-Finanzminister Scott Bessent betonte kürzlich in einer Rede, er besitze die Kartenhoheit ("I am the house now"). Bessent verwies auf asymmetrische Informationen bezüglich der Pläne der Bank of Japan (BoJ) und der japanischen Politik, die es dem US-Schatzamt erlauben, gezielt Einfluss auf den Devisenmarkt zu nehmen.
- USDJPY WKN: 965991 - ISIN: XC0009659XXX - Ticker: USD/JPY
Selbst bei einer monatlichen Veränderung sind fast 4 - für den Devisenmarkt eine ganze Menge. Quelle: XTB
Makroökonomie - Geopolitik: Ungewöhnliches Bündnis zwischen Washington und Tokio
Die aktuelle Marktdynamik zeigt eine seltene Konstellation: Während in der Vergangenheit meist Japan die USA um Erlaubnis für Währungsinterventionen bitten musste, beteiligte sich Washington diesmal direkt an Abstimmungsmaßnahmen. Hierzu wurden europäische Vermögenswerte aus den Devisenreserven veräußert, um Yen zu kaufen.
Bessent argumentiert aus US-Perspektive: Ein zu schwacher Yen könnte Japan als größten ausländischen Gläubiger der USA dazu zwingen, US-Staatsanleihen zur Finanzierung eigener Interventionen zu verkaufen. Dies würde die Renditen sowie die Kreditkosten für US-Haushalte nach oben treiben. Die Stützung des Yen dient somit direkt der Stabilisierung des US-Anleihemarktes.
Flankiert wird die Bewegung durch eine gestraffte Rhetorik der Bank of Japan. BoJ-Mitglied Hajime Takata sprach offen von einem "Regimewechsel" durch zurückkehrende Inflation und Lohndruck. Der Markt preist eine Zinserhöhung für die BoJ-Sitzung am 17./18. September ein....
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