Köln/Lorient (ots) -
Im Hochgeschwindigkeits-Sprint über mehr als 3000 Seemeilen (ca. 5500 Kilometer) von New York bis nach Lorient an der französischen Westküste. Dies erlebte der deutsche Segelprofi Boris Herrmann mit seiner Crew vom Team Malizia beim Ocean Race Atlantic - einem der der anspruchsvollsten Segelrennen überhaupt. In wenigen Stunden steht fest, welche der sechs beteiligten Imoca-Hochleistungssegelyachten heute (Donnerstag, 10.09.) als erste den Zielhafen Lorient erreicht. Der Stand des Rennens ist hier im Live-Tracker (https://www.theoceanrace.com/en/atlantic/2026/tracker) zu sehen. Beim Ocean Race Atlantic 2026 traten erstmals Mixed Crews aus zwei Frauen und zwei Männern an. Beim Team Malizia sind es die weiblichen Segelprofis Cole Brauer (USA) und Justine Mettraux (Schweiz) sowie der Franzose Julien Villion und Skipper Boris Herrmann.
Neben sportlichen Siegen stellt die Crew ein weiteres Ziel in den Mittelpunkt: den globalen Klimaschutz. "A Race We Must Win (https://www.team-malizia.com/news/the-message-behind-our-slogan-a-race-we-must-win)" ist die Mission von Team Malizia, seit vielen Jahren unterstützt von der Zurich Versicherung. Im Rahmen dieser Partnerschaft wurde 2021 auch der Planet Hero Award (https://www.zurich.de/de-de/ueber-uns/nachhaltigkeit/zurich-planet-hero-award) ins Leben gerufen, der umwelt- und klimafördernde Initiativen stärkt.
Empathie als Superpower im Sport und für den Schutz der Meere
Engagement, Teamgeist und Zusammenhalt - Empathie spielt dabei für Boris Herrmann eine entscheidende Rolle: "An Bord ist kein Platz für Ego. Jeder muss verstehen, wann es um die eigene Meinung geht und wann darum, das Beste für das Team zu tun. Wenn du empathisch miteinander umgehst, kannst du dich aufeinander einstellen, Vertrauen aufbauen und gemeinsam über die eigenen Grenzen hinausgehen."
Im folgenden exklusiven Interview spricht er über die Superpower Empathie und den Wert dieser trainierbaren Fähigkeit weit über den Sport hinaus.
Boris, das Ocean Race Atlantic führt euch als Crew an extreme mentale Belastungsgrenzen, das Zusammenspiel ist ein wichtiger Faktor. Welche Rolle spielt für dich dabei Empathie?
Boris Herrmann: Empathie spielt eine große Rolle für Team Spirit und Teamwork. Nur wenn du die emotionale Situation, die Fähigkeiten, Präferenzen, das Know-how und die Persönlichkeit deiner Teamkollegen erkennst, verstehst und respektierst, kannst du das volle Potenzial an Bord ausschöpfen und echte High Performance erreichen. Viele professionelle Seglerinnen und Segler sind es gewohnt, solo zu segeln. Dadurch wird diese empathische Fähigkeit, die für Team Performance absolut entscheidend ist, nicht unbedingt gefördert.
Was dabei viele nicht verstehen: An Bord ist kein Platz für Ego. Man muss verstehen, wann es um die eigene Meinung geht und wann darum, das Beste für das Team zu tun. Wenn du empathisch miteinander umgehst, kannst du dich aufeinander einstellen, Vertrauen aufbauen und gemeinsam über die eigenen Grenzen hinausgehen.
Ist empathisches Führen eine primäre Anforderung an dich als Skipper oder ein Skill, das innerhalb der Crew als Superpower situativ gelebt wird?
Boris Herrmann: Ich bin davon überzeugt, dass jede und jeder im Team empathisch sein muss. Und das gilt übrigens für das gesamte Team, nicht nur für die Crew an Bord. Wie schon erwähnt, ist das in Segelteams nicht immer selbstverständlich, obwohl es so wichtig ist.
