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Bei Nordex läuft es gerade wieder richtig gut. Erst schickt die Bank of America die Aktie mit einem lauten Kaufsignal auf die Reise, dann legt die Citigroup nach. Der Kurs schießt zweistellig nach oben. Doch nach so einem starken und schnellen Feuerwerk stellt sich die Frage: War es das schon, oder geht da noch mehr? Ein Blick auf die Aufträge, die Kursziele und die Charttechnik zeigt, worauf es jetzt weiterhin ankommt.
Die Analysten machen den Kurs
Der Windanlagenbauer Nordex hat in den letzten Handelstagen ordentlich Aufmerksamkeit bekommen. Zuerst stufte die Bank of America die Aktie von "Neutral" auf "Buy" hoch und traut ihr ein Kursziel von 54 Euro zu. Nur einen Tag später zog die Citigroup nach und setzte ihr Ziel auf 50 Euro, nachdem sie ebenfalls von "Neutral" auf "Buy" gewechselt war. Die Aktie reagierte unmittelbar und rapide. Am Montag ging es um fast 10 Prozent nach oben, am Dienstag legte der Kurs nochmal etwas nach. Die Gründe für den BofA-Analyst Alexander Jones sind, dass er bei Nordex noch viel Luft nach oben sieht, was die Gewinnerwartungen angeht. Er glaubt sogar, dass der Konzern seine eigenen mittelfristigen Margenziele anheben könnte. Besonders das Deutschland-Geschäft laufe rund, dazu kämen frische US-Aufträge und endlich wieder stabile Lieferketten. Diese waren lange Zeit ein echtes Sorgenkind der Branche. Und die Aufträge sprudeln tatsächlich regelrecht. Erst kürzlich sicherte sich Nordex einen US-Deal über 325 Megawatt, dabei geht es um 55 Turbinen vom Typ N163/5.X. Schon Anfang August kamen aus den USA drei weitere Bestellungen mit zusammen über 480 Megawatt dazu. Auch in der Türkei und in Niedersachsen liefen zuletzt die Geschäfte an. Die Auftragsbücher füllen sich also spürbar und das kommt bei Investoren gut an. Am 30. Oktober will Nordex die Zahlen zum dritten Quartal vorlegen, der Markt rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 0,57 Euro und rund 2,22 Milliarden Euro Umsatz. Mal schauen ob es so kommt! Es bleibt spannend!

Charttechnik
Charttechnisch hat sich nach dem kräftigen Kurssprung eine große Kurslücke aufgetan, ein sogenanntes Gap-up. Dadurch steht die Aktie jetzt sowohl über dem 200er SMA, als auch dem 50er SMA. Für die Bullen ist dies ein wichtiges Signal gewesen, eine Art Startschuss. Die spannende Frage lautet aber nun, ob diese Linien als Unterstützung nach unten halten? Gelingt es der Aktie, sich oberhalb dieser beiden Marken zu behaupten, wäre ein weiterer Anstieg in Richtung 50 Euro oder sogar dem Kursziel der BofA durchaus realistisch. Das würde auch zu der Meinung der Citigroup passen. Rutscht der Kurs jedoch wieder ab, dürfte die Lücke geschlossen werden dann geht's runter bis etwa 38,58 Euro. Das wäre auch noch kein Beinbruch, denn dann wäre die Charttechnik wieder "sauber". Die kommenden Handelstage werden zeigen, welches Szenario sich durchsetzt.
Was tun?
Die Auftragslage sieht gut aus, die Lieferketten sind stabiler geworden, und gleich zwei große Analystenhäuser trauen der Aktie deutlich mehr zu als noch vor wenigen Tagen. Das ist erstmal eine top Ausgangslage. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass ein Kurssprung von 10 Prozent an einem Tag auch ein Warnsignal sein kann. Die Nervosität nimmt zu. Anleger könnten versucht sein Gewinne mitzunehmen und wider tiefer einzusteigen. Ob sich die Rally generell fortsetzt, hängt jetzt stark davon ab, ob die Aktie ihre neu eroberten Linien verteidigen kann. Die Quartalszahlen Ende Oktober werden zudem zeigen, ob sich der operative Rückenwind auch tatsächlich in den Zahlen niederschlägt. Wer investiert ist, sollte die charttechnischen Marken im Blick behalten. Wer jetzt noch neu einsteigen will, könnten entweder abwarten, ob sich der Ausbruch bestätigt, oder eine Order beim Gap-Close platzieren. Aber immer mit entsprechendem Stoppkurs absichern.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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