DJ MÄRKTE ASIEN/Leichter - Tokio nach später Erholung gut behauptet
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--An den ostasiatischen Aktienmärkten und in Australien ist es am Donnerstag überwiegend abwärts gegangen mit den Indizes. Die Marktteilnehmer agierten nervös und vorsichtig angesichts von Ölpreisen über 100 Dollar pro Barrel und steigenden Anleiherenditen und vor wichtigen Inflationsdaten aus den USA. Dazu kam eine leichtere Vorgabe der Wall Street. Der jüngste Anstieg der Ölpreise folgt einer Eskalation von Angriffen auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Das schürt Befürchtungen weiterer Störungen der globalen Energieversorgung.
Der Ölpreisanstieg erschwert aber zugleich den Ausblick für die Zentralbanken, weil er die Inflation auf hohem Niveau halten könnte. Dazu passend erklärte die Bank of Korea, dass das solide Wirtschaftswachstum und die über dem Ziel liegende Inflation im Land noch für längere Zeit anhalten dürften. Damit bekräftigt sie ihre straffere geldpolitische Haltung.
Derweil erreichte die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe wieder das jüngste Hoch von 4,84 Prozent. Dazu trug auch bei, dass ein Rückkauf von langlaufenden US-Staatsanleihen mit einem Volumen von 6 Milliarden Dollar manche Marktteilnehmer enttäuschte. Deren Erwartungen waren zuletzt nach oben geschossen auf in der Spitze 8 bis 10 Milliarden Dollar, obgleich nach entsprechenden früheren Ankündigungen des US-Finanzministeriums eigentlich 4 Milliarden zu erwarten gewesen wären.
Der japanische Topix drehte im späten Handel noch ins Plus, er schloss 0,2 Prozent höher. Vom Yen kam kein Störfeuer, er setzte die Seitwärtsbewegung der Vortage fort, nachdem er zuvor deutlicher aufgewertet hatte. Damit zeigte er sich unbeeindruckt davon, dass laut Vorstandsmitglied Kazuyuki Masu, die Bank of Japan gezwungen sein könnte, die Zinssätze schnell anzuheben, falls die Inflation anziehe. Schließlich seien die finanziellen Bedingungen im Land weiterhin locker. Die Inflation habe das 2-Prozent-Ziel zwar noch nicht erreicht, sei diesem aber sehr nahe.
Der Kospi in Seoul büßte 0,3 Prozent ein, der HSI in Hongkong (Späthandel) fiel deutlicher zurück um 1,4 Prozent. In Shanghai ging es für den Composite-Index um 0,4 Prozent südwärts. Sydney beendete den Tag 1,0 Prozent niedriger, nachdem es dort im späten Handel noch zu einer spürbaren Erholung von den Tagestiefs gekommen war.
Die Aufmerksamkeit der Anleger war unterdessen auf neue Preisdaten aus den USA gerichtet. Im späteren Tagesverlauf werden Erzeugerpreise berichtet, am Freitag die als noch wichtiger erachteten Verbraucherpreise für August. Je nachdem wie die Daten ausfallen, könnten sie die Zinserwartungen bewegen. Aktuell wird am Zinsterminmarkt mit rund 61-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine US-Zinserhöhung in der kommenden Woche eingepreist. Derweil gilt im späteren Tagesverlauf eine Zinserhöhung in Europa durch die EZB bereits als ausgemacht. Die EU-Notenbanker dürften den Leitzins wegen der hartnäckig hohen Inflation um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent erhöhen.
Chipaktien in der Region zeigten sich uneinheitlich. In Seoul gaben die Schwergewichte SK Hynix und Samsung Electronics ganz leicht nach, Hanmi Semiconductor gewannen 1,0 Prozent. In Tokio legten Advantest um 3,3 Prozent zu, während Tokyo Electron um 1,7 Prozent nachgaben. In Hongkong verteuerten sich Hua Hong Grace um knapp 2 Prozent. In Taipeh beendeten TSMC den Tag mit einem Minus von 0,6 Prozent. Nach dem Handelsende teilte das Unternehmen dann mit, im August mit einer Steigerung um 53 Prozent zum Vorjahr einen Rekordumsatz erzielt zu haben.
In Sydney zogen Megaport um gut 4 Prozent an, wohingegen NextDC um 3,8 Prozent fielen. Die Unternehmen gehören zu diversen weiteren mit denen Nvidia in den kommenden Jahren in Australien eine Rechenzentrumsinfrastruktur aufbauen will. Nvidia nannte als weitere Partner Firmus, Sharon AI, Iren, Resetdata, CDC und Airtrunk.
INDEX zuletzt +/- % % YTD Handelsschluss S&P/ASX 200 (Sydney) 8.819,40 -1,0 +1,2 08:00 Topix 500 (Tokio) 3.168,54 +0,2 +19,1 08:00 Kospi (Seoul) 7.033,92 -0,3 +66,9 08:30 Hang-Seng (Hongkong) 24.951,96 -1,3 -2,6 10:00 Shanghai-Composite 3.934,40 -0,4 -0,9 09:00 Straits-Times (Singapur) 5.698,91 -0,5 +22,6 11:00 IDX Comp. (Indonesien) 6.653,76 -0,4 -23,0 10:00 KLCI (Malaysia) 1.704,24 -0,6 +1,4 10:00 DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Mi, 09:13 % YTD EUR/USD 1,1637 +0,0 1,1632 1,1643 -0,9 EUR/JPY 178,63 +0,0 178,61 178,25 -2,9 EUR/GBP 0,8585 0,0 0,8585 0,8581 -1,5 USD/JPY 153,49 -0,0 153,54 153,07 -2,0 USD/KRW 1.340,31 +0,0 1.339,78 1.335,60 -7,0 USD/CNY 6,7060 -0,0 6,7077 6,7069 -4,1 USD/CNH 6,7046 -0,0 6,7064 6,7033 -3,9 USD/HKD 7,8413 -0,0 7,8422 7,8422 +0,8 AUD/USD 0,7211 -0,1 0,7217 0,7233 +8,1 NZD/USD 0,5852 +0,2 0,5838 0,5862 +1,7 BTC/USD 78.289,77 -0,0 78.323,54 79.330,62 -10,7 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 95,82 -0,2 -0,23 96,05 Brent/ICE 100,73 -0,5 -0,48 101,21 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.414,55 +0,3 14,06 4.400,49 Silber 67,36 +0,1 0,09 67,27 Platin 1.878,34 -0,9 -17,50 1.895,84 (Angaben ohne Gewähr)
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/gos/hab
(END) Dow Jones Newswires
September 10, 2026 03:13 ET (07:13 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