Wir befinden uns ständig in unterschiedlichen Situationen und unter unterschiedlichen Bedingungen. Jeder und jede hat eigene Herausforderungen, einen eigenen Rhythmus und manchmal auch einfach eine andere Stimmung. Ohne einen empathischen Umgang miteinander würde ein effizientes Miteinander nicht funktionieren. Mir ist wichtig, dass das bei uns im Team anders ist. Als Skipper gehört es für mich dazu, diese unterschiedlichen Situationen wahrzunehmen und zu verstehen, was die Menschen um mich herum gerade brauchen.
Empathie ist eine erlernbare Fähigkeit. Ist sie auch Teil eures Trainings? Habt ihr während des Rennens eine spezielle Person in der Shore Crew, die euch von Land aus in Situationen, wo Empathie gefragt ist, zusätzlich zur Seite steht?
Boris Herrmann: Nein, wir haben keine spezielle Person, die uns Empathie beibringt. Ich glaube, dass Empathie zum Skillset einer professionellen Seglerin oder eines professionellen Seglers gehört, genauso wie Wetter-Routing, körperliches Training oder der Umgang mit der Technik. Empathie ist bei uns vor allem durch die Beständigkeit und Langlebigkeit unseres Teams zu einem festen Bestandteil unseres Skillsets geworden. Das ist übrigens nicht selbstverständlich in der professionellen Sportszene.
Wir kennen uns alle sehr gut, haben gemeinsam verschiedene Herausforderungen gemeistert und sind miteinander gewachsen. Das merkst du in unserem empathischen Umgang miteinander genauso wie in unserem Team an Land. Wir sind eine sehr diverse Gruppe mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und Verantwortungsbereichen. Wenn wir empathisch miteinander umgehen und die Stärken der anderen respektieren, können wir als Team mehr erreichen und gemeinsam eine Kampagne auf die Beine stellen, die es uns ermöglicht, an den größten Rennen der Welt teilzunehmen.
In der Segler-Familie seid ihr Freunde, im Wettbewerb jedoch Konkurrenten. Frage an dich als Betriebswirt und Sport-Unternehmer: Prof. Dr. Jamil Zaki von der Stanford University, einer der weltweit führenden Empathie-Forscher, ist davon überzeugt, dass Führungskräfte empathischer werden müssen. Denn Empathie schafft Mehrwerte innerhalb einer Organisation und zahlt positiv auf den Return on Investment ein. Wie siehst Du das?
Boris Herrmann: Ich sehe das genauso. An Bord gibt es eigentlich keine klassische Hierarchie. Jede Person bringt Wissen, eine Meinung oder eine kreative Idee ein, die zur Gesamtperformance beitragen kann. Wenn du als Führungskraft - oder in meinem Fall als Skipper - diesen Ideen keinen Raum gibst, wirst du als Team nicht die beste Leistung erreichen. Wenn du deinen Teamkollegen zuhörst, ihnen vertraust und ihnen Raum gibst, fühlen sie sich empowered und übernehmen Verantwortung. Und genau das ist doch das Ziel eines guten Teams: Menschen so zu unterstützen, dass sie die beste Version ihrer selbst sein können und vielleicht sogar Dinge schaffen, die sie vorher für unmöglich gehalten haben. High Performance im Team ist unser Ziel. Um Rennen zu gewinnen, musst du deiner Crew vertrauen und ihr den Raum geben, über sich selbst hinauszuwachsen.
Aufklärung zum Schutz der Meere und des Klimas ist fester Bestandteil der DNA von Team Malizia. Empathie wird häufig als Fähigkeit betrachtet, die in erster Linie Menschen miteinander verbindet. Doch es gibt starke Stimmen, die sagen, dass auch Empathie für die Natur essentiell ist, um die Notwendigkeit von Klimaschutz zu verinnerlichen und sich dafür einzusetzen. Stimmst Du dem zu?
Boris Herrmann: Absolut. Wir als Segler sind natürlich stark von der Natur abhängig, denn sie ist unser Arbeitsplatz. Gleichzeitig erleben wir ihre Schönheit unmittelbar und sehen, wie verletzlich sie sein kann. Diese Nähe schafft eine besondere Verbindung. Wir wissen die Natur zu schätzen und sind gleichzeitig auf sie angewiesen. Wenn ich die Kinder sehe, die wir unter anderem mit unserem Bildungsprogramm My Ocean Challenge erreichen, spüre ich diese Verbindung besonders. Kinder sehen die Natur oft noch mit einer ganz anderen Selbstverständlichkeit. Sie erleben sie als etwas Wertvolles, das man schützen muss.
Ich bin davon überzeugt, dass Empathie auch durch Wertschätzung entsteht. Wenn wir etwas wirklich kennen, erleben und schätzen, entwickeln wir eher das Bedürfnis, es zu schützen.
Was war dein persönlicher Moment, der dazu führte, dass Du dich für den Schutz der Meere und des Klimas engagierst?
Boris Herrmann: Während meiner Segeltouren um die Welt wurde mir schon früh die Verschmutzung und Verletzlichkeit des Ozeans unmittelbar bewusst. Da ist mit der Zeit ein starkes Verantwortungsgefühl entstanden. Als Segler verbringe ich einen großen Teil meines Lebens auf dem Meer und habe das Privileg, Orte zu erleben, die nur sehr wenige Menschen sehen. Dadurch entsteht auch die Verantwortung, das zu schützen, was mir am Herzen liegt und wovon wir alle abhängig sind: unsere Ozeane.
Was ist dein stärkstes Argument, um Menschen für Klimaschutz zu aktivieren?
Boris Herrmann: Begeisterung. Wenn wir Menschen für etwas begeistern, entsteht Verbindung. Und aus dieser Verbindung kann Empathie entstehen: Empathie für unsere Umwelt und damit auch die Motivation, sie zu schützen. Für mich ist das sehr ähnlich wie im Team. Empathie für den Teamkollegen oder die Teamkollegin schafft Vertrauen, Vertrauen ermöglicht High Performance. Und genauso kann Empathie für die Natur dazu führen, dass wir Verantwortung übernehmen und aktiv werden.
Gemeinsam mit der Zurich Planet Hero Stiftung setzt sich Team Malizia für den Schutz unseres Planeten ein. Frage an dich als Klima-Botschafter: Was habt ihr bereits zusammen erreicht - und welches Goal ist dir besonders wichtig?
Mit dem Planet Hero Award unterstützen wir tolle Lösungen, die zum Klima- und Umweltschutz beitragen und unsere gemeinsame Mission "A Race We Must Win" stärken. Besonders wichtig ist mir, Lösungen und junge Unternehmen zu unterstützen, die Out of the Box denken, neue Wege gehen und sich kreativ mit den Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzen. Solche Initiativen brauchen Sichtbarkeit, aber natürlich auch finanzielle Unterstützung, damit sie wachsen, skaliert und langfristig umgesetzt werden können.
Am 24. September wird der Planet Hero Award (https://www.zurich.de/de-de/ueber-uns/nachhaltigkeit/zurich-planet-hero-award) an Umwelt- und Klimaprojekte verliehen. Gibt es dabei ein Projekt, das dir besonders am Herzen liegt? Was ist Deine Botschaft an Menschen und Unternehmen: Worauf sollten sie noch mehr ihren Fokus legen und wie können sie sich konkret engagieren?
Jedes Jahr werden so viele spannende Projekte eingereicht. Besonders inspirierend finde ich die Vielfalt der Ansätze und wie kreativ sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen auseinandersetzen. Natürlich liegen mir Lösungen rund um den Schutz der Ozeane besonders am Herzen. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass der Ozean nicht isoliert betrachtet werden kann. Unsere Ökosysteme sind miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb sollten wir nicht nur einzelne Probleme betrachten, sondern stärker in Zusammenhängen denken. Genau dafür braucht es innovative Ideen, unterschiedliche Perspektiven und Menschen, die bereit sind, neue Wege zu gehen.
Die Zurich Versicherung als Partner von Team Malizia hat außerdem in Zusammenarbeit mit Civey den Empathie-Report veröffentlicht, der ein hochaktuelles Bild zur Stimmungslage in Deutschland liefert. Weitere Informationen dazu unter zurich.de/empathie. Bei Rückfragen melden Sie sich gern.
Das Interview mit Boris Herrmann ist frei zu redaktionellen Verwendung. Zugang zu Bildmaterial erhalten Sie hier (https://imagebank.team-malizia.com/Photos). Bitte beachten Sie die jeweils angegebenen Credits.
Pressekontakt:
Paul Heilig
paul.heilig@tr-st.de
Original-Content von: tr-st GmbH, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/169468/6349268
Im Hochgeschwindigkeits-Sprint über mehr als 3000 Seemeilen (ca. 5500 Kilometer) von New York bis nach Lorient an der französischen Westküste. Dies erlebte der deutsche Segelprofi Boris Herrmann mit seiner Crew vom Team Malizia beim Ocean Race Atlantic - einem der der anspruchsvollsten Segelrennen überhaupt. In wenigen Stunden steht fest, welche der sechs beteiligten Imoca-Hochleistungssegelyachten heute (Donnerstag, 10.09.) als erste den Zielhafen Lorient erreicht. Der Stand des Rennens ist hier im Live-Tracker (https://www.theoceanrace.com/en/atlantic/2026/tracker) zu sehen. Beim Ocean Race Atlantic 2026 traten erstmals Mixed Crews aus zwei Frauen und zwei Männern an. Beim Team Malizia sind es die weiblichen Segelprofis Cole Brauer (USA) und Justine Mettraux (Schweiz) sowie der Franzose Julien Villion und Skipper Boris Herrmann.
Neben sportlichen Siegen stellt die Crew ein weiteres Ziel in den Mittelpunkt: den globalen Klimaschutz. "A Race We Must Win (https://www.team-malizia.com/news/the-message-behind-our-slogan-a-race-we-must-win)" ist die Mission von Team Malizia, seit vielen Jahren unterstützt von der Zurich Versicherung. Im Rahmen dieser Partnerschaft wurde 2021 auch der Planet Hero Award (https://www.zurich.de/de-de/ueber-uns/nachhaltigkeit/zurich-planet-hero-award) ins Leben gerufen, der umwelt- und klimafördernde Initiativen stärkt.
Empathie als Superpower im Sport und für den Schutz der Meere
Engagement, Teamgeist und Zusammenhalt - Empathie spielt dabei für Boris Herrmann eine entscheidende Rolle: "An Bord ist kein Platz für Ego. Jeder muss verstehen, wann es um die eigene Meinung geht und wann darum, das Beste für das Team zu tun. Wenn du empathisch miteinander umgehst, kannst du dich aufeinander einstellen, Vertrauen aufbauen und gemeinsam über die eigenen Grenzen hinausgehen."
Im folgenden exklusiven Interview spricht er über die Superpower Empathie und den Wert dieser trainierbaren Fähigkeit weit über den Sport hinaus.
Boris, das Ocean Race Atlantic führt euch als Crew an extreme mentale Belastungsgrenzen, das Zusammenspiel ist ein wichtiger Faktor. Welche Rolle spielt für dich dabei Empathie?
Boris Herrmann: Empathie spielt eine große Rolle für Team Spirit und Teamwork. Nur wenn du die emotionale Situation, die Fähigkeiten, Präferenzen, das Know-how und die Persönlichkeit deiner Teamkollegen erkennst, verstehst und respektierst, kannst du das volle Potenzial an Bord ausschöpfen und echte High Performance erreichen. Viele professionelle Seglerinnen und Segler sind es gewohnt, solo zu segeln. Dadurch wird diese empathische Fähigkeit, die für Team Performance absolut entscheidend ist, nicht unbedingt gefördert.
Was dabei viele nicht verstehen: An Bord ist kein Platz für Ego. Man muss verstehen, wann es um die eigene Meinung geht und wann darum, das Beste für das Team zu tun. Wenn du empathisch miteinander umgehst, kannst du dich aufeinander einstellen, Vertrauen aufbauen und gemeinsam über die eigenen Grenzen hinausgehen.
Ist empathisches Führen eine primäre Anforderung an dich als Skipper oder ein Skill, das innerhalb der Crew als Superpower situativ gelebt wird?
Boris Herrmann: Ich bin davon überzeugt, dass jede und jeder im Team empathisch sein muss. Und das gilt übrigens für das gesamte Team, nicht nur für die Crew an Bord. Wie schon erwähnt, ist das in Segelteams nicht immer selbstverständlich, obwohl es so wichtig ist.
Wir befinden uns ständig in unterschiedlichen Situationen und unter unterschiedlichen Bedingungen. Jeder und jede hat eigene Herausforderungen, einen eigenen Rhythmus und manchmal auch einfach eine andere Stimmung. Ohne einen empathischen Umgang miteinander würde ein effizientes Miteinander nicht funktionieren. Mir ist wichtig, dass das bei uns im Team anders ist. Als Skipper gehört es für mich dazu, diese unterschiedlichen Situationen wahrzunehmen und zu verstehen, was die Menschen um mich herum gerade brauchen.
Empathie ist eine erlernbare Fähigkeit. Ist sie auch Teil eures Trainings? Habt ihr während des Rennens eine spezielle Person in der Shore Crew, die euch von Land aus in Situationen, wo Empathie gefragt ist, zusätzlich zur Seite steht?
Boris Herrmann: Nein, wir haben keine spezielle Person, die uns Empathie beibringt. Ich glaube, dass Empathie zum Skillset einer professionellen Seglerin oder eines professionellen Seglers gehört, genauso wie Wetter-Routing, körperliches Training oder der Umgang mit der Technik. Empathie ist bei uns vor allem durch die Beständigkeit und Langlebigkeit unseres Teams zu einem festen Bestandteil unseres Skillsets geworden. Das ist übrigens nicht selbstverständlich in der professionellen Sportszene.
Wir kennen uns alle sehr gut, haben gemeinsam verschiedene Herausforderungen gemeistert und sind miteinander gewachsen. Das merkst du in unserem empathischen Umgang miteinander genauso wie in unserem Team an Land. Wir sind eine sehr diverse Gruppe mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und Verantwortungsbereichen. Wenn wir empathisch miteinander umgehen und die Stärken der anderen respektieren, können wir als Team mehr erreichen und gemeinsam eine Kampagne auf die Beine stellen, die es uns ermöglicht, an den größten Rennen der Welt teilzunehmen.
In der Segler-Familie seid ihr Freunde, im Wettbewerb jedoch Konkurrenten. Frage an dich als Betriebswirt und Sport-Unternehmer: Prof. Dr. Jamil Zaki von der Stanford University, einer der weltweit führenden Empathie-Forscher, ist davon überzeugt, dass Führungskräfte empathischer werden müssen. Denn Empathie schafft Mehrwerte innerhalb einer Organisation und zahlt positiv auf den Return on Investment ein. Wie siehst Du das?
Boris Herrmann: Ich sehe das genauso. An Bord gibt es eigentlich keine klassische Hierarchie. Jede Person bringt Wissen, eine Meinung oder eine kreative Idee ein, die zur Gesamtperformance beitragen kann. Wenn du als Führungskraft - oder in meinem Fall als Skipper - diesen Ideen keinen Raum gibst, wirst du als Team nicht die beste Leistung erreichen. Wenn du deinen Teamkollegen zuhörst, ihnen vertraust und ihnen Raum gibst, fühlen sie sich empowered und übernehmen Verantwortung. Und genau das ist doch das Ziel eines guten Teams: Menschen so zu unterstützen, dass sie die beste Version ihrer selbst sein können und vielleicht sogar Dinge schaffen, die sie vorher für unmöglich gehalten haben. High Performance im Team ist unser Ziel. Um Rennen zu gewinnen, musst du deiner Crew vertrauen und ihr den Raum geben, über sich selbst hinauszuwachsen.
Aufklärung zum Schutz der Meere und des Klimas ist fester Bestandteil der DNA von Team Malizia. Empathie wird häufig als Fähigkeit betrachtet, die in erster Linie Menschen miteinander verbindet. Doch es gibt starke Stimmen, die sagen, dass auch Empathie für die Natur essentiell ist, um die Notwendigkeit von Klimaschutz zu verinnerlichen und sich dafür einzusetzen. Stimmst Du dem zu?
Boris Herrmann: Absolut. Wir als Segler sind natürlich stark von der Natur abhängig, denn sie ist unser Arbeitsplatz. Gleichzeitig erleben wir ihre Schönheit unmittelbar und sehen, wie verletzlich sie sein kann. Diese Nähe schafft eine besondere Verbindung. Wir wissen die Natur zu schätzen und sind gleichzeitig auf sie angewiesen. Wenn ich die Kinder sehe, die wir unter anderem mit unserem Bildungsprogramm My Ocean Challenge erreichen, spüre ich diese Verbindung besonders. Kinder sehen die Natur oft noch mit einer ganz anderen Selbstverständlichkeit. Sie erleben sie als etwas Wertvolles, das man schützen muss.
Ich bin davon überzeugt, dass Empathie auch durch Wertschätzung entsteht. Wenn wir etwas wirklich kennen, erleben und schätzen, entwickeln wir eher das Bedürfnis, es zu schützen.
Was war dein persönlicher Moment, der dazu führte, dass Du dich für den Schutz der Meere und des Klimas engagierst?
Boris Herrmann: Während meiner Segeltouren um die Welt wurde mir schon früh die Verschmutzung und Verletzlichkeit des Ozeans unmittelbar bewusst. Da ist mit der Zeit ein starkes Verantwortungsgefühl entstanden. Als Segler verbringe ich einen großen Teil meines Lebens auf dem Meer und habe das Privileg, Orte zu erleben, die nur sehr wenige Menschen sehen. Dadurch entsteht auch die Verantwortung, das zu schützen, was mir am Herzen liegt und wovon wir alle abhängig sind: unsere Ozeane.
Was ist dein stärkstes Argument, um Menschen für Klimaschutz zu aktivieren?
Boris Herrmann: Begeisterung. Wenn wir Menschen für etwas begeistern, entsteht Verbindung. Und aus dieser Verbindung kann Empathie entstehen: Empathie für unsere Umwelt und damit auch die Motivation, sie zu schützen. Für mich ist das sehr ähnlich wie im Team. Empathie für den Teamkollegen oder die Teamkollegin schafft Vertrauen, Vertrauen ermöglicht High Performance. Und genauso kann Empathie für die Natur dazu führen, dass wir Verantwortung übernehmen und aktiv werden.
Gemeinsam mit der Zurich Planet Hero Stiftung setzt sich Team Malizia für den Schutz unseres Planeten ein. Frage an dich als Klima-Botschafter: Was habt ihr bereits zusammen erreicht - und welches Goal ist dir besonders wichtig?
Mit dem Planet Hero Award unterstützen wir tolle Lösungen, die zum Klima- und Umweltschutz beitragen und unsere gemeinsame Mission "A Race We Must Win" stärken. Besonders wichtig ist mir, Lösungen und junge Unternehmen zu unterstützen, die Out of the Box denken, neue Wege gehen und sich kreativ mit den Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzen. Solche Initiativen brauchen Sichtbarkeit, aber natürlich auch finanzielle Unterstützung, damit sie wachsen, skaliert und langfristig umgesetzt werden können.
Am 24. September wird der Planet Hero Award (https://www.zurich.de/de-de/ueber-uns/nachhaltigkeit/zurich-planet-hero-award) an Umwelt- und Klimaprojekte verliehen. Gibt es dabei ein Projekt, das dir besonders am Herzen liegt? Was ist Deine Botschaft an Menschen und Unternehmen: Worauf sollten sie noch mehr ihren Fokus legen und wie können sie sich konkret engagieren?
Jedes Jahr werden so viele spannende Projekte eingereicht. Besonders inspirierend finde ich die Vielfalt der Ansätze und wie kreativ sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen auseinandersetzen. Natürlich liegen mir Lösungen rund um den Schutz der Ozeane besonders am Herzen. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass der Ozean nicht isoliert betrachtet werden kann. Unsere Ökosysteme sind miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb sollten wir nicht nur einzelne Probleme betrachten, sondern stärker in Zusammenhängen denken. Genau dafür braucht es innovative Ideen, unterschiedliche Perspektiven und Menschen, die bereit sind, neue Wege zu gehen.
Die Zurich Versicherung als Partner von Team Malizia hat außerdem in Zusammenarbeit mit Civey den Empathie-Report veröffentlicht, der ein hochaktuelles Bild zur Stimmungslage in Deutschland liefert. Weitere Informationen dazu unter zurich.de/empathie. Bei Rückfragen melden Sie sich gern.
Das Interview mit Boris Herrmann ist frei zu redaktionellen Verwendung. Zugang zu Bildmaterial erhalten Sie hier (https://imagebank.team-malizia.com/Photos). Bitte beachten Sie die jeweils angegebenen Credits.
Pressekontakt:
Paul Heilig
paul.heilig@tr-st.de
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